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Schlüsselübergabe: Sandra Ebert (l.) löst Katrin Schmittfull als Leiterin des Mehrgenerationenhauses ab. 

Abschied von Leiterin

Stabwechsel im Mehrgenerationenhaus

  • Christina Jachert-Maier
    vonChristina Jachert-Maier
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Schlüsselübergabe im Rottacher Mehrgenerationenhaus der Caritas: Nach sechs Jahren hat sich Leiterin Katrin Schmittfull verabschiedet. Auf ihre Nachfolgerin Sandra Ebert wartet ein wohl bestelltes Haus.

Rottach-Egern – „Ich mach’ jetzt mein persönliches Mehrgenerationenhaus“, lächelt Katrin Schmittfull. Im Februar kommt ihr Kind zu Welt, zum neuen Jahr hat sie sich deshalb von ihrem Arbeitsplatz verabschiedet. Es ist ihr nicht leicht gefallen. „Es läuft wirklich gut hier“, sagt sie mit leisem Wehmut.

Sechs Jahre lang hat Schmittfull das Mehrgenerationenhaus der Caritas in Rottach-Egern geleitet – und als Teil eines fünfköpfigen Teams eine Einrichtung geschaffen, die Senioren aus dem ganzen Tal und teils sogar darüber hinaus anzieht. Der Zuspruch ließ die ursprünglichen Räume an der Nördlichen Hauptstraße rasch zu klein werden. Im Herbst 2016 glückte mit Unterstützung der Tal-Gemeinden der Umzug in die großzügigen Räume an der Leo-Slezak-Straße, oberhalb des Cafés Krupp.

Seitdem ist vieles leichter geworden. Es gibt eine bestens ausgestattete Gemeinschaftsküche, in der die Senioren gerne gemeinsam Gemüse schnippeln und Kartoffeln schälen. Der Mittagstisch des Mehrgenerationenhauses ist beliebt, gut 15 Besucher kommen im Schnitt. „Und es bringt sich jeder ein“, berichtet Schmittfull. Erst wird gemeinsam gekocht, dann gegessen. 3,50 Euro plus Getränke kostet das Mittagsmenü. Diesen Eigenanteil so gering zu halten, ist dem Mehrgenerationenhaus wichtig. „Das geht nur, weil wir viele Spenden bekommen“, erklärt Schmittfull.

Neue Möglichkeiten bietet auch der große Gruppenraum. So viel Platz ist dort, dass er sogar für Gymnastik reicht. Zur Weihnachtsfeier genossen 65 Gäste das Miteinander. „Das war bis jetzt Rekord“, meint Schmittfull. Meist kommen hier kleinere Runden zusammen, es wird gebastelt, geredet, gesungen, gestrickt und Geschichten erzählt.

So wichtig der Umzug war: Der Start erforderte viel Kraft, mancher Stammgast fühlte sich in den großen Räume anfangs etwas verloren. Doch seit Anfang 2017 läuft alles rund. Die Zahl der Besuche hat noch einmal zugelegt, wie die Jahresbilanz zeigt. Etwa 8400 Besuche dürften es 2017 gewesen sein, schätzt Schmittfull. Ganz fest steht die Zahl nicht: Der Dezember fehlt noch in der Statistik.

Beim Start des Rottacher Mehrgenerationenhauses 2007 verzeichnete die Caritas als Träger noch 1186 Besuche, 2010 waren es 2113, 2012 dann 6152 und 2016 7648 Besuche. Meist sind es verwitwete Frauen über 65 Jahre, die im Mehrgenerationenhaus das Miteinander suchen. Etwa ein Drittel von ihnen ist erst im Ruhestand an den Tegernsee gezogen. „Wenn der Partner stirbt, kommt oft die große Einsamkeit“, weiß Schmittfull. Viele haben auch Kinder, die in München leben – und dann doch selten Zeit für Besuche haben. Im Mehrgenerationenhaus lassen sich neue Kontakte knüpfen, Gruppen finden sich.

Für die Statistik zählt vor allem die Zahl der einzelnen Besuche, sie hält aber auch die der Besucher fest. 2016 waren es 312. Davon kamen 143 aus Rottach-Egern, 51 aus Tegernsee, 48 aus Bad Wiessee, 30 aus Gmund, 22 aus Kreuth, 4 aus Schaftlach/Waakirchen und 27 aus anderen Orten.

Fast alle benötigen Hilfe, um ins Mehrgenerationenhaus zu kommen. Darum bietet die Einrichtung einen Hol- und Bringdienst an, der viel genutzt wird.

Möglich sind die vielfältigen Angebote nur dank der Unterstützung der rund 30 ehrenamtlichen Helfer. „Unseren Helfern sind wir sehr dankbar“, sagt Schmittfull. Etliche von ihnen kommen sogar mehrmals die Woche ins Generationenhaus.

Das Team ist eingespielt – und stemmt das Programm im Januar auch ohne Leiterin. Schmittfulls Nachfolgerin Sandra Ebert tritt ihren Dienst erst im Februar an. Am Angebot ändert dies nichts: Das Mehrgenerationenhaus ist wie gewohnt geöffnet.

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