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Laut Aussage des Deutschen Tierschutzbüros verkauft die Firma Bogner auch Felle von solchen Marderhunden.

Label verwendet angeblich Pelze von gequälten Tieren

Tierschützer rufen zu Boykott von Bogner-Store auf

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Rottach-Egern -  Weil die Firma Bogner angeblich noch immer Echtpelz „von gequälten Pelztieren“ verwendet, rufen Tierschützer zum Boykott aller Bogner-Filialen auf - auch in Rottach-Egern.

Übers Internet wendete sich der Verein Deutsches Tierschutzbüro am Freitag an die Öffentlichkeit: Der Verein ruft zum Boykott aller Bogner-Filialen in Deutschland auf. Namentlich genannt wird in dem Aufruf auch der Bogner-Store in der Nördlichen Hauptstraße in Rottach-Egern. Inhaberin Hannelore Santen, die das Geschäft seit rund 20 Jahren führt, weiß von der Kampagne „Bogner tötet“ und sagt: „Die Tierschützer haben sich hier das absolut falsche Ziel ausgesucht.“

Der Vorwurf des Tierschutzbüros klingt drastisch: Der bekannte Modemacher Bogner beziehe seine Pelze aus Ländern im asiatischen und skandinavischen Raum, von denen bekannt sei, dass die Tiere bei der Aufzucht und Tötung große Qualen erleiden müssten. Zudem verwende Bogner Pelz mit der Bezeichnung „Raccoon“ – dabei handle es sich um den zur Familie der Hunde gehörigen Marderhund, so die Tierschützer. Diese Hunde vegetierten auf riesigen Farmen vor sich hin, ehe ihnen das Fell abgezogen werde.

Unterdessen sieht Hannelore Santen das Label Bogner zu Unrecht an den Pranger gestellt, wie sie auf Nachfrage der Tegernseer Zeitung sagt. Allein die Verbrämung der Kapuzen mit Pelz koste den Kunden bei Bogner mehr als 300 Euro. Schon deshalb ist Santen überzeugt: Die Pelze Bogners stammen nicht aus „Massen- und Billigproduktion“. „Die Tierschützer sollten lieber gegen die Billigketten demonstrieren“, findet die Geschäfts-Inhaberin.

Aber warum nicht gleich auf Echtpelz verzichten? Für Santen ist das keine Option. „Das ist das älteste Kleidungsstück der Welt“, meint sie. Dann müsse man auch die Produktion von Leder hinterfragen. Mit Tierschützern oder Kunden, die aus Gewissensgründen lieber auf Echtpelz verzichten, bekommt es Santen nach eigener Aussage in ihrem Laden nur sehr selten zu tun.

Übrigens: Eigentlich hatten die Tierschützer geplant, direkt vor den rund 15 Bogner-Filialen in Deutschland Demos zu organisieren. „Das wurde uns aber vom Gericht per einstweiliger Verfügung verboten“, sagt Vorsitzender Jan Pfeifer. 

gab

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