Sturm fegt über Tegernseer Tal, Holzkirchen und Miesbach - Orkanböen: So schlimm hat‘s den Landkreis getroffen
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Ein aktuelles Bild vom Unfallort.

Sturm fegt über Tegernseer Tal, Holzkirchen und Miesbach

Orkanböen: So schlimm hat‘s den Landkreis getroffen - BOB kracht in Baum

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Umgestürzte Bäume und abgerissene Stromleitungen und eine gesperrte BOB-Strecke: Schwere Sturm- und Orkanböen haben in der Nacht zum Dienstag im Landkreis Miesbach für Schäden gesorgt.

Update, 10.55 Uhr: BOB-Strecke Tegernsee-Gmund gesperrt

Die Polizei Bad Wiessee berichtet: Gegen 05:00 Uhr kollidierte ein Zug der BOB mit einem Baum der auf die Gleisanlage gestürzt war. Der Unfall ereignete sich auf der Bahnstrecke Tegernsee - Gmund. Kurz nach der Ausfahrt aus dem Tegernseer Bahnhof war eine Tanne aufgrund des heftigen Sturms in den Gleisbereich gestürzt. 

Der Triebwagen kollidierte mit dem Baum. Es entstand Sachschaden i. H. v. ca. 50.000 Euro. Weder der Zugführer noch Fahrgäste wurden verletzt. Die Strecke ist derzeit noch bis ca. 12 Uhr gesperrt. Ein Schienenersatzverkehr ist eingerichtet.

Erstmeldung, 10.03 Uhr

Landkreis – Zwei Drittel aller Feuerwehren waren mit mehreren Hundert Aktiven im Einsatz. Ein Viertel aller Einsätze entfiel auf Rottach-Egern. Hier der Lagebericht des Landratsamts Miesbach zum Unwetter: Schwere Sturm- und Orkanböen fegten in der Nacht zum Dienstag über den Landkreis Miesbach. 22 Feuerwehren mit mehreren Hundert Einsatzkräften kümmerten sich um umgestürzte Bäume und abgerissene Stromleitungen.

Wegen des erhöhten Koordinierungsbedarfs wurde zusätzlich zur Leitstelle Rosenheim die Einsatz-Koordinierungsstelle bei der Feuerwehr Holzkirchen eingerichtet. Außerdem trat im Landratsamt Miesbach vorsorglich die Führungsgruppe Katastrophenschutz zusammen. Mittlerweile hat sich die Lage entspannt.

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Im gesamten Leitstellen-Bereich mit dem Landkreis Miesbach sowie Landkreis und Stadt Rosenheim gingen in den frühen Morgenstunden derart viele Notrufe ein, dass die Einsätze nicht mehr normal disponiert werden konnten. Grund waren die starken Sturm- und Orkanböen, die Bäume und Stromleitungen mit sich rissen. Um 6 Uhr morgens alarmierte die Integrierte Leitstelle deshalb die Führungsgruppe Katastrophenschutz am Landratsamt Miesbach.

Zur Unterstützung der Leitstelle Rosenheim wurde die Einsatz-Koordinierungsstelle bei der Feuerwehr Holzkirchen eingerichtet. Alle Einsätze, bei denen keine Menschen in Gefahr waren, wurden hier abgearbeitet. Im Einsatz waren 22 der 37 Landkreis-Feuerwehren: Fischbachau, Elbach, Hundham, Wörnsmühl, Miesbach, Agatharied, Parsberg, Niklasreuth, Irschenberg, Reichersdorf, Schliersee, Bayrischzell, Otterfing, Warngau, Hartpenning, Holzkirchen, Rottach-Egern, Kreuth, Tegernsee, Louisenthal, Schaftlach, Gmund.

Hauptsächlich mussten Straßen von umgestürzten Bäumen freigeschnitten werden. Die Feuerwehr Irschenberg wurde zu umgestürzten Bäumen auf die Autobahn A 8 gerufen. Drei Brandmeldeanlagen (Miesbach, Schliersee, Tegernsee) mussten von den Feuerwehren zurückgestellt werden. Die meisten Einsätze – über 20 – verzeichnete die Feuerwehr Rottach-Egern. Insgesamt rückten die Ehrenamtlichen in der Nacht zu etwa 80 Einsätzen aus.

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Wegen abgerissener Stromleitungen fiel in einigen Teilen des Landkreises der Strom aus. Die Netze sind mittlerweile jedoch überbrückt, sodass es zu keinen größeren Stromausfällen mehr kommen sollte.

Am Morgen hat sich die Lage im Landkreis entspannt, die Sturmböen legten sich. „Es besteht derzeit kein erhöhter Koordinierungsbedarf mehr“, teilt das Landratsamt mit. Die Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes gilt noch bis Dienstagmittag.

mm/kmm

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