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So will man in Rottach-Egern den idealen Sport fürs Alter finden

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Von: Christian Masengarb

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Gaben den Startschuss für das Projekt: (v.l.) KWA-Vorstand Horst Schmieder, Ärztlicher Direktor Martin Halle (TU München), Vorstand Toni Calabretti von der Beisheim Stiftung, KWA-Vorstand Stefan Arend, Stiftsdirektorin Lisa Brandl-Thür und Geschäftsführerin Annette Heuser von der Beisheim-Stiftung.
Gaben den Startschuss für das Projekt: (v.l.) KWA-Vorstand Horst Schmieder, Ärztlicher Direktor Martin Halle (TU München), Vorstand Toni Calabretti von der Beisheim Stiftung, KWA-Vorstand Stefan Arend, Stiftsdirektorin Lisa Brandl-Thür und Geschäftsführerin Annette Heuser von der Beisheim-Stiftung. © Thomas Plettenberg

Den Deutschen bleiben im Ruhestand nur sechseinhalb gesunde Jahre. Das KWA-Stift Rupertihof will das zusammen mit der mit der TU München ändern. Die Ziele sind hoch gesteckt.

Rottach-Egern – Wer sich im Alter zu wenig bewegt, ist anfälliger für Einsamkeit, Krankheiten und geistige Schwächen. Das Zentrum für Prävention und Sportmedizin der TU München entwickelt deshalb in den kommenden sechs Monaten ein ganzheitliches Programm für körperliches Training in Senioreneinrichtungen. Dazu entstand im KWA-Stift Rupertihof in Rottach-Egern auf 140 Quadratmetern ein Muster-Trainingsraum nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen, mit pneumatisch gesteuerten Trainingsgeräten für Balance- und Ausdauertraining, auf denen im Sitzen und Halb-Liegen trainiert werden kann. Das Pilotprojekt mit dem Namen „bestform. Sport kennt kein Alter“ wird von der Beisheim-Stiftung gefördert.

Auch ein Atelier wird es im Rupertihof geben, in dem die Bewohner künstlerisch in Bewegung bleiben. Damit auch der soziale Aspekt nicht zu kurz kommt, sollen beide Räume die „Begegnung räumlich unterstützen“, etwa durch Sitzgruppen. Klingt nach viel Aufwand für ein wenig Bewegung. Leichter geht es aber nicht, erklärt Stiftsdirektorin Lisa Brandl-Thür.

„Wir haben schon einmal versucht, einfach nur Fitnessgeräte aufzustellen. Das hat nicht funktioniert“, begründet sie das neue Konzept. „Da kannte sich keiner aus. Die Übungen schaden auch eher, wenn man sie falsch ausführt.“ Für einen neuen Anlauf war ihr daher klar: Sport braucht professionelle Anleitung und ein wissenschaftliches Konzept.

Lesen Sie mehr: Auch um die seelische Gesundheit kümmert man sich im KWA Stift Rupertihof

Beides liefert jetzt die TU München. Die Experten überwachen insgesamt 50 Bewohner des Rupertihofs und des Diakoniewerks München-Maxvorstadt, studieren Effekt und Beliebtheit des Trainings. So soll ein seniorengerechtes Bewegungsprogramm entstehen, das Spaß macht. Zu nächst unterrichten Sporttherapeuten die Bewohner in Gruppen über die richtige Ausführung der Übungen. Später können erfahrene Senioren-Sportler auch alleine trainieren.

Für Brandl-Thür ist die Zusammenarbeit mit der TU „ein Glücksfall“. Dort leitet der renommierte Professor Martin Halle das Zentrum für Prävention und Sportmedizin. Mit ihm konnte das Stift einen der führenden Experten für Gesundheit bei Senioren gewinnen. Halle liefert Ideen und Verbesserungsvorschläge. Doch auch der Professor profitiert von der Zusammenarbeit. Derzeit gibt es nur wenige Forschungsergebnisse zum idealen Sport für das Alter. Hier könnte die Studie entscheidende Ergebnisse liefern, die die Forschung auf Jahre prägen.

Die Ziele der Initiatoren reichen sogar noch weiter. Sie wollen modulare Bausteine definieren, aus denen für jeden Senior das ideale Trainingsprogramm zusammengesetzt werden kann. Nicht weniger als „ein Paradigmenwechsel von ,alt und krank‘ zu ,alt aber fit‘“ ist das Ziel (Brandl-Thür). Das sei besonders wichtig, weil sich die Zahl der über 80-Jährigen bis 2060 verdoppeln soll. Derzeit verbringen Deutsche aber nur sechseinhalb Jahre gesund im Ruhestand. Gerade in einer alternden Gesellschaft müsse sich das ändern, finden die bestform-Organisatoren. Körperliches Training sei dazu die beste Medizin.

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