Seniorenticket RVO
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Auch nächstes Jahr dürfen die Rottacher Senioren kostenlos öffentlich Bus fahren.

Kosten liegen bei knapp 22.000 Euro

Rottach-Egern verlängert Seniorenticket um ein Jahr

  • Alexandra Korimorth
    vonAlexandra Korimorth
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Auch nächstes Jahr dürfen die Rottacher Senioren kostenlos öffentlich Bus fahren. Einstimmig beschloss der Gemeinderat die Verlängerung des Seniorentickets bis Ende 2021.

Rottach-Egern – „Das Seniorenticket ist eine gute Sache“, befand Bürgermeister Christian Köck (CSU), nachdem er Bilanz über die ersten drei Quartale des neuen Angebots in der Gemeinde gezogen hatte. Demnach wurden seit Beginn dieses Jahres 720 Seniorentickets ausgereicht, an über ein Drittel der insgesamt rund 2100 Berechtigten. Und sie wurden fleißig genutzt: Bis einschließlich September wurden 7018 Fahrten über das Seniorenticket verbucht. Die Kosten für die Gemeinde, die fahrtgenau abgerechnet wurden, lagen bis dato bei 21 747 Euro, wobei das vierte Quartal noch nicht erfasst ist.

Angebot wird gut angenommen

Im Januar und Februar nutzten die Senioren ihr Ticket für jeweils rund 1300 Fahrten. Im März, als die ersten coronabedingten Einschränkungen kamen, fanden noch 670 Fahrten statt. Im April und Mai pandemie-bedingt keine. Im Juni stiegen die Seniorenfahrten dann wieder auf 605 an, im Juli auf 1145. Im August waren es 1002, im September 928. „Das war kein schlechter Start. Die Fahrten werden gerne angenommen“, konstatierte Köck – nicht zuletzt, weil mit dem Rottacher Seniorenticket keinerlei Verpflichtungen wie etwa die Abgabe des Führerscheins einhergingen. Überdies sei es eine Maßnahme, die die Infrastruktur entlastet. „Und ja, die Seniorentickets kosten Geld. Aber unsere Senioren sollten uns das wert sein“, warb Köck im Gemeinderat um die Verlängerung des Projekts um ein weiteres Jahr.

Das Einverständnis des Gremiums vorausgesetzt, wolle Köck beim RVO die Verlängerung zu denselben Bedingungen wie bisher anstreben. „Wenn wir dann beim MVV sind, müssen die Dinge neu verhandelt werden“, wagte Köck einen Blick über 2021 hinaus. „Denn es steht nicht fest, ob der RVO ab 2022 noch unser Dienstleister bleibt.“ Köck stellte zwar noch klar, dass der ÖPNV eigentlich nicht die Aufgabe der Gemeinden, sonders des Landkreises seien. Aber Rottach habe es sich leisten und gut verhandeln können.

Kosten auf 40.000 Euro gedeckelt

Geschäftsleiter Gerhard Hofmann erinnerte zudem, dass die Kosten ab 40 000 Euro gedeckelt seien und sie vom RVO getragen werden, wenn dieser Betrag überschritten wird. Anton Maier (CSU) befand, dass es eine schöne Sache für die Senioren sei. Er hofft, dass irgendwann auch alle Schulkinder – also auch diejenigen, die weniger als zwei Kilometer weit von ihrer Schule entfernt wohnen – kostenlos befördert werden. Doch hier musste Köck abwinken und auf das Schulfinanzierungsgesetz verweisen, das da sehr klare Vorgaben habe. „Da beißt sich aber schon was, wenn die Seniorentickets unabhängig vom Einkommen ausgegeben werden“, befand Stefan Niedermaier (Blitz). Dennoch stimmte auch er, wie alle anderen Gemeinderäte, am Ende für die Verlängerung des Seniorentickets.

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