Ostern Laser Wallberg
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Sorgte für Aufsehen: das Laserkreuz am Wallberg.

Interview mit dem Initiator

Monsignore Waldschütz zum Laserkreuz am Wallberg: „Hab’ noch nie so viel Resonanz erfahren“

  • Gerti Reichl
    VonGerti Reichl
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Die Resonanz auf das Laserkreuz am Wallberg war überwältigend, sagt der Initiator, Monsignore Walter Waldschütz. Im  Interview zieht er Bilanz.

Tegernsee – Das blaue Laserkreuz, das von Karfreitag bis Ostersonntag jeden Abend zwischen 20.45 und 22.15 Uhr am Wallberg erstrahlte, zog viele Blicke auf sich. Wer es nicht live sehen konnte, bewunderte es in den sozialen Netzwerken, wo sich Bilder wie ein Lauffeuer verbreiteten. Vom Erfolg ist der Initiator, Monsignore Walter Waldschütz vom katholischen Pfarrverband Tegernsee-Egern-Kreuth, selbst überrascht.

Monsignore Walter Waldschütz.

Herr Pfarrer Waldschütz, der Aufwand hat sich offenbar gelohnt.

Oh ja, vor allem, wenn man vom ideellen Aufwand spricht. Ich habe in meinem ganzen priesterlichen Leben noch nie so viel Resonanz erfahren auf ein Tun wie dafür. Es ist gewaltig, viele Leute rufen immer noch an oder schicken Mails. Das Kreuz ist ja doch ein leuchtenden Zeichen für viele Menschen in einer dunklen Zeit.

Die Aktion wurde ziemlich kurzfristig umgesetzt.

Ursprünglich wollten wir das Gipfelkreuz auf dem Wallberg beleuchten, doch das erwies sich als schwierig bis unmöglich, weil die Gondel nicht fährt und der Weg vereist ist. Das wollten wir zusammen mit dem Trachtenverein Wallberger machen, der das Gipfelkreuz vor über 125 Jahren aufgestellt hat. Dann kam die Idee für das Laserkreuz auf.

...was eine aufwändige Genehmigung nach sich zog.

Wir mussten das im Landratsamt beantragen, und da hieß es zunächst, dass es eigentlich nicht geht. Ich erinnere daran, welche Schwierigkeiten der evangelische Pfarrer Weber hatte, als er zum Kirchenjubiläum einen Laserstrahl von Tegernsee nach Bad Wiessee schicken wollte. In unserem Fall prüfte eine Biologin vorsorglich, ob Insekten oder geschützte Tiere unter dem Licht leiden könnten. Am Gründonnerstag um 16.30 Uhr hatten wir dann das Okay. Projiziert wurde dann per Projektor mit Speziallinse vom Garten des Bürgermeisters Christian Köck aus. Wir führten sogar ein Probeleuchten durch, um den richtigen Standort rechts von der Bahn zu finden. Die Organisation war allein schon ein kleiner Kreuzweg.

Sie haben auch in Windeseile etliche Sponsoren gefunden.

Innerhalb weniger Stunden bekam ich die Zustimmung von unserem Haushalts- und Personalausschuss, dann aber fanden sich sofort auch Spender, sodass die Kosten über 2700 Euro schnell gedeckt waren.

Darf sich das Tegernseer Tal auf eine Wiederholung bei nächster Gelegenheit freuen?

Das weiß ich noch nicht, ich von mir aus will es nicht initiieren. Denn dieses Kreuz zu Ostern war für diese Zeit mit den Einschränkungen als besonderes Zeichen notwendig.

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gr

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