In Rottach-Egern findet im Dezember des Corona-Winters 2020 das Advent Wandern statt.
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In Rottach-Egern sind die Kunden auch an diesem Samstag (12. Dezember) zum Advent Wandern eingeladen.

Kunsthandwerker präsentieren sich wieder

Advent Wandern in Rottach-Egern: „Geben bewusst nicht Vollgas“

  • Gabi Werner
    vonGabi Werner
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Trotz verschärfter Corona-Maßnahmen soll das Advent Wandern in Rottach-Egern am Samstag (12. Dezember) wieder stattfinden. Mitinitiator Josef Bogner hofft auch diesmal auf einen „eher ruhigen“ Ablauf.

Rottach-Egern – Die verschärften Corona-Maßnahmen, die diese Woche in Kraft traten, haben auch dem letzten Glühwein-Stand am Tegernsee den Garaus gemacht. Schweren Herzens mussten etwa die Betreiber der beiden Gastro-Hütten an der Wiesseer Seepromenade nach nur einer Woche das Feld wieder räumen. Die Infektionszahlen lassen Alkoholausschank und Geselligkeit schlichtweg nicht zu. Das Advent Wandern in Rottach-Egern dagegen soll an diesem Samstag (12. Dezember) wie geplant in die zweite Runde gehen.

Initiatoren wollen nicht Besucher „aus ganz München und dem Landkreis“ anziehen

Es ist eine Gratwanderung. Das ist Josef Bogner vom Verkehrsverein Rottach-Egern durchaus bewusst. „Es soll lediglich ein Ersatzangebot sein, wir wollen damit keine Massen aus dem Landkreis und ganz München anziehen“, sagt der Vorsitzende über das Advent Wandern, bei dem sich überwiegend die Kunsthandwerker des Ortes in ihren Geschäften und Werkstätten präsentieren. Außerdem gibt es von den ortsansässigen Lokalen „To-Go-Angebote“. Das vergangenen Wochenende hat nach Ansicht Bogners gezeigt: Das Wandern von Laden zu Laden laufe „eher ruhig“ und beschaulich ab, die Angebote seien über den gesamten Ort verteilt, die Besucherströme somit entzerrt.

Tatsächlich waren bei der Premiere am vergangenen Samstag nur vereinzelt Besucher oder mal ein Grüppchen in Rottach-Egern zu beobachten. Eine Zurückhaltung, die Bogner in diesen speziellen Zeiten entgegenkommt. „Wir wollen ja bewusst nicht Vollgas geben“, betont der Gastwirt. Deshalb habe man auch den zum Advent Wandern eigens gestalteten Ortsplan mit allen Teilnehmern erst zwei Tage vorher in Umlauf gebracht. „Wir wollen die Werbung nicht forcieren – so schade es ist.“

Gemeinde stellte ihre Weihnachtshütten nicht zur Verfügung

Denn Bogner und dem Verkehrsverein geht es darum, so kurz vor Weihnachten den Kunsthandwerkern eine Plattform zu bieten. Eine Idee, die auch Bürgermeister Christian Köck (CSU) grundsätzlich begrüßenswert findet. Die gemeindlichen Weihnachtsbuden hat das Rathaus heuer allerdings für diese und auch andere adventliche Initiativen nicht zur Verfügung gestellt.

„Das wäre zum jetzigen Zeitpunkt kontraproduktiv“, sagt der Bürgermeister. Schließlich gelte es, in Zeiten hoher Infektionszahlen Menschenansammlungen – wo nur möglich – zu vermeiden. „Und als Gemeinde haben wir eine Vorbildfunktion“, sagt Köck, der selbst schon an Covid-19 erkrankt war. In der jetzigen Form ist das Advent Wandern aber auch in den Augen des Bürgermeisters unproblematisch. „Es ist gut, dass unsere Kunsthandwerker auf diese Weise nicht ganz in Vergessenheit geraten.“

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