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Kommt die Rottacher Traglufthalle bald wieder weg? 

Köck: "Die Gäste nehmen das nicht nur wohlwollend zur Kenntnis.“

Traglufthalle: Bürgermeister sorgt sich um Urlaubsgäste

Rottach-Egern - Bürgermeister Christian Köck (CSU) hätte nichts gegen ein baldiges Aus für die Rottacher Notunterkunft. Für einen Fremdenverkehrsort sei das sowieso ein "schwieriges Thema".

Können die Traglufthallen in Rottach-Egern und Holzkirchen Anfang kommenden Jahres abgebaut werden? Das Landratsamt rechnet damit. Die Regierung von Oberbayern hat das feste Ziel. Der Rottacher Bürgermeister ist da skeptisch. „Das ist momentan verführerisch, weil eine Entspannung eingetreten ist“, meint er auf Anfrage unserer Zeitung. „Aber wir wissen nicht, wie sich die Situation entwickelt – ob der Zustrom über den Sommer wieder zunimmt, ob sich Erdogan an Abmachungen hält, welche neuen Routen sich Schleuser suchen.“ Die Gemeinde und der Helferkreis werden deshalb bis auf Weiteres nichts an der Strategie ändern. „Wir machen weiter wie bisher, bis wir Schwarz auf Weiß haben, dass die Traglufthalle geschlossen wird.“

Unliebsam wäre Köck das nicht, das gibt er offen zu. „Für einen Fremdenverkehrsort in der Hauptsaison ist das ein schwieriges Thema“, sagt Köck, „die Gäste nehmen das nicht nur wohlwollend zur Kenntnis.“ Die suchten im Urlaub die heile Welt, die es nicht gibt. Sogar böse Briefe seien bei der Gemeinde wegen der Traglufthalle eingegangen, „natürlich anonym“. Und: „Wir sind sehr froh, dass bis auf die Vorgänge, die die Behörden schnell geregelt haben, nichts Schlimmeres passiert ist“, sagt er mit Blick auf die Massenschlägerei wegen religiöser Streitigkeiten Anfang Juni, nach der eine Gruppe Moslems um einen Imam getrennt voneinander umquartiert wurde.

Der aktuelle Mietvertrag für die Traglufthalle am Birkenmoos läuft noch bis Februar 2017. Derzeit sind in der Halle, die 120 Plätze bietet, 95 Asylbewerber untergebracht; sogenannte Fehlbeleger, die bereits behördlich anerkannt sind, seien derzeit nicht darunter. „Das ist eine Notunterkunft, das muss man ganz klar sagen.“ Sie sei nicht geeignet, um Flüchtlinge dauerhaft unterzubringen. Wenn sie tatsächlich geschlossen würde, müsse man diskutieren, wie die Bewohner auf die Kommunen verteilt werden – und ob dann kleinere Unterkunfts-Einheiten wie Wohncontainer für etwa 50 Personen nötig seien. Bürgermeister und Behörden stünden ohnehin in engem Kontakt, aber für Planungen größerer Wohnanlagen auf der grünen Wiese sei das hochpreisige Tegernseer Tal „trefflich ungeeignet“. Auch mit Wohnungen tue man sich schwer. Beispiel Rottach-Egern: „Wir haben 134 Gemeindewohnungen, und bis auf eine, die für Obdachlose reserviert ist, sind alle fest vermietet“, sagt Köck.

Katrin Hager

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