Wiederholt im Einsatz: Das Einsatzfahrzeug der Bergwacht Rottach-Egern und der Heli 3 aus Kufstein hatten am Wochenende viel zu tun.
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Wiederholt im Einsatz: Das Einsatzfahrzeug der Bergwacht Rottach-Egern und der Heli 3 aus Kufstein hatten am Wochenende viel zu tun.

Tiefwinterliche Verhältnisse

Vier Heli-Rettungen in zwei Tagen: Bergwacht warnt wegen Schneelage vor Touren auf Halserspitz am Tegernsee

  • Sebastian Grauvogl
    vonSebastian Grauvogl
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Vier Mal binnen zwei Tagen kreiste der Hubschrauber über den steilen Hängen der Halserspitz. Acht Wanderer musste die Bergwacht Rottach-Egern aus dem tiefen Schnee retten.

Rottach-Egern – Man könnte meinen, ein Blick aus der Ferne würde genügen, um die derzeitigen Verhältnisse in den Bergen zu erkennen. Selbst die niedrigeren Gipfel rund um den Tegernsee sind noch tief verschneit, ganz zu schweigen von den größeren Nummern wie etwa die Halserspitz. Dennoch haben die weißen Flanken des 1862 Meter hohen Eckpfeilers der Blauberge einige Wanderer am Wochenende nicht abgeschreckt, die selbst im Sommer als „schwere Wanderung“ gekennzeichnete Tour anzugehen. Die Folgen des Wagemuts bekamen – mal wieder – die ehrenamtlichen Retter der Bergwacht Rottach-Egern zu spüren. In vier Einsätzen bargen sie am Freitag und Samstag insgesamt acht Personen mit dem Hubschrauber aus dem steilem Gelände. Einer der Wanderer war sogar abgestürzt und hatte sich dabei schwer verletzt.

Erster Hubschraubereinsatz am Halserspitz am Freitagabend

Der erste Alarm ging am Freitag gegen 17.30 Uhr ein. Zwei Bergsteiger waren beim Abstieg von der Halserspitz in derart tiefe Restschneemengen geraten, dass sich nicht mehr weiter kamen. Nach Rücksprache mit dem Einsatzleiter entschieden sich die Bergwachtler, den Heli 3 aus Kufstein zur Rettung hinzuzuziehen. Dieser befreite die beiden Wanderer dann unverletzt aus ihrer misslichen Lage.

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Auch am Samstag war der Heli 3 wieder im Einsatz. Schon am frühen Nachmittag gegen 14.30 Uhr holte die Besatzung erneut zwei – ebenfalls unverletzte – durch den Schnee blockierte Wanderer aus den steilen Hängen des Halserspitz. Kurz danach folgte gleich der nächste Notruf. Diesmal war die Lage noch dramatischer. Eine Person war abgestürzt und hatte sich dabei im oberen Körperbereich und an den Gliedmaßen schwer verletzt. Der Hubschrauber flog das Opfer zur Weiterbehandlung ins Krankenhaus. Absturzgefährdet waren dann zwei weitere Bergwanderer, die ebenfalls um Hilfe gerufen hatten. Weil sie in sehr steilem Latschengelände im Schnee stecken geblieben waren, war höchste Eile geboten. Diesmal rückte der Edelweiß-Hubschrauber der Polizei aus, um sie sicher und wohlbehalten ins Tal zu bringen.

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Die Ehrenamtlichen der Bergwacht Rottach-Egern nutzen die jüngsten Einsätze am Halserspitz nochmals für einen eindringlichen Appell an alle Wanderer. „Selbst für erfahrene Bergsteiger mit geeigneter Ausrüstung ist der Weg auf die Halserspitz eine sehr anspruchsvolle und gefährliche Bergtour.“ Bis ins späte Frühjahr würden dort winterliche Verhältnisse herrschen. Seit Februar habe man 13 Personen mit dem Hubschrauber gerettet, davon zwei Verletzte. Auch die Einsätze selbst seien gefährlich, betont die Bergwacht. Weil der Schnee durch die steigenden Temperaturen immer schwerer werde, steige auch die Lawinengefahr. „Wir appellieren daher alle Bergbegeisterten, sich selbst nicht zu überschätzen und erst wieder bei geeigneten Verhältnissen solche Touren zu unternehmen.“

Bergwacht rät von Touren wegen Schneelage ab

Wann der geeignete Zeitpunkt dazu ist, verrät eigentlich auch ein Blick in die einschlägigen Tourenportale im Internet. Erst ab Mitte Juni wird dort der Marsch auf die Halserspitz empfohlen. Und selbst dann gilt: Das Wetter richtet sich nicht immer nach dem Kalender. Im Zweifel hilft also laut Bergwacht eigentlich nur eins: „Vernunft walten zu lassen.“

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sg

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