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So hell leuchtet das Tegernseer Tal. 

Interview zum Thema Lichtverschmutzung

„Beleuchtung mit Verstand einsetzen“

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Der Arbeitskreis Tegernseer Tal Energie und Klimaschutz (Attek) nimmt sich dem Thema Lichtverschmutzung an. Ein Interview im Vorfeld einer Veranstaltung im Seeforum.

Rottach-Egern – Ist das nicht schön, wenn das Tegernseer Tal nachts hell leuchtet? Oder fühlen sich die Menschen mehr und mehr gestört durch zuviel Licht? Der Arbeitskreis Tegernseer Tal Energie und Klimaschutz (Attek) spricht von „Lichtverschmutzung“ und veranstaltet dazu einen Vortrag mit Ausstellung im Rottacher Seeforum. Im Vorfeld bringt Attek-Sprecher Thomas Mandl Licht ins Dunkel, was dieses Thema betrifft.

Herr Mandl, wie kommt’s, dass sich die Attek nun auch dem Thema Licht widmet?

Vor gut drei Jahrzehnten ist dieses Thema zunächst von Astronomen wegen ihrer zunehmend schwerer realisierbaren Himmelsbeobachtungen aufgenommen worden. Dann schlossen sich die Umweltschützer und Biologen an, die schädliche Effekte übermäßiger und falscher Beleuchtung erkannten. Letztlich ist dies auch ein Thema der Stromversorgung und der Energiewende geworden – und damit auch für uns.

Lesen Sie hier: Dieses Haus spart Energie und bringt auch noch Geld

Das müssen Sie näher erklären.

Es geht darum, dass abends und nachts keinen Solarstrom vorhanden ist zur unnützen Beleuchtung von Städten, Gemeinden und Häusern. Das hat Auswirkungen auf den Energiehaushalt. Der Slogan ’Rettet die Nacht’ ist also auch ein ’Rettet das Klima’ geworden. Wir wollen dieses Thema jetzt vertiefen.

Gäbe es konkrete Ansätze für das Tegernseer Tal?

Wir sollten überlegen, ob es die ganze Festbeleuchtung überhaupt braucht. Ich merke das selber, wie schön das ist, wenn ich die Rosenstraße in Tegernsee hoch laufe, die Lichter weniger werden und die Sterne am Himmel mehr und mehr zum Vorschein kommen. Die Technik hat Fortschritte gemacht. Es gibt LED-Lampen, die Strom sparen und ganz gezielt den Boden beleuchten. Vielleicht könnte man auch über Schaufensterbeleuchtungen nachdenken, die weniger nach außen strahlen.

Was tun zur Weihnachtszeit? Ausblenden?

Das ist ein Zielkonflikt, denn Attraktivität steht im Widerspruch zum Artenschutz und Energiehaushalt. Zum Glück sind Lichter-Orgien wie in New York bei uns in Deutschland nicht so ausgeprägt. Wir wollen die Leute dafür sensibilisieren, dass sie die Beleuchtung und Licht mit Verstand einsetzen. Wir wollen nicht alles radikal verbieten, sondern erreichen, dass die Leute mit Herz und Verstand handeln.

Haben Sie weiter Vorschläge?

Wir können uns vorstellen, dass der erste „Sternenpark“ in den Alpen, den es an der Winkelmoosalm im Chiemgau gibt, auch bei uns Schule macht.

Wo könnte der entstehen?

Das Bergsteigerdorf Kreuth wäre meiner Meinung nach gut geeignet. Da verzichtet man ja auch auf Feuerwerke. Vielleicht könnte man ja auch nur Ortsteile lichtmäßig beruhigen. Konkret haben wir noch nichts entwickelt. Wir hoffen, dass viele Kreuther zum Vortrag ins Seeforum kommen.

Lesen Sie hier: wltweite Studie zur Beleuchtung

Lichtverschmutzung: Vortrag und Ausstellung im Seeforum

Am Montag, 18. November, lädt die Attek um 19.30 Uhr ins Seeforum Rottach-Egern ein. Der Münchner Diplom-Ingenieur Rudi Seibt, ausgezeichnet mit dem Deutschen E-Planer-Preis, spricht über das Licht im Allgemeinen sowie über Straßen- und Dekorationslicht. Er vergleicht die Farbigkeit von Licht und dessen Wirkung, die Qualität von Leuchten, bezogen auf Nutzen und Schaden und thematisiert die Aspekte Sicherheit und Ambiente. Eine Ausstellung, erstellt von der Forschergruppe „Dark Sky“ ergänzt die Präsentation. Fragen sind erwünscht. Der Eintritt ist frei.

Alle Infos aus der Region lesen Sie hier

gr

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