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Niedlich anzusehen, für viele Menschen aber offenbar eine Last: Im Rottacher Tierheim wurden im Juli und August allein rund 30 Katzen abgegeben, darunter diese Mutter mit ihrem Nachwuchs.

Im Juli und August wurden allein 30 Katzen abgegeben

Hochbetrieb im Rottacher Tierheim: Während der Ferien war‘s rappelvoll

  • Gabi Werner
    vonGabi Werner
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Vielerorts herrscht Flaute während der Sommerferien. Nicht so im Tierheim Rottach-Egern. Dort war es im Juli und August rappelvoll. Allein rund 30 Katzen wurden abgegeben. 

Rottach-Egern – Ein drastisches Bild hatte der Deutsche Tierschutzbund kürzlich von der Situation in Bayerns Tierheimen gezeichnet: Die Einrichtungen seien am Limit, hieß es. Gerade während der Sommermonate würden viele Tierheime an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen. Auch das Tierheim Rottach-Egern, das einzige seiner Art im Landkreis Miesbach, war in den zurückliegenden beiden Monaten „rappelvoll“, bestätigt Johanna Ecker-Schotte, Vorsitzende des Tierschutzvereins Tegernseer Tal. Allein etwa 30 Katzen seien im Juli und August in dem Domizil in den Weissachauen abgegeben worden.

Wohnungswechsel oder plötzliche Allergie. Mit diesen Begründungen würden Katzen häufig im Tierheim abgeladen. „Ob das immer stimmt, sei dahin gestellt“, sagt Ecker-Schotte, deren Verein das Tierheim betreibt. Hinzu kämen die Fundkatzen, die während der heißen Monate im Tierheim abgegeben wurden. „Ein paar von ihnen waren in einem erbärmlichen Zustand“, schildert die Vorsitzende. Hohe Tierarztkosten seien die Folgen für den Verein.

Mit den 30 Stubentigern waren die Kapazitäten im Katzenhaus erschöpft. Glücklicherweise, so Ecker-Schotte, habe man rund die Hälfte gleich wieder an neue Besitzer abgeben können. „Das hat uns selber überrascht“, meint die Tierschützerin. Denn für gewöhnlich lassen sich die Tiere während der Ferienzeit nur schlecht vermitteln. Dennoch: Die Situation im Sommer sei für das Tierheim-Team um Leiter Markus Glanz eine Herausforderung gewesen.

Zumal auch die sieben Plätze, die für Hunde zur Verfügung stehen, allesamt belegt waren. Darüber hinaus mussten 25 Wild- und Hausvögel, vier Schildkröten und andere Kleintiere versorgt werden.

Um für kommende Aufgaben gerüstet zu sein, möchte der Tierschutzverein weiter nachbessern und aufrüsten. Als größtes Projekt ist der Bau eines neuen zeitgemäßen Hundehauses geplant. „Im Oktober werden wir voraussichtlich die Pläne einreichen“, berichtet Ecker-Schotte. Im Juni soll der Bau beginnen, Ende 2020 könnte er fertig sein.

Nachdem der Freistaat kürzlich ein neues Förderprogramm für Tierschutzvorhaben auf den Weg gebracht hat, ist es durchaus möglich, dass auch das Vorhaben in Rottach-Egern von öffentlichen Geldern profitiert. „Wir wollen das sehr wohl in Anspruch nehmen“, sagt Ecker-Schotte, der das siebenseitige Dokument zu den neuen Förderrichtlinien bereits vorliegt. Derzeit lasse der Verein gerade mit Hilfe eines Fachmanns prüfen, welche Maßnahmen förderfähig seien und was man in welcher Form beantragen könne.

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Die Rede ist in den Richtlinien durchaus von einer Unterstützung bei „Aus- und Umbauten sowie baulichen Modernisierungen von Tierheimen“. Das Programm diene Vorhaben „zur Verbesserung des Tierschutzes und zur Eindämmung der Anzahl herrenloser Heimtiere“, heißt es in der Bekanntmachung des bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz. Das Fördervolumen umfasst für die Haushaltsjahre 2019 und 2020 einen Betrag von 2,2 Millionen Euro.

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