Ehedrama im Tal

Ehemann (35) fällt über seine Frau hier - die Kinder schauen zu

Ein Mann (35) aus dem Tegernseer Tal packt seine seine Frau an den Haaren und schlägt sie - die Kinder bekommen alles mit. Und dann gab es noch eine böse Überraschung.

Tegernseer Tal – Seine Frau schreit. Daraufhin reißt er ihr regelrecht ganze Haarbüschel aus und schlägt zu. Die Frau prallt mit dem Kopf gegen ein Möbelstück. Stille. Szenen wie diese sind keiner Familie zu wünschen. Im November des vergangenen Jahres trug sich ein solcher Vorfall aber im Tegernseer Tal zu. Wegen des Ehestreits musste sich nun der 35-jährige Familienvater vor Gericht verantworten. Selbst wollte sich der Rumäne nicht äußern. Auch seine Ehefrau, das Opfer, machte keine Angaben. Stattdessen machte sie von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch.

So blieb als einzige Zeugin die Sachbearbeiterin des Verfahrens, eine 46-jährige Polizeihauptmeisterin der Polizeiinspektion Bad Wiessee. Die Ehefrau soll einen Notruf abgesetzt haben. Ihr Mann sei betrunken und habe sie geschlagen. Als die Polizei eintraf und den Mann mitnahm, stellte sie 1,42 Promille im Blut des Angeklagten fest. Die Nacht musste er in der Zelle verbringen. Am nächsten Tag machte er eine Aussage bei der Polizei. „Er hat erzählt, dass es einen Streit zwischen ihm und seiner Frau gab, weil sie nicht auf eine Fortbildung gehen wollte“, erinnerte sich die Polizistin. Dann sei er nach draußen gegangen, um sich abzukühlen.

Als er wieder in die Mietwohnung wollte, versperrte seine Frau die Wohnungstür. Der 35-Jährige trat die Tür ein, seine Frau begann zu schreien, er packte sie an den Haaren, riss ihr mehrere Haarbüschel aus und schlug sie. So fest, dass sie zu Boden ging – und dabei mit dem Kopf gegen einen Schrank prallte und sich eine Schürfwunde zuzog. Vom Nebenzimmer aus mussten die vier und fünf Jahre alten Kinder alles miterleben.

Bei der Polizei gab der Mann an, seine Frau irgendwie bremsen zu müssen. Die häusliche Gewalt schien ihm der einzige Ausweg. Doch auch nach der Aussage der Beamtin zeigte er sich vor Gericht nicht geständig.

Vor ihrem Plädoyer hatte die Staatsanwältin noch eine böse Überraschung für den 35-Jährigen parat. Ihr fiel auf, dass er im Januar dieses Jahres schon einmal wegen Trunkenheit im Verkehr vor Gericht stand. Richter Walter Leitner hatte lediglich die Bedrohung im Gedächtnis, für die der Familienvater im Jahr 2017 eine Geldstrafe erhalten hatte.

Da der aktuell verhandelte Fall vor der Trunkenheitsfahrt geschah, musste diese Tat noch mit ins Urteil einfließen. Die Staatsanwaltschaft forderte acht Monate auf Bewährung plus eine Geldauflage, „da Sie mit hoher krimineller Energie und sehr brutal gegen Ihre Ehefrau vorgegangen sind“.

Lange hatte der 35-Jährige nichts gesagt, doch plötzlich quälte ihn wohl das schlechte Gewissen, und es sprudelte aus ihm heraus: „Ich gebe alles zu.“ Die Aussagen der Polizistin seien korrekt.

Richter Leitner beließ es – auch aufgrund des Geständnisses in letzter Sekunde – bei einer Geldstrafe. Wegen vorsätzlicher Körperverletzung, Trunkenheit im Verkehr und Sachbeschädigung – die eingetretene Tür kostet rund 1000 Euro – muss der Angeklagte 130 Tagessätze à 30 Euro zahlen.

„Sie haben da wirklich sehr arg gewütet“, sagte Leitner zu dem Mann. „Gut für Sie, dass Ihre Frau kein Interesse daran hat, dass Sie noch höher bestraft werden.“ Immerhin wohnt das Ehepaar weiterhin gemeinsam unter einem Dach. „Aber“, warnte der Richter, „gegen eine Frau so aggressiv vorzugehen, und das auch noch im Beisein der Kinder, geht einfach nicht.“

Von Philip Hamm

Rubriklistenbild: © geralt/pixabay

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