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Alle Hände voll zu tun mit der Katzenschwemme haben (v.l.) Kristin Kampe, Markus Glanz und Johanna Ecker-Schotte. 

Einrichtung in Weissach hat alle Hände voll zu tun - und steht unter Beschuss

Katzenflut im Tierheim - Und neue schwere Vorwürfe

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Rottach-Egern - Das Tierheim Weissach muss heuer mit einer regelrechten Katzenflut klarkommen. Das ist nur eines der Probleme: Das Heim nach wie vor mit krassen Anfeindungen zu kämpfen.

Das Tierheim an der Weissach hat heuer mit einer Katzenflut zu kämpfen: Bis vor kurzem waren noch 33 Kater und Katzen vorübergehend im Katzenhaus untergebracht. Inzwischen sind noch 18 Tiere da, alle anderen konnten vermittelt werden. „Normalerweise haben wir immer im Frühjahr eine solche Katzenflut, aber diesmal ist es im Herbst der Fall“, sagt Johanna Ecker-Schotte, Vorsitzende des Tierschutzvereins Tegernseer Tal, Betreiber des einzigen Tierheims im Landkreis Miesbach.

Das Katzenhaus war rappelvoll und bescherte vor allem Tierheimleiter Markus Glanz (50), der sich seit 15 Jahren gerne um Katzen kümmert, viel Arbeit. „Jede Katze, die als Fundkatze abgegeben wird, muss geimpft und kastriert werden, falls dies noch nicht der Fall ist“, erklärt die Vorsitzende. Natürlich wird für jedes kleine Samtpfötchen ein neuer Besitzer gesucht, „aber wir müssen bei jedem Tier vier Wochen warten, ob sich der Besitzer meldet“, erklärt Ecker-Schotte.

Tierpfleger gesucht

Die Mitarbeiter haben also alle Hände voll zu tun. Um personelle Engpässe künftig zu vermeiden, haben Vorstand und Beirat beschlossen, eine zusätzliche Stelle zu schaffen. Damit soll Tierheimleiter Glanz entlastet werden, der im Sommer wegen einer Erkrankung ausfiel, was zur mehrwöchigen Schließung für Besucher führte. Inzwischen ist Glanz wieder auf den Beinen, gesucht wird dennoch ein Tierpfleger, der in Vollzeit mitarbeitet.

Herbe Kritik von Tierschützerin Anna Thomalla aus Feldkirchen-Westerham

Zu kämpfen, so Ecker-Schotte, habe das Tierheim auch immer wieder mit übler Nachrede oder harscher Kritik. Vor Kurzem erst lautete der Vorwurf: Das Tierheim würde Welpen abweisen. So wie jüngst von der ehrenamtlichen Tierschützerin Anna Thomalla aus Feldkirchen-Westerham, die mit finanzieller Unterstützung der Weissacher regelmäßig Kastrations-Aktionen durchführte. 

Wegen der unterschiedlichen Auffassung über die Aufenthaltsdauer zweier Katzen war es zuletzt aber zu einer Auseinandersetzung gekommen, die darin gipfelte, dass Thomalla dem Tierheim Weissach „Tierquälerei“ unterstellte. Das Tierheim kündigte inzwischen die Zusammenarbeit mit Thomalla schriftlich auf. Die Gründe dafür sind der Tierschützerin bis heute unerklärlich. „Der Beirat steht hinter der Entscheidung“, betont Ecker-Schotte und bedauert, dass es zunehmend schwierig sei, allem und jedem gerecht zu werden, „und das stimmt mich nachdenklich.“

„Keine Tiere verschenken“

Tiere und Weihnachten – auch das ist für Ecker-Schotte ein wichtiges Thema: „Wir warnen dringend davor, Tiere zu verschenken.“ Besser sei es, mit jedem Tierliebhaber vor Ort im Tierheim die richtige Wahl zu treffen. Das gilt vor allem auch für Hunde: 60 Hunde seien bis Oktober im Tierheim an der Weissach „ein- und ausgegangen“. Was Hunde betrifft, die aus dem Ausland geholt und in Deutschland vermittelt werden, so reagiert Ecker-Schotte nach wie vor zögerlich – auch wenn sie sich erst vor kurzem von einer Holzkirchnerin dafür harsche Kritik eingehandelt hatte. „Wenn wir Platz und Zeit haben, dann gibt es dafür sicherlich Möglichkeiten“, sagt die Vorsitzende, „aber in erster Linie sind wir für unsere Hunde aus dem Landkreis da.“ Auch andere Tiere hätten das Recht auf Betreuung: Raben, die in einer Volière aufgezogen werden, Hasen, die einen Platz zum Überwintern suchen; angefahrene Füchse; Schildkröten, die auch am Tegernsee gefunden werden; Reptilien, die an die Auffangstation in München weitergereicht werden.

Natürlich freue sich das Tierheim über jede Spende, so die Vorsitzende. Sie betont aber ausdrücklich, dass das Tierheim nicht in Geldnöten und schon gar nicht pleite sei, wie dies immer wieder unterstellt würde. Das Tierheim finanziere sich über Beiträge der etwa 500 Mitglieder, über die Tierheimförderung, die Otto-Kerner-Stiftung und auch von den Spenden fast aller Gemeinden im Landkreis. Das Tierheim selbst sorgt mit Aktionen dafür, dass Geld in die Kasse kommt. So erbrachte etwa ein Zamperlrennen 800 Euro Erlös.

Adventsmarkt

Am Sonntag, 4. Dezember, findet von 14 bis 17 Uhr wieder ein romantischer Advent statt. Dabei gibt’s Glühwein und Kinderpunsch, Dinkelkräuterbrötchen und selbstgebackene Waffeln. Bei einem Mini-Verkaufsmarkt sind Geschenke zu haben. Um 15.30 Uhr stattet der Nikolaus dem Tierheim einen Besuch ab. „Das wird ein romantisches Fest bei Kerzenlicht“, verspricht Johanna Ecker-Schotte und lädt alle Tierfreunde herzlich dazu ein. 

gr

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