Alle Zimmer belegt: Es gab viele Absagen, berichtet Daniela Maier vom Rottacher Hotel Maier zum Kirschner. Aber die Zahl der Anfragen war höher.
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Alle Zimmer belegt: Es gab viele Absagen, berichtet Daniela Maier vom Rottacher Hotel Maier zum Kirschner. Aber die Zahl der Anfragen war höher.

Gastgeber ziehen Bilanz

Tegernseer Tal: Im Corona-Sommer stets ausgebucht - doch der Winter bereitet Sorgen

  • Christina Jachert-Maier
    vonChristina Jachert-Maier
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Nach dem Lockdown kam der Ansturm: Im Corona-Sommer 2020 war das Tegernseer Tal ausgebucht. Die Gastgeber verzeichnen eine sehr besondere, aber dennoch gute Saison. Sorgen macht der Winter.

  • Corona bescherte den Gastgebern am Tegernsee zunächst einen Lockdown
  • Dann kam der Ansturm auf die Gästezimmer
  • Der Blick auf den bevorstehenden Winter bereitet aber Sorge

Tegernseer Tal Bis Ende Mai ging nichts. Lockdown wegen Corona. Der Supergau. „Aber als wir dann wieder öffnen konnten, hatten wir keine Einbußen mehr“, berichtet Daniela Maier vom Rottacher Hotel Maier zum Kirschner. Und das, obwohl viele Gäste wegen der Pandemie lieber absagten. „Wir hatten brutal viele Stornierungen“, erinnert sich die Gastronomin. Trotzdem waren den ganzen Sommer über alle Zimmer belegt. Denn so viele Absagen es auch gab, die Zahl der Anfragen war noch viel höher.

Kompensieren lässt sich das Lockdown-Loch in der Bilanz trotzdem nicht. „Die drei geschlossenen Monate kann man nicht mehr einholen“, weiß Maier. Schließlich ist ihr Hotel an der Seestraße jeden Sommer ausgebucht. Diesmal kam ein verändertes, jüngeres Publikum. „Es waren sehr viele Familien mit Kindern da“, berichtet Maier.

Corona-Auflagen machten den Mitarbeitern schwer zu schaffen

Zu schaffen machten dem Team die Corona-Auflagen. Ihre Branche habe es da schon besonders schwer, findet die Wirtin. „In jedem Supermarkt langen die Leute das Obst an, und bei uns wird so ein Riesenzinnober ums Frühstück gemacht.“

Dabei sind nicht nur die vielen Auflagen das Problem. Auch die Haltung der Gäste zu den Corona-Regeln verlangt dem Service einiges ab. Der muss immer wieder daran erinnern, dass Tische erst desinfiziert werden müssen und der Abstand einzuhalten ist. Ist der gewünschte Tisch nicht verfügbar, reagiert mancher Gast gereizt. „Da ist etwas nicht ganz angekommen“, seufzt Maier.

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Sorgen bereitet ihr deshalb der Winter. Die übliche Lesung zu Weihnachten, bei der immer etwa 60 Gäste kommen, wird so nicht stattfinden können. Sauna und Dampfbad sind nur mit Voranmeldung möglich. „Ich muss jetzt schon Vollgas geben und darüber nachdenken, wie ich die Vorgaben so umsetzen kann, dass die Gäste trotzdem zufrieden sind“, meint Daniela Maier.

Investitionen in Gästehäuser und Hotels müssen vielerorts warten

Auch im Kistlerwirt in Gmund war den ganzen Sommer über volles Haus. „Es haben Leute abgesagt, aber es kamen ja immer neue Buchungen“, berichtet Claudia Sewald, Tochter der Betreiberin Gabriele Reinholdt. Das Lockdown-Loch lasse sich damit aber nicht stopfen. „Das tut uns schon weh“, meint sie. Zwar bedrohe es nicht die Existenz, schließlich verfüge der Betrieb über ein Polster. Doch Investitionen, die sie jetzt eigentlich ins Haus stecken wollte, müssten nun warten, erklärt Sewald.

„Wir hatten einen guten Sommer“, berichtet auch Judith Winkler, die in Kreuth ein Gästehaus betreibt. Sie sei sehr zufrieden mit ihren Gästen, die sich wegen Corona kaum hätten verunsichern lassen. Das Geld, das in der Zeit der Schließung nicht verdient werden konnte, fehle aber.

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Von einer sehr guten Belegung berichtet auch Marianne Berghammer, die in Bad Wiessee das Gästehaus Unterreiterhof führt. Zwar habe es viele Stornierungen gegeben: „Aber was frei wurde, war gleich wieder weg.“ Den Lockdown habe sie mit ihrer Familie genossen. Ostern, da sei das Haus sonst voll. Diesmal hatten die Eltern viel Zeit für ihre Kinder.

Für den Winter schaut die Buchungslage momentan bescheiden aus

Für den Winter sieht die Buchungslage weniger gut aus. „Uns fehlen die Adventsmärkte, das merken wir sehr“, sagt Berghammer. Sie denkt, dass noch Buchungen kurzfristig kommen: „Die Leute warten ab, wie sich die Lage entwickelt. Und ob wir Schnee haben.“

Auf einen anstrengenden, aber erfolgreichen Sommer blickt auch Alexander Sego vom Seehotel Luitpold in Tegernsee zurück. Er hat die Geschäftsführung im Februar an seine Tochter Lorenza übergeben. „Für sie war es ein schwieriger Start“, meint er. Doch nach der Zeit der Schließung „ging’s von 0 auf 100“. Im Bereich Essen und Trinken liege der Umsatz über dem der Vorjahre. Es mache sich bemerkbar, dass keine Wald- und Seefeste stattgefunden haben: „Da sind wir Gastronomen gut dabei.“ Im Winter aber, meint Sego, werde die Branche Federn lassen. Es ist für gewöhnlich die Zeit der Tagungen. Und die sind mit den Corona-Regeln unvereinbar. Wenn er sich die Buchungen für November/Dezember anschaue, schlage ihm das auf den Magen, gesteht Sego: „Die Monate schauen schon sehr mau aus.“

jm

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