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Beim Besuch in der Traglufthalle: Minister Dieter Lauinger mit Aslbewerber Rashab Ali Sachida (20) aus Afghanistan

Dieter Lauinger (Grüne) in Rottach-Egern 

Thüringer Minister besucht Traglufthalle

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Rottach-Egern - Dieter Lauinger (Grüne), Minister für Migration, Justiz und Verbraucherschutz, informierte sich am Freitag über die Flüchtlingsunterbringung im Landkreis Miesbach.

In Thüringen braucht es keine Traglufthallen, um Flüchtlinge unterzubringen. Dort stehen massig Wohnungen leer. Wie es läuft in einer solchen Halle, interessiert den Thüringer Migrations-Minister Dieter Lauinger (Grüne) trotzdem sehr.  Am Freitag war er zu Besuch. 

In Thüringen läuft vieles anders. Dieter Lauinger, Minister für Migration in Thüringen, erinnert sich an den Tag, als er 150 Geflüchtete unterbringen sollte. Vor dem Gebäude standen 3000 Protestierer, die Sturm liefen, weil sie die Menschen nicht am Ort haben wollten. „Dabei gibt es bei uns auch viele, die helfen wollen“, sagt Lauinger. Aber eben auch „eine größere Zahl“ von Bürgern, die aktiv auf die Straße gehen, um sich gegen die Unterbringung von Flüchtlingen zu wehren. „Vielleicht sind die Bayern liberaler“, lächelt Gabriele Schultes-Jaskolla (FWG). Die Dritte Bürgermeisterin hat die Regie des Helferkreises übernommen, der in enger Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern des Landratsamts dafür sorgt, dass die Menschen in der Halle nicht nur warten, sondern auf eine Perspektive hoffen können. Das Team hat Deutschkurse organisiert, vier- und fünfmal die Woche finden sie im Sportheim und in der Volksschule statt. Wie das ehrenamtlich organisiert wird, erklärt Schultes-Jaskolla dem grünen Minister, der mit seinem Büroleiter zu Besuch gekommen ist. 

Dabei zeigt sich der Gast unverblümt parteipolitisch. Als grüner Minister wolle er gern sehen, wie es unter einem grünen Landrat laufe, meint er gleich zu Beginn. Um den Wunsch Rechnung zu tragen, hat das Landratsamt den Besuch in zwei Flüchtlingsunterkünften organisiert: in der Rottacher Traglufthalle und in der Gmunder Seeturnhalle. Wolfgang Rzehak, der grüne Landrat, kommt allerdings nur in Gmund dazu. In Rottach-Egern überlässt er es seinen Mitarbeitern und den örtlichen Gemeindevertretern, den Gast aus dem Osten durch die Halle zu führen. Als Vertreter von Bürgermeister Christian Köck empfängt sein Stellvertreter Josef Lang (beide CSU) den Besucher. Wie es in einer solchen Halle aussieht, ist für Lauinger nicht ganz so interessant. Thüringen hat kein Unterbringungsproblem. „Landesweit stehen etwa 10 000 Wohnungen leer“, berichtet er. Das Problem sei eher, sie zu sanieren. Als Erstaufnahme-Einrichtungen können verwaiste Krankenhäuser oder Soldatenheime genutzt werden. „Aber ich möchte zum Beispiel sehen, wie die Sprachvermittlung organisiert wird“, meint Lauinger. 

Aktuell leben nun 90 Menschen in der Halle, alles junge Männer zwischen 18 und 26 Jahren. In den nächsten Wochen wird sich die Unterkunft zur Gänze füllen. Dann werden es 120 Männer sein. Den Gedanken, auch Frauen und Kinder dort unterzubringen, habe das Landratsamt wieder verworfen, erklärt dessen Sprecher Birger Nemitz. Aktuell läuft es gut in der Halle. Franz Sailer, der vom Landratsamt engagierte Kümmerer, sorgt mit System dafür, dass die jungen Männer ihre Unterkunft sauber halten. Sie versorgen sich auch selbst, gehen im Ort einkaufen und kochen in Containern. „Die brutzeln wie die Weltmeister“, meint Sailer. 

Das schmeckt, und der Tag vergeht schneller. „Es ist wichtig, dass die Leute etwas zu tun haben“, weiß der Minister. Lauingers Fazit am Ende ist wieder das eines Parteipolitikers. Vom bayerischen Ministerpräsidenten höre man immer, dass alles so schwierig sei, sagt Lauinger: „Da ist Weltuntergangsstimmung.“ Doch hier in Rottach-Egern funktioniere die Flüchtlingsunterbringung gut. „Die schaffen das sehr wohl.“ Lang und Schultes-Jaskolla sind zurückhaltender. Wenn die Halle voll belegt sei, werde es schwieriger, weiß Schultes-Jaskolla. „Da werden wir viel Programm anbieten müssen.

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