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Armer Tropf: So klein und ganz allein. Lehnt das Rottacher Tierheim etwa solche armen Welpen ab?

Vorsitzende  widerspricht mit aller Deutlichkeit

Tierheim soll Welpen ablehnen - was ist dran an den Gerüchten?

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Rottach-Egern – Es ist pleite, leer und weigert sich Welpen aufzunehmen. Das Rottacher Tierheim samt Trägerverein sieht sich derzeit mit unschönen Gerüchten konfrontiert. Was ist dran?

Johanna Ecker-Schotte (55), seit zweieinhalb Jahren Vorsitzende des Tierschutzvereins Tegernseer Tal, räumt ein, dass das Tierheim in den Weissachauen ein paar schwierige Wochen hinter sich hat. Ein Personal-Engpass zwang das Tierheim – die einzige Einrichtung dieser Art im Landkreis – sogar dazu, mehrere Wochen lang für Besucher zu schließen. Der interne Betrieb sowie die Tiervermittlung seien aber wie gewohnt weitergegangen, betont Ecker-Schotte. Mittlerweile hat das Tierheim auch wieder geöffnet. Leiter Markus Glanz soll Anfang November seinen Posten nach längerer Krankheit wieder antreten.

Dennoch sieht sich der Verein harscher Kritik ausgesetzt

Eine, die mit der Führung des Vereins hadert, ist Karin Hefele. Die Holzkirchnerin hatte beim Rottacher Tierheim angefragt, ob sie mehrere Welpen aus Ungarn dort unterbringen könne. In ihrer Heimat, so ist Hefele überzeugt, wären die jungen Hunde „dem Tode geweiht“. „Die erfrieren dort hundertprozentig“, meint die Holzkirchnerin, die in der Vergangenheit schon mehr als 400 Hunde aus dem Ausland nach Deutschland geholt und sie dort vermittelt hat. Doch das Tierheim am Tegernsee winkte ab. Und das, so empört sich Hefele, obwohl die Zwinger in der Einrichtung derzeit leer stünden. 

„Das hat mit Tierschutz nichts zu tun“, ärgert sich die engagierte Hundefreundin. Überhaupt könne sie nicht verstehen, warum in Rottach-Egern die acht Hundeboxen kaum oder gar nicht belegt seien, während Tierheime andernorts aus allen Nähten platzten.

Vorsitzende: "Im Sommer waren wir rappelvoll"

Johanna Ecker-Schotte räumt zwar ein, „dass wir momentan keine Abgabehunde da haben“. Noch im Sommer sei die Situation aber eine ganz andere gewesen. „Da waren wir rappelvoll“, sagt die Vorsitzende. Neben Hunden in Not finden in dem Rottacher Domizil auch Pensionshunde ein vorübergehendes Zuhause. Letzteres sei eine wichtige Einnahmequelle für den Verein, macht die Vorsitzende deutlich.

Warum aber nicht die Welpen aus Ungarn? „Wenn ein Notfall ansteht, helfen wir selbstverständlich“, betont die Rottacherin. Allerdings sei die Einrichtung grundsätzlich nicht dazu verpflichtet, Welpen aus dem Ausland aufzunehmen. Entsprechende Anfragen kämen jede Woche zuhauf auf sie zu, macht Ecker-Schotte deutlich. „Wir stehen auch dem Landkreis gegenüber in der Pflicht“, fügt sie hinzu. Und von einigen Bürgermeistern werde es durchaus kritisch gesehen, wenn der Verein junge Hunde aus dem Ausland in die Einrichtung hole. „Ein Tierheim steht da schnell in der Schusslinie“, weiß die Vorsitzende. Sei es von der einen oder der anderen Seite.

Gerüchte sollen aus Netzwerk von "fünf bis sechs Frauen" stammen

Der Behauptung, das Tierheim sei in Geldnöten, erteilt Ecker-Schotte unterdessen eine klare Absage. „Der Verein steht auf gesunden Füßen“, betont sie. Auch innerhalb der Vereinsführung gebe es keine Unstimmigkeiten. Die Vorsitzende glaubt recht genau zu wissen, aus welchen Kreisen die Gerüchte stammen. Sie schreibt sie einem „Netzwerk aus fünf bis sechs Frauen“ zu. „Da wirst du fast schon genötigt, wenn du mal sagst, dass du ein Tier nicht aufnehmen kannst.“

gab

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