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Die Seeperle von oben: Rechts ist die Seestraße zu sehen.

Ist das zu schaffen?

Seeperle: Jetzt gibt es für die Investoren eine Frist

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Rottach-Egern - In Sachen Seeperle hat die Gemeinde Rottach-Egern Pflöcke gesetzt: Laut Durchführungsvertrag müssen die Investoren 2016 bauen. Eine Vorgabe, die nicht zu halten scheint.

Die Seeperle ist ein Sorgenkind. Direkt an der Seestraße gelegen und noch nie so genutzt wie von der Gemeinde gewünscht. Die pocht auf ein Hotel und hat ihre Vorgaben zuletzt in einen Bebauungsplan gegossen, der an einen Durchführungsvertrag gekoppelt ist. „Damit hat sich der Gemeinderat viel Arbeit gemacht“, erinnert Bürgermeister Christian Köck (CSU). Dennoch kann sich der Rathaus-Chef vorstellen, die gesetzte Frist noch einmal zu verlängern. „Aber wir geben keinen Freibrief“, versichert Köck. 

Heißt: Ein kleiner Aufschub ist wohl noch drin, dann muss endlich gebaut werden. „Auf Dauer ist die Seeperle ja keine Zierde“, meint Köck. Was den Bürgermeister veranlasst, den Investoren Rainer Leidecker und Ernst Tengelmann mehr Zeit zu geben, ist ein kürzlich geführtes Gespräch. Über den Inhalt habe man Stillschweigen vereinbart, erklärt Köck. Nur so viel: Hinter den Kulissen sei viel gearbeitet worden. Demnächst werde eine neue Planung vorgestellt, die den Vorgaben der Gemeinde aber ebenso Rechnung trage wie die ursprüngliche. Es werde eine touristische Nutzung geben, versichert Köck: „Davon rücken wir nicht ab.“ 

Was geplant ist, dazu sagt auch Leidecker nichts. Aber er nennt einen Termin: Am kommenden Dienstag, 23. Februar, werde er seine Pläne dem Gemeinderat in nicht-öffentlicher Sitzung vorstellen. „Dem möchte ich jetzt nicht vorgreifen“, meint Leidecker. Und Köck signalisiert Optimismus: „Ich bin guter Hoffnung, dass endlich etwas passiert.“ 

Darauf wartet die Gemeinde schon seit dem Bau der Seeperle vor über 20 Jahren. Der Nürnberger Teppichhändler Mouhammad Abousaidy hatte den Komplex errichtet. Anfänglich war das Anwesen, das aus zwei zweistöckigen Gebäuden und einer Tiefgarage besteht, für Galerien und Gaststätten bestimmt. Später wollte der Unternehmer dort ausschließlich Wohnungen unterbringen. Das war absolut nicht im Sinn der Gemeinde. Sie verweigerte die Genehmigung, das Anwesen stand größtenteils leer. Im Oktober 2008 schließlich erwarb die Ageno Holding von Andreas Greither das gesamte Anwesen von der West Management Gesellschaft für kommunale Anlagen, eine Tochter der West LB. Greither gehören auch das Tegernseer Hotel Westerhof und das Stielerhaus. Im Frühjahr 2010 präsentierte Greither dem Gemeinderat die Pläne für den Umbau in ein nobles Hotel mit 52 Zimmern. 

Der Unternehmer widmete sich dann aber doch anderen Projekten und legte die Seeperle in die Hände der Investoren Leidecker und Tengelmann. Die ließen sich zuletzt ein Suitenhotel mit 90 Betten genehmigen, ein „Almhaus“, in dem sich ein Restaurant befindet, dazu einen Wellnessbereich mit Schwimmbad sowie eine Tiefgarage mit 88 Stellplätzen. Investitionsvolumen: rund 25 Millionen Euro. Ein Betreiber für den Komplex wurde nie genannt. Allerdings erklärte Leidecker schon im April des vergangenen Jahres, er wünsche sich eine Hotel-Gesellschaft, die nicht nur die Seeperle, sondern parallel auch die Hotelanlage Almdorf in Tegernsee betreibe, nach dem Motto „Urlaub am See und am Berg“. Der Bau des Almdorfs hätte übrigens schon im Herbst 2015 beginnen sollen. Auch in diesem Fall wartet man darauf, dass ein Betreiber präsentiert wird.

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