Kindergarten Kuschelecke
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Vorlesen in der Kuschelecke: Im Kindergarten ist Abstand halten schwer möglich (Symbolfoto).

Hoffnung auf Spenden

Kita-Verbund schafft Geräte an: Teure Lüfter für Kindergärten

  • Christina Jachert-Maier
    vonChristina Jachert-Maier
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Die Notbetreuung in den Kindergärten wird immer stärker beansprucht. Um den Hygieneanforderungen besser zu genügen, lässt der katholische Kita-Verbund teure Lüfter installieren.

Tegernseer Tal – Wann die Kindergärten wieder für alle öffnen dürfen: Franz Hafner, Verwaltungsleiter des katholischen Kita-Verbunds im Tegernseer Tal, wagt keine Prognose. Was er hingegen sicher weiß: Die Notbetreuung wird immer stärker genutzt. Der lange Lockdown geht an die Substanz, Homeoffice mit Kleinkindern ist kaum machbar. „Ich verstehe die Eltern komplett“, sagt Hafner. Begründen müssen Eltern ihren Bedarf für eine Notbetreuung nicht – anders als beim ersten Lockdown. „Wir haben auch keine Mitarbeiterinnen in Kurzarbeit geschickt“, berichtet Hafner. Aber in den Kindergärten wird es voller. Um den Hygieneanforderungen zu genügen, schafft der Kita-Verbund jetzt spezielle Lüftungsgeräte an. In zwei Wochen sollen sie laut Hafner geliefert werden.

„Wir haben ziemlich teure Geräte genommen“, berichtet Hafner. Dies auf Betreiben des Elternbeirats, der sich intensiv mit dem Thema befasst habe. Bestellt sind 14 Geräte zum Preis von insgesamt 43 700 Euro.

Franz Hafner ist Verwaltungsleiter des Kindergartenverbunds.

43.700 Euro für Lüftungsgeräte

Der Kindergarten Rottach-Egern erhält sieben Lüfter, Bad Wiessee vier und Tegernsee drei. Die Geräte filtern die Aerosole aus der Luft, über die sich das Coronavirus verbreitet. Die Finanzierung muss der Verbund ohne staatliche Zuschüsse bewältigen. Eine Förderung gebe es nur, wenn in den Räumen kein Fenster geöffnet werden könne, erklärt Hafner. Eine Regelung, über die er nur den Kopf schütteln kann. Zum echten Lüften gehöre ein ordentlicher Durchzug. „Ich persönlich kriege davon Genickstarre.“

Den Kindern und auch dem pädagogischen Team sei ständiges Lüften gerade im Winter nicht zumutbar, findet Hafner. „Es kann doch nicht im Sinn des Erfinders sein, dass die kleinen Kinder im Zimmer Winterkleidung brauchen.“ Darum werden jetzt leistungsfähige Lüfter installiert, die jedoch die üblichen AHA-Regeln nicht ersetzen. Auf Abstand und Hygiene sei weiterhin zu achten, soweit dies im Kindergarten eben umsetzbar sei, so Hafner. „Die Erzieherinnen achten zum Beispiel sehr aufs Händewaschen.“

Für die Finanzierung wird um Spenden gebeten

Manche Anschaffung hat sich im Verlauf der Krise allerdings aus Sicht Hafners schon als wenig zielführend erwiesen. So wurden eigens Desinfektionsspender installiert, die von Eltern beim Hinbringen und Abholen der Kinder genutzt werden sollten. „Inzwischen dürfen die Eltern aber gar nicht mehr in den Kindergarten“, schildert Hafner. Da stelle sich schon die Frage, ob es die Spender gebraucht hätte.

Um die Finanzierung der teuren Lüfter zu stemmen, läuft eine Spendenaktion. Der Elternbeirat habe dies angestoßen, es gebe bereits einige Zusagen, meint Hafner, der auch auf die Unterstützung der Gemeinden hofft. Den verbleibenden Betrag, so Hafner, müsse der Kindergartenverbund irgendwie stemmen.

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