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Landrat Wolfgang Rzehak (Grüne) erklärt sich auf seiner Facebook-Seite mit der Bäckerei von Evi Tremmel solidarisch. 

„Schön, dass es noch Solidarität gibt“

Streit um „stinkende“ Bäckerei: Landrat äußert sich auf Facebook

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Der Streit um die Bäckerei-Gerüche in Rottach-Egern löst weiterhin heftige Reaktionen aus. Inzwischen hat sich auch der Landrat zu Wort gemeldet. Per Facebook. Auch darauf gab‘s Unmengen Kommentare.

Rottach-Egern – „Der Zweitwohnungsbesitzer sollte überlegen, ob er sein Zweitdomizil nicht woanders aufschlägt“, postet der Landrat auf seiner Facebook-Seite und bezieht damit klar Stellung im Streit um die Bäckerei-Gerüche in Rottach-Egern. Er würdigt die Solidarität, die die Bürger mit Bäcker-Meisterin Evi Tremmel zeigen. Knapp 80 Kommentare und zahlreiche Likes erntete der derzeit urlaubende Landrat damit bis Sonntagmittag. „So viele, wie noch nie“, sagt er selbst.

Der überwiegende Teil der Kommentatoren lobt den Landrat für seine Haltung („Super, Herr Landrat!“). Aber es gibt auch nachdenkliche Worte. So schreibt Tobias Schreiner aus Miesbach angesichts der zahlreichen – häufig auch bösartigen – Stellungnahmen, die seit Bekanntwerden der Nachbar-Beschwerde im Netz kursieren: „Solidarität – ja ganz sicher. Und dass die Aktion der Nachbarn vermutlich ein Schmarrn ist und in jedem Fall andere Lösungen klüger gewesen wären, ist auch klar. Trotzdem bin ich sehr erschrocken über die Wortwahl und Massivität, die – teilweise auch hier – in den Kommentaren zum Ausdruck kommt.“ Auch der Anwalt des Beschwerde-Ehepaares, der Tegernseeer Vize-Bürgermeister Heino von Hammerstein, hatte diese „Stimmungsmache“ gegenüber seinen Mandanten bereits angeprangert.

Ein modernes Haberfeldtreiben also? Ein solches dürfe es freilich nicht geben, macht der Landrat auf Nachfrage der Tegernseer Zeitung deutlich. Hinter seinem Post steht er aber nach wie vor uneingeschränkt. Dass der eine oder andere in seinen Kommentaren übers Ziel hinausschieße, sei unschön, räumt Rzehak ein, zeige aber auch, wie emotional das Thema mittlerweile gesehen werde.

Für den Landrat ist die Sache klar: Mit einem Anwalt gegen eine Bäckerei in der Nachbarschaft vorzugehen, „funktioniert so nicht“. „Es geht darum, dass die Toleranz langsam fehlt“, meint Rzehak und verweist auch auf ähnliche Fälle wie den Kuhglocken-Streit. Er könne schon verstehen, dass die Leute angesichts dieser Entwicklung inzwischen recht aufgebracht reagieren.

Dabei gehe es hier nicht um die Frage, ob jemand Einheimischer oder Auswärtiger sei. „Oberlandler wird man nicht durch Geburt oder die Eltern, sondern indem man so lebt, wie es im Oberland der Brauch ist.“

Was die Bäckerei angeht, so will Rzehak in jedem Fall dafür sorgen, „dass die auch im Jahr 2017 eine Chance hat zu überleben“. Als zuständige Ordnungsbehörde werde das Landratsamt selbstverständlich die Beschwerde der Nachbarn überprüfen, sofern diese ans Landratsamt weitergereicht werde. „Wir werden aber alles versuchen, dass die Bäckerei weiter betrieben werden kann“. Bekanntlich hat das Nachbar-Ehepaar der Bäckerei eine Frist bis Dienstag, 5. September, gesetzt. Wenn Evi Tremmel bis dahin nicht reagiert, werde man die Sachlage ans Umweltschutzreferat des Landratsamtes weiterleiten.

gab

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