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Seit Montag wird die Traglufthalle in Rottach-Egern bewohnt.

Die ersten sind eingezogen

Traglufthalle: Flüchtlinge bekommen eigenen Gewürzstand

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Rottach-Egern - Am Montag haben die ersten Asylbewerber die Traglufthalle in Rottach-Egern bezogen. Der Helferkreis organisiert unterdessen fleißig das Leben der Neuankömmlinge.

Der Empfang war herzlich: In der Rottacher Traglufthalle wartete der Helferkreis am Montag schon auf die ersten Bewohner der neuen Flüchtlingsunterkunft. In Kleinbussen ließ das Landratsamt ab dem Vormittag insgesamt 50 Asylbewerber grüppchenweise aus der Tegernseer Turnhalle ins neue Domizil bringen. „Das ist wirklich gut gelaufen“, sagt dritte Bürgermeisterin Gabriele Schultes-Jaskolle (FWG), die im Helferkreis die Regie übernommen hat. 

Alle 50 Männer – 32 davon Afghanen – seien nach ihrem Eindruck „sehr angenehm“. Und auch wenn das Flüchtlingsheim in Rottach Skepsis und Ängste auslöst: Es gab keinen Protest, sondern ein schönes Willkommen. Lidl spendierte Begrüßungspakete mit Lebensmitteln. Am Abend wird Martin Frühauf, Wirt des Restaurants Postillion und früher einmal Koch von Bundeskanzler Helmut Kohl, für eine warme Suppe sorgen. Der Helferkreis hatte den Gastronom als Sponsor gewonnen. 

Ab Dienstag kochen die Geflüchteten selbst in den Küchencontainern bei der Halle. Das war am Montag noch nicht möglich. Damit sie die Gewürze verwenden können, die für ihre Heimat typisch sind, richtet der Helferkreis einen Verkaufsstand bei der Halle ein. In einer Holzhütte, die ansonsten beim Rottacher Advent Verwendung findet, verkaufen die Ehrenamtlichen Gewürze aus den Herkunftsländern der Hallenbewohner. „Eine schöne Sache“, sagt Bürgermeister Christian Köck (CSU). Und eine sinnvolle: Um ihren Mahlzeiten die gewohnte Würze zu verleihen, sind in der Vergangenheit etliche Asylbewerber mit dem Zug nach München gefahren. Bisweilen ohne Fahrschein, was für Ärger sorgte. 

Geld für den Lebensmittel-Einkauf am Gewürzstand und natürlich in den Rottacher Geschäften können sich die Asylbewerber am Dienstag im Rathaus abholen. Pro Kopf und Monat gibt es 141,85 Euro für die Verpflegung, dazu 143 Euro Taschengeld. Die Auszahlung erfolgt grüppchenweise. „Wir haben extra noch eine Mitarbeiterin für unsere Kasse engagiert“, berichtet Köck. 

Um für eine entspannte Situation in der Halle zu sorgen, haben Köck und sein Team gemeinsam mit dem Landratsamt viel Vorarbeit geleistet. Das Helferteam steht, ebenso die Organisationsstruktur. „Wir wollen das jetzt gut hinkriegen“, sagt Köck. Um die Skepsis in der Rottacher Bevölkerung zu überwinden, hatte Köck frühzeitig die Idee, einen Tag der offenen Tür anzubieten. Der hat, wie berichtet, am Samstag stattgefunden. Mit dem Erfolg ist der Bürgermeister mehr als zufrieden. Hunderte von Menschen kamen, vor den Eingängen bildeten sich lange Schlangen. „Die Resonanz hat unsere Erwartungen weit übertroffen“, meint Köck. 

Fotos: Die neue Traglufthalle in Rottach-Egern

Bilder der Traglufthalle: So leben die Flüchtlinge

Es war ein guter Start. Aber für Gemeinde bedeutet der Betrieb des Flüchtlingsheims eine erhebliche Belastung – auch wenn das Landratsamt dort verantwortlich zeichnet. So ist zum Beispiel die Kleiderkammer im Untergeschoss des Rottacher Rathauses untergebracht. Sie ist dank der Spendenfreude der Rottacher Bürger mittlerweile prall gefüllt. „Die Lagerkapazitäten sind aktuell komplett ausgeschöpft“, berichtet FWG-Gemeinderätin Johanna Ecker-Schotte, die sich als Helferin engagiert. 

Die Halle soll sich nun langsam füllen. Sie soll auch gemischt belegt werden, also mit Männern, Frauen und Kindern. Wann nach den ersten 50 die nächsten Bewohner einziehen, konnte Landratsamt-Sprecher Birger Nemitz am Montag noch nicht sagen. Als nächstes sollen Asylbewerber, die in gemieteten Unterkünften untergebracht sind, in die Halle umziehen. Dies alles Schritt für Schritt – und unter Aufsicht des vom Landratsamt angestellten Kümmerers Franz Sailer, der vor Ort ist.

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