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Wegen Ukraine-Krieg: Drohen Lieferengpässe im Supermarkt? „Langfristig wird es Probleme geben“

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Von: Gerti Reichl

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Der Ukraine-Krieg verunsichert in Deutschland auch die Verbraucher. Müssen Kunden im Supermarkt mit leeren Regalen rechnen? Und lohnen sich Hamsterkäufe? Ein Edeka-Marktleiter klärt auf.

Rottach-Egern - Gehören Sie auch zu den Menschen, die dieser Tage beim Einkaufen etwas mehr Nahrungsmittel in ihren Wagen legen? Erst die immer noch andauernde Corona-Pandemie und jetzt der Krieg in der Ukraine – bei dem ein oder anderen löst das Angst und Unsicherheit aus, was die eigene Versorgung mit Lebensmitteln und Waren des täglichen Lebens betrifft.

Im Interview spricht Leonhard Niedermaier (27), Leiter des Rottacher Edeka-Marktes an der Leo-Slezak-Straße, über die aktuelle Situation und eventuelle Lieferengpässe.

Wegen Ukraine-Krise: Bald Lieferengpässe in deutschen Supermärkten?

Herr Niedermaier, täuscht der Eindruck, oder hamstern die Leute schon wieder?

Na ja, minimal vielleicht, aber nicht spürbar.

Was wird denn verstärkt gekauft? Gibt’s da eine Tendenz?

Eine etwas stärkere Nachfrage können wir im Nudelbereich feststellen.

Es heißt ja, dass gerade bei den Nudeln die Preise anziehen werden, weil viel Getreide aus der Ukraine kommt.

In einigen Bereichen haben wir schon von Preiserhöhungen gehört. Es spricht sich auch gerade herum, dass Senf knapp werden könnte, sowohl süßer als auch scharfer, weil einige Hersteller ihre Senfsaaten aus der Ukraine beziehen. Bis jetzt sind die Preise hier aber nicht gestiegen.

Lieferengpässe wegen Ukraine-Konflikt: „Senf könnte knapp werden“

Haben Sie bereits Probleme mit Lieferanten?

Ein paar Sachen gibt es schon, die man nicht auf die Schnelle bekommt, aber von einem generellen Problem würde ich nicht sprechen.

Ukraine-Krieg: Edeka-Marktleiter im Interview - „Dass Rohstoffe fehlen, kommt schon vor“

Worin liegen die Probleme denn begründet?

Wenn, dann geht es um einzelne Lkw-Lieferungen. Bei manchen Firmen gibt es Probleme mit Containern aus Asien.

Könnte es vorkommen, dass die Kunden auf leere Regale stoßen?

Sicherlich nicht, denn Lücken können wir bisher wieder auffüllen. Dass Rohstoffe fehlen, kommt aber schon vor. Bei bestimmten Tees gibt es das. So fehlt zum Beispiel bei Beruhigungs- und Nerventees eine bestimmte Zutat. Der Tee konnte nicht hergestellt und geliefert werden.

Wir müssen über das Thema Toilettenpapier sprechen. Wie ist da die Situation?

Als die Corona-Inzidenzen zuletzt wieder gestiegen sind, haben wir uns schon gedacht: Oha, jetzt decken sich die Leute wieder verstärkt mit Toilettenpapier und auch Küchenrollen ein, wie das zu Beginn der Coronazeit der Fall war. Beim Toilettenpapier muss man aber wissen, dass die größten Zellstoff-Fabriken in Finnland und Schweden über mehrere Wochen Probleme wegen Corona hatten. Das hat sich dann so ausgewirkt, dass eben einzelne Sorten über mehrere Wochen nicht lieferbar waren.

Ukraine-Krieg: Folgen in Supermärkten - „Langfristig wird es Probleme geben“

Gibt’s wieder Beschränkungen für Haushalte?

Nein, das war nur am Anfang der Corona-Zeit der Fall.

Mal grundsätzlich: Rechnen Sie langfristig mit Problemen bei Lieferungen?

Kurzfristig nicht, langfristig wird es wohl schon Probleme in einzelnen Bereichen geben, siehe Senf.

Ukraine-Konflikt: Supermarkt-Leiter rät von Hamstern ab

Ein gewisser Vorrat an Lebensmitteln schadet nicht. Was sollte man zuhause haben?

Grundnahrungsmittel wie Nudeln oder Reis und allgemein Waren, die über mehrere Monate halten. Auch eine Soße zu den Nudeln schadet nicht, um nicht täglich einkaufen gehen zu müssen. Das Anhäufen von Lebensmitteln würde ich persönlich nicht machen. Was ich bei uns im Markt gerade sehe, ist, dass viele Leute für andere Personen einkaufen. Es fällt auch auf, dass sich mehrere ältere Menschen zum gemeinsamen Einkaufen treffen.

Hatten oder haben Sie Personalprobleme wegen Corona?

Einzelne Ausfälle gab es schon, aber wir sind mit unseren 26 Mitarbeitern, inklusive Aushilfen, gut zurecht gekommen. Wir arbeiten nur teilweise mit Subunternehmern zusammen und füllen die Regale im Supermarkt selbst auf

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