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Macht früh dicht: das Wallberghaus in Rottach-Egern.

Tegernseerin übt Kritik an Kohlers Berggaststätte

Ärger über frühen Feierabend im Wallberghaus

Das Wallberghaus in Rottach-Egern richtet sich mit seinen Öffnungszeiten nach der Bergbahn und schließt daher bereits am Nachmittag, wenn noch Ausflügler unterwegs sind. Das sorgte jetzt für Kritik.

Rottach-Egern – Roswitha Manz kann es nicht verstehen. „Jeder Gast steht auch bei schönstem Ausflugs- oder Wanderwetter im Sommer und Herbst vor verschlossenen Türen, wenn er erst am frühen Nachmittag nach oben zu Fuß oder mit dem Bike unterwegs ist oder von der Bergbahn hinübergeht, um dort die schöne Aussicht zu genießen“, schreibt die Tegernseerin in einem Brief an unsere Zeitung. Mit „dort“ meint sie den Berggasthof Wallberghaus. Er gehört zum Hotel Bachmair Weissach. Dessen Eigentümer Korbinian Kohler hat das Wallberghaus seit Ende 2016 gepachtet.

Manz kommt selbst aus der Gastronomie. Neun Jahre habe sie die Kreuther Weinstube im heutigen Bachmair Weissach geleitet, berichtet sie. Sie sei mit ganzem Herzen Gastronomin, deshalb könne sie nicht verstehen, wenn in einer Ferienregion die Ausflügler am Berg nicht einkehren können, weil die Gaststätte zu früh schließe.

Tatsächlich hat das Wallberghaus im Winter nur bis 15.30 Uhr und im Sommer bis 16.30 Uhr geöffnet. Das habe seine Gründe, sagt Katja Mankel, General Managerin des Hotels Bachmair Weissach. „Wir würden gerne flexibler aufmachen, aber wir müssen uns nach den Betriebszeiten der Bahn richten.“ Dass es für Ausflügler, sowohl für Touristen als auch für Einheimische, schöner wäre, wenn sie am Berggasthof spätnachmittags länger sitzen bleiben könnten, das versteht sie. „Wir würden es auch sehr begrüßen, wenn die Bahn zum Beispiel an zwei Abenden in der Woche länger fahren würde.“

So aber müssten sie auch auf die Mitarbeiter Rücksicht nehmen, die ja wieder ins Tal hinunter müssen, und die letzte Fahrt sei im Winter um 16 Uhr und im Sommer um 17 Uhr. Wenn Hotelbetrieb sei, dann könnten sich Besucher jedoch auch für das Abendmenü anmelden, bietet Mankel an. „Sie müssen dann aber selbst für den Heimweg sorgen.“

Die Kritik von Manz, dass Kohler die Wünsche normaler Gäste und Einheimischer egal seien und er nur „Schickimicki Leute beglücken möchte“, weist Mankel zurück. Das Wallberghaus als Hotel in dieser Höhe sei ein ganz besonderes Angebot in einer Ferienregion. „Das ist für Herrn Kohler kein Projekt, bei dem es nur um einen Riesen-Gewinn geht.“ Die Bewirtschaftung sei mit viel Kleinarbeit verbunden und natürlich seien auch Einheimische dort willkommen.

Manz findet dennoch, dass die Wallbergalm-Gemeinschaft, denen der Berggasthof gehört, als Verpächter zur Auflage hätten machen müssen, dass das ein Berggasthof für die Öffentlichkeit bleiben müsse. „Es gäbe sicher gute, beruflich und menschlich kompetente nette Wirtsleute, die so ein Haus gastfreundlich und kompetent führen würden, wenn die Pacht auch zu bezahlen ist“, schreibt sie.

Tatsächlich gab es 2016, als der Berggasthof zur Pacht ausgeschrieben wurde – die bisherigen Wirtsleute kündigten den Vertrag aus privaten Gründen – viele Bewerber. „Herr Kohler hatte allerdings das beste Konzept“, sagte damals Franz Schabmair, Vize-Vorsitzender der Wallbergalm-Gemeinschaft. Dazu steht er auch heute noch. „Er macht das sehr gut und schön. Wir sind hochzufrieden.“ Dass der Berggasthof während der Revisionszeiten der Bergbahn schließe, wie es momentan der Fall ist, sei verständlich, meint Schabmair. Und er stellt auch klar: „Die Öffnungszeiten sind Sache des Pächters.“

Christine Merk

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