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Gut aufgehoben: Eine erfahrene Tierschützerin aus dem Tölzer Landkreis kümmert sich nun um das winzige Rehkitz. 

Tierschutzverein klärt über Umgang mit Wildtieren auf

Gut gemeinte Rettung: Spaziergänger nehmen winziges Rehkitz an sich

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Die Rufe des Rehkitz’ klangen herzzerreißend. Deshalb haben Spaziergänger in der Weissachau das vermeintlich hilflose Tierbaby an sich genommen. Der Tierschutzverein warnt vor einem solchen Handeln.

Rottach-Egern – Das kleine Rehkitz lag abseits des Weissachdamm-Weges im hohen Gras, als die Spaziergänger auf das laute Fiepen aufmerksam wurden. Zu diesem Zeitpunkt war das Tier noch keine 48 Stunden alt – von der Muttergeiß war nichts zu sehen. Die Menschen wollten helfen, nahmen das winzige und scheinbar verlassene Rehkitz an sich und alarmierten über die Polizei den Tierschutzverein Tegernseer Tal. Der kümmerte sich um alles Weitere, wie die Vorsitzende Johanna Ecker-Schotte berichtet. Ein Mitarbeiter des nahe gelegenen Tierheims nahm das in eine Decke gewickelte Kitz in Empfang – und Ecker-Schotte telefonierte fieberhaft, um eine Pflegestelle für das Findelkind zu organisieren. Fündig wurde sie im Tölzer Nachbarlandkreis, wo sich nun eine Tierschützerin um das Kitz kümmert.

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Ob die „Rettung“ tatsächlich notwendig war oder ob sich die Muttergeiß doch in der Nähe befand und sich lediglich aus Angst vor den Menschen verbarg, ist schwer zu sagen. „Das Kitz schreit nur so laut, weil es Hunger hat“, klärt Ecker-Schotte auf. Das scheinbar verzweifelte Fiepen führe aber leider immer wieder zu gut gemeinten Rettungsversuchen durch den Menschen.

Das erst wenige Tage alte Kitz wird mit der Flasche groß gezogen.

Die Vorsitzende bittet darum, ein Rehkitz in solchen Fällen nicht zu berühren oder zu streicheln, sondern es am Fundplatz zu belassen, die Situation aus der Ferne zu beobachten und bei Bedarf den zuständigen Jäger, die Polizei oder den Tierschutzverein zu informieren. „Ein sehr junges Kitz hat anfangs keinen Eigengeruch und wird deshalb in der Regel vom Beutejäger nicht wahrgenommen“, weiß Ecker-Schotte. Allerdings könne es natürlich sein, dass das Muttertier verletzt oder umgekommen sei. Dann wäre Hilfe freilich geboten.

Tierschutzverein fordert besondere Rücksichtnahme auf Wildtiere

Grundsätzlich appelliert die Rottacherin eindringlich an alle Spaziergänger und Wanderer, auf den Wegen zu bleiben, nicht querfeldein über die Wiesen zu marschieren und Hunde an der Leine zu führen. Denn: Sämtliche Störungen durch Mensch und Hund könnten für den tierischen Nachwuchs in dieser hochsensiblen Zeit den Tod bedeuten. „Unsere Wildtiere hatten aufgrund des harten Winters sowieso schon viel Stress, wir müssen ihnen ihre Schutzzonen lassen“, fordert Ecker-Schotte. In Kürze wird der Tierschutzverein Tegernseer Tal auch eine Broschüre herausgeben, in der Hundehalter über das richtige Verhalten in Wald und Flur aufgeklärt werden.

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Das kleine Rehkitz aus Rottach-Egern hatte Glück, dass sich trotz „Hochsaison“ – wie es Ecker-Schotte nennt – ein Pflegeplatz organisieren ließ. Eine erfahrene Tierschützerin aus dem Isarwinkel, die namentlich nicht in Erscheinung treten möchte, kümmert sich um das Tierbaby, bis es groß genug ist, um ausgewildert zu werden. Dass es solch engagierte Privatleute gibt, ist in den Augen Ecker-Schottes ein wahrer Segen. Die Vorsitzende weist darauf hin, dass man diese Arbeit jederzeit durch zweckgebundene Spenden an den Tierschutzverein unterstützen könne. „Darauf sind diese Menschen und die Tiere schließlich angewiesen“, betont die Rottacherin.

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