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Bei der Präsentation: (v.l.) Josef Bogner mit dem alten Bergkäse, der künftig im neuen Keller reifen soll. Die Pläne halten Daniel Merone und Hans Leo in der Hand. Florian Hauder und Christian Wagner zeigen Quirinus-Käse und Bier. 

Präsentation am Voitlhof zum Zotzn

Tegernseer Land: Es reifen Käse und Keller

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Im alten Zotzn wurde die Genossenschaft Naturkäserei Tegernseer Land geboren. Beim neuen Zotzn geht die Geschichte weiter. Dort entsteht gerade ein Reifekeller. Der Kreis schließt sich mit einem alten Produkt, neu aufgelegt – dem Quirinus-Käse.

Josef Bogner und Hans Leo strahlen um die Wette. Vor nun zehn Jahren haben die beiden die Genossenschaft Naturkäserei Tegernseer Land ins Leben gerufen. Jetzt stehen der Zotzn-Wirt und der Geschäftsführer der Käserei auf der Terrasse des Bognerschen Familienbetriebs Voitlhof zum Zotzn in Rottach-Egern, um den Quirinus-Käse zu präsentieren. An den knüpfen sich viele Erinnerungen. „Wir haben ihn beim ersten Probekasen gemacht“, sagt Bogner. Damals, beim alten Gasthof Zotzn. Der Weichkäse kam gut an, trotzdem gab es ihn nur kurze Zeit. Für die junge Käserei, die 2010 ihren Betrieb in Kreuth eröffnete, war die Herstellung des rotgeschmierten Weichkäses zu aufwendig. „Der Quirinus war seither Legende“, sagt Vertriebsleiter Florian Hauder. Jetzt gibt es ihn wieder. Die Naturkäserei, den Kinderschuhen entwachsen, schafft es inzwischen, den begehrten Rotschimmligen neben den Weißschimmel-Produkten zu erzeugen.

Und sie schafft noch viel mehr. Gerade entsteht gleich neben dem Voitlhof der neue Reifekeller der Naturkäserei. 5000 Laibe können dort liegen. Gebraucht wird der Keller für die Herstellung des begehrten Alten Bergkäses. Zwölf Monate lang muss er reifen, bis er seinen Geschmack voll entfaltet. Wegen fehlender Kellerkapazitäten im Kreuther Betrieb war der Alte Bergkäse bisher nur punktuell zu haben. „Nicht mal Weihnachten haben wir ihn anbieten können“, meint Hauder. Um die Lücke im Sortiment zu schließen, investiert die Naturkäserei etwa eine halbe Million Euro in den Reifekeller. Der entsteht in Kooperation mit der Gemeinde Rottach-Egern, der das Grundstück gehört. Früher einmal stand dort der gemeindliche Gasthof Gsotthaber Stuben, der dem im Dezember eröffneten Voitlhof weichen musste. Die Vereinsräume für Schützen und Tennisspieler hat die Gemeinde saniert, die Kegelbahnen im Keller aber abgebaut. An ihre Stelle kommt nun der Reifekeller. „Die Gemeinde ist Verpächterin und Bauherrin“, erklärt der gemeindliche Bautechniker Daniel Merone.

Als solche hat sie eine Bodenplatte gelegt und errichtet die Zufahrt. Den Innenausbau übernimmt die Käserei. Über den Pachtvertrag, so Merone, entscheide der Gemeinderat in seiner Sitzung am Dienstag. Fertig sein dürfte der Keller Ende März, Anfang April. Damit steigt die Lagerkapazität der Naturkäserei um 45 Prozent. Ab Leonhardi soll der Alte Bergkäse dann fester Bestandteil des Naturkäserei-Sortiments sein. „Davon versprechen wir uns schon noch einmal einen Aufschwung“, sagt Leo.

Den Quirinus gibt’s dagegen nur zeitweise, ein Schmankerl zur Fastenzeit. Auch er steht für eine Kooperation, in diesem Fall mit der Herzoglichen Brauhaus Tegernsee. Mit dessen Quirinus-Bier wird der Käse geschmiert, weshalb auch Brauerei-Geschäftsführer Christian Wagner zur Präsentation gekommen ist. Das dunkle Doppelbock-Bier mit 18,5 Prozent Stammwürze wird im Oktober gebraut, ab Mitte November ist es zu haben. „Wir machen nur einen Sud“, sagt Wagner. Meist ist der Doppelbock, einst Fastenelixier der Mönche, schon Ende Februar aus. Den Quirinus-Käse gibt es etwas länger. „Bis Ostern“, erklärt Hauder.

Er wünscht sich noch mehr dieser regionalen Kooperationen. „Da haben wir am Tegernsee ein Riesenpotenzial.“ Die Konzentration aufs Regionale und auf die Produktion nur mit Heumilch war von Anfang an der Weg der Naturkäserei. „Und es war der richtige“, meint Leo. 23 Milchbauern aus dem Tegernseer Tal liefern die Grundlage für den Käse, die Zahl der Genossen beträgt aktuell 1540. Und obwohl 2016 laut Leo ein milchwirtschaftlich schwieriges Jahr war, wird die Bilanz der Käserei wieder positiv ausfallen, wie Leo sagt: „Es läuft gut.“

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