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Martin und Tanja Frühauf haben bis vor einem Jahr das Restaurant Frühauf im Postillion geführt.

Martin Frühauf berichtet

Trauerfeier für Kohl: „Es war sehr bewegend“

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Der Rottacher Gastro-Unternehmer Martin Frühauf (55) war von 1983 bis ’87 Leibkoch des damaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl. Am Samstag nahm er bei der Trauerfeier im Dom zu Speyer Abschied. Wir haben mit ihm gesprochen.

Herr Frühauf, wie war Ihr Verhältnis zu Helmut Kohl?

Zwei Jahre lang war ich einfach nur ein Angestellter. Danach wurde unser Verhältnis immer intensiver. Ich durfte Kohl zu Staatsbesuchen begleiten, bin mit ihm in die Türkei, nach Jugoslawien, Indien, Thailand und Japan gereist. Kohl war mit seiner Statur und als Mensch beeindruckend. Dem inneren Kreis des Kanzlerbungalows anzugehören und Kohls Vertrauen zu genießen, war etwas ganz Besonderes. Ich habe für den amerikanischen Präsidenten Bill Clinton gekocht und viele andere Größen.

-Trotzdem sind Sie nach vier Jahren gegangen.

Es war ein Abschied in aller Freundschaft. Der Posten im Kanzlerbungalow war eigentlich ein Traumjob, den man nicht aufgibt. Aber ich wollte unbedingt selbstständig sein und etwas aufbauen, was ja auch gelungen ist. Mit Kohl hatte ich all die Jahre immer Kontakt. Das waren keine zufälligen Treffen, er hat oft Umwege gemacht, damit wir uns sehen können. Und er war öfter im Postillion zu Gast, als ich dort noch Wirt war.

-Wann haben Sie Kohl zum letzten Mal gesehen?

Das war vor zweieinhalb Jahren. Kohl hatte sich damals mit Horst Teltschik bei mir im Postillion getroffen. Gesundheitlich war er zu dieser Zeit schon sehr angeschlagen. Sprechen konnte er nur mit Mühe. Aber sein Blick war wach und voller Interesse.

-Haben Sie erwartet, eine Einladung zur Trauerfeier zu bekommen?

Im Innersten habe ich schon damit gerechnet. Aber ich habe mich sehr gefreut, als die Einladung von Frau Kohl-Richter kam. Meine Frau und ich hatten ihr zuvor bereits schriftlich unser tiefstes Bedauern und Beileid ausgedrückt.

-Wie haben Sie die Feier erlebt?

Sie war sehr ergreifend. Ich habe viele ehemalige Mitarbeiter des Kanzlerbungalows getroffen, da wurden schöne Erinnerungen wach. Auch ein paar Tegernseer waren da, Herzog Max und seine Frau saßen sechs Reihen vor mir. Und heute, wo ich mir die Bilder im Fernsehen anschaue, ist es eigentlich noch bewegender. Während der Feier selbst war ich in einer solchen Ausnahmesituation, dass ich das Ganze jetzt erst richtig realisiere.

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