Bergwacht Rottach-Egern Bereitschaftsleiter
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Das neue Führungs-Team ist gefunden: Bereitschaftsleiter Adi Boemmel (M.) hat Markus Schober (l.) und Rupert Gleißl an seiner Seite.

Adi Boemmel übernimmt Bereitschaftsleitung der Bergwacht Rottach-Egern

Neues Führungsteam ist gefunden

  • Gerti Reichl
    vonGerti Reichl
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Seit Dezember hat die Bergwacht Rottach-Egern nach einem neuen Chef gesucht. Jetzt ist er gefunden: Adi Boemmel (54), seit 35 Jahren der Bergwacht eng verbunden, übernimmt den Posten. 

Rottach-Egern – Rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr muss ein Bergwacht-Einsatzleiter bereit sein. Innerhalb von zwei Minuten muss er den Einsatz bei der Rettungsleitstelle melden und den Hilfseinsatz organisieren. Für die Ehrenamtlichen, die berufliche und meist auch familiäre Verpflichtungen haben, sind die eigentlich hauptamtlichen Strukturen ein riesiges Problem. Aufgerieben von der Unvereinbarkeit der Verpflichtungen hatte der bisherige Chef Thomas Doreth nach zwei Jahren an der Spitze das Handtuch geworfen. Rupert Gleißl (42), bislang einer von zwei Stellvertretern, sprang in die Bresche und übernahm den Posten kommissarisch.

Gut ein halbes Jahr später und nach vielen Vorgesprächen im Hintergrund, ist es den Rottachern jetzt bei einer außerplanmäßigen Versammlung gelungen, wieder Ordnung herzustellen. „Die Resonanz der Kameraden und das Versprechen, die Arbeit auf mehrere Schultern zu verteilen, hat mir bei der Entscheidung geholfen, das Amt zu übernehmen“, sagt der einstimmig gewählte neue Chef Adi Boemmel, der beruflich die Geschäftsstelle der Tegernseer Zeitung leitet. Der verheiratete und zweifache Familienvater setzt auf seinen Stellvertreter Markus Schober (56), Zimmerer in Kreuth, und auch Rupert Gleißl, der sich als Dritter im Bunde um Sonderaufgaben und Verwaltungsarbeit kümmern wird.

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Bergwacht Rottach-Egern: Viele Spenden sind nötig

Adi Boemmel hat seinen Kameraden – das sind rund 50 Aktive – deutlich gemacht, worauf er den Fokus richten werde. Ganz oben steht die Herstellung einer guten Kameradschaft. Die Leidenschaft für die Bergwacht, wie auch er sie immer empfinde, solle bei allen brennen. Er will Nachwuchs begeistern, um einer Überalterung der Aktiven vorzubeugen. Ein erster Schritt ist der Schnuppertag am Sonnenbichl diesen Samstag. Wer sich entschlossen hat, Verantwortung als Bergretter zu übernehmen, der wird intensiv gefördert – mit einem zwei- bis dreijährigen Anwärterprogramm, das sämtliche Aspekte von Eignungstest bis Hubschrauber-Ausbildung, Naturschutz und Medizin umfasst. Neun Frauen haben dieses Programm schon durchlaufen und gehören derzeit zum Einsatzteam.

Jeden Freitag um 20 Uhr wird Adi Boemmel den Bereitschaftsabend in der Station am Kalkofen leiten. Da werden Dienstpläne, Einsätze sowie Ausbildungsmaßnahmen besprochen und gemeinsam die Ausrüstung und das Material gecheckt. Die Generalsanierung des „Pinzgauers“, dem unentbehrlichen Allround-Fahrzeug für die rund 250 Einätze jährlich, ist eine Hauptaufgabe für Adi Boemmel. Rund 100 000 Euro wird die Sanierung kosten, nicht nur dafür müssen viele Spenden aufgetrieben werden. Der neue Bereitschaftsleiter weiß, dass er vor einer großen Aufgabe steht: „Der Laden muss laufen“, sagt er – und ist bereit.

Bergwacht Rottach-Egern: Schnuppertag am Sonnenbichl

„Bergwacht mal ausprobieren“ lautet das Motto beim Schnuppertag am Samstag, 20. Juli, von 10 bis 13 Uhr am Sonnenbichl in Bad Wiessee. Neben Vorführungen kann man vieles ausprobieren, Fahrzeuge und Ausrüstung erleben und sich informieren. Fürs leibliche Wohl ist gesorgt.

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gr

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