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Schön, süße Honigblüten und die Samen sollen sogar essbar sein. Aber es gehört halt nicht hierher: Indisches Springkraut.

Neophyten

Springkraut-Krieger suchen dringend Nachwuchs

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Seit 15 Jahren hat es sich eine Gruppe von zehn bis 15 Rottachern zur Aufgabe gemacht, das Indische Springkraut zu bekämpfen. Doch schön langsam geht ihnen die Puste aus.

Rottach-Egern – Zwischen dem Ringsee und Bayerwald, von der Anker-Winterstube über das Rottach-Tal bis zum Birkenmoos und rund um den Wallberg ziehen sie los, um Waldränder und Streuwiesen, Bachläufe und Hage von Neophyten zu befreien – oder sie zumindest zurückzudrängen. Weil die Helfer aber schon teilweise über 80 Jahre alt sind und den bis zu zwei Meter hohen Gewächsen nicht mehr Herr werden, braucht die Gruppe dringend Nachwuchs.

Maria Lewanskowski, 13 Jahre lang Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Rottach-Egern/Kreuth, sowie Walter Hübsch, langjähriger Leiter des Rottacher Bauamts, kamen jetzt zur Gemeinderatssitzung, um für die Aktion zu trommeln. Das Springkraut mit seinen rosa- bis tiefroten Blüten sei zwar für den Laien schön anzuschauen, erklärte Lewanskowski. Doch wenn man die Pflanze nicht rechtzeitig ausrotte und die Wurzel abdrehe, dann würden die Samen meterweit springen und sich rasch ausbreiten. Das Springkraut dränge normale heimische Pflanzen zurück. Die Folge sei zudem, dass die Insekten ausbleiben. „Und der Springkrauthonig ist wässrig“, wusste die Naturschützerin. „Wir können die Welt nicht retten, aber wir können sie bewahren“, unterstützte sie Hübsch. „Wenn wir Mitstreiter haben, dann haben wir eine Chance.“ Zu bedenken gaben die beiden zudem: „Wenn wir nicht 15 Jahre lang gearbeitet hätten, dann wär’s noch viel schlimmer mit der Ausbreitung.“ Daher wolle man die Öffentlichkeit alarmieren. Die Unterstützung von Mitbürgern, die bereit sind, ihren Idealismus und ihre Arbeitskraft für die Erhaltung der Natur einzubringen, sei wichtig, formulierten Lewanskowski und Hübsch zudem in einem Brief an die Gemeinderäte von Rottach-Egern und auch Kreuth.

Gesucht werden also Helfer, die bereit sind, ab Juni auszuschwärmen. Immer zwei Personen übernehmen dann die Patenschaft für ein Gebiet und kümmern sich dort um die Ausrottung. Mit der Bitte, im Notfall auch Helfer des Bauhofs zu bekommen, stießen die beiden Springkraut-Bekämpfer auf offene Ohren. Bürgermeister Christian Köck (CSU) sagte seine Hilfe zu. „Es wäre schön wenn sich Freiwillige melden“, meinte Köck. Thomas Lamm (FWG) schlug eine Aktion der Gemeinde vor, „was auch für die Ortsgemeinschaft nicht schlecht wäre“. Anton Maier (CSU) lobte, dass die Helfer schon viel erreicht hätten.  

gr

Ein Info-Abend

zum Thema Springkraut findet am Donnerstag, 20. April, um 19 Uhr im Gasthaus Zum Hagn in Enterbach statt. Dort können sich freiwillige Helfer melden und für Patenschaften einteilen lassen. Auch im Kreuther Gemeinderat ist das Springkraut am Donnerstag Thema. Hier wird der Sachstandsbericht ebenfalls vorgetragen.

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