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Schneepflug-Fahrer in Rottach übel beschimpft

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Von: Christina Jachert-Maier

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Der Winterdienst war im ganzen Landkreis schwer gefordert. © Thomas Plettenberg

Trotz K-Fall hatte mancher Rottacher kein Verständnis dafür, wenn der Schneepflug nicht so räumte wie gewünscht. Bauhof-Mitarbeiter wurden derb beleidigt. Ein Verhalten, das Bürgermeister Köck im Gemeinderat anprangerte.

Rottach-Egern – Um zwei Uhr früh aufstehen und rein in den Schneepflug. Ein Dienst, der Kraft und Nerven kostet. Erst recht, wenn’s dafür noch Beschimpfungen hagelt. Ein Punkt, den der Rottacher Bürgermeister Christian Köck (CSU) im Gemeinderat zum Thema machte.

Dabei fiel sein Bericht über den Winterdienst in Rottach-Egern zu Zeiten des Katastrophenfalls eigentlich positiv aus. Von den Bürgern habe es auch viel Anerkennung für die Schneeräumer gegeben. Doch „das Gebaren einzelner“ sei ihm doch sehr aufgefallen. Die hätten trotz der besonderen Situation null Verständnis gezeigt. „Teilweise ist es zu Beleidigungen unserer Mitarbeiter gekommen“, berichtete Köck. Und dies mit Vokabeln, die er lieber nicht wiederhole. Despektierlich finde er das und unangemessen, meinte Köck. Seine Vermutung: „Vielleicht war es für den ein oder anderen, der zu uns gezogen ist, schlichtweg eine Überforderung, dass es bei uns noch einen Winter gibt.“

So ganz außergewöhnlich sei der heftige Schneefall für Rottach-Egern nicht, merkte Köck an. Er kenne das noch aus seiner Kindheit. „Aber eine Herausforderung war’s schon. Vor allem an dem einen Donnerstag, als ein Meter Schnee gefallen ist.“ Ungewöhnlich war vor allem dessen Gewicht. „Unsere Leute fahren teils schon mehr als 20 Jahre im Winterdienst, aber die haben selten solche Tonnagen bewegen müssen“, schilderte der Bürgermeister.

In dieser Situation sei es schlichtweg nicht möglich gewesen, mit dem Schneepflug jede Hof-Einfahrt auszusparen. „Da muss man halt mal eine Schneeschaufel nehmen“, meinte Köck an die Adresse derer, die sich bei der Gemeinde über Schneewälle in ihren Grundstückseinfahrten beschwert hatten. Und wer gesundheitlich nicht in der Lage sei, selbst zu schippen, müsse eben einen Dienstleister beauftragen.

Die Bauhof-Mitarbeiter seien trotz der Beleidigungen souverän geblieben und hätten sich nicht auf Wortgefechte eingelassen, erklärte Köck. Stattdessen hätten sie das Problem an ihn herangetragen: „Dafür bin ich dankbar.“ Er wolle die Mannschaft demnächst mit einer „g’scheiten Brotzeit“ belohnen und das Thema nachbesprechen.

Gerüstet war Rottach-Egern für den Winter bestens. In die Jahre gekommene Maschinen habe der Gemeinderat trotz einiger milder Winter stets ersetzt, erinnerte Köck. Auch am Personalstand des Bauhofs wurde nie gerüttelt. 24 Mitarbeiter sind dort beschäftigt. Das zahle sich in solchen Situationen aus, machte Köck deutlich. Hier nicht zu sparen, sei die richtige Entscheidung.

Im Norden des Landkreises hingegen habe „die eine oder andere Gemeinde“ Personal abgebaut und Aufgaben teils an Privatleute vergeben. „Das möchte ich mir für Rottach gar nicht vorstellen“, erklärte Köck. Solche Situationen als Gemeinde selbstständig bewältigen zu können, sei wichtig. „Sonst bist Du nur Passagier und immer auf Dritte angewiesen.“

Der Dank des Bürgermeisters galt nicht nur der Bauhof-Mannschaft, sondern auch der Feuerwehr und Helfern von auswärts. Unter anderem packte die Feuerwehr Pfaffenhofen beim Seniorenstift Rupertihof an, das THW Bad Aibling schaufelte das Dach der Tierheim-Gebäude ab. Die Zufahrt des Tierheims wurde stets frei gehalten, wofür Johanna Ecker-Schotte, FW-Gemeinderätin und Vorsitzende des Tierschutzvereins Tegernseer Tal, besonders dankte: „Wir sind da hinten im Schnee ersoffen.“

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