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Mitten in der Nacht: Vermisstensuche im Tegernseer Tal - Großeinsatz hält Retter in Atem

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Von: Christina Jachert-Maier

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Mit einer Spezialdrohne gelang es den Rettern, in der Nacht einen verirrten Wanderer zu finden. Der Mann kam mit Unterkühlungen ins Krankenhaus.
Mit einer Spezialdrohne gelang es den Rettern, in der Nacht einen verirrten Wanderer zu finden. Der Mann kam mit Unterkühlungen ins Krankenhaus. © Bergwacht

Einen einsatzreichen Jahreswechsel erlebte die Rottacher Bergwacht. Mit Hilfe einer Drohne wurde ein verirrter Wanderer aus Weilheim in der Nacht gefunden.

Rottach-Egern – Um 1.36 Uhr ortete die mit einer Wärmebildkamera ausgestattete Drohne der Bergwacht im dichten Bergwald einen Mann, der verzweifelt winkte, um auf sich aufmerksam zu machen. Es war das Ende einer Suche, die in der Nacht von Donnerstag auf Freitag ein Team von gut 70 Menschen in Atem gehalten hatte.

Nach Vermisstenmeldung: Nächtliche Suchaktion im dichten Bergwald

Ein Hubschrauber leuchtete die Stelle mit Scheinwerfern aus, wenig später hatte ein Rettungsteam der Bergwacht den unterkühlten Mann zu Fuß erreicht. Es handelte sich um einen 36-Jährigen aus Weilheim, der sich in dem Gelände verirrt hatte. Das Team und ein Notarzt versorgten den Wanderer, der anschließend ins Krankenhaus gebracht wurde. Um 3.30 Uhr, so Bergwacht-Sprecher Alexander Stern, war der Einsatz am Silvestertag beendet.

Tegernseer Tal: Wanderer verirrt sich - Hüttenwirt schlägt Alarm

Begonnen hatte die Rettungsaktion mit einer Vermisstenmeldung am Donnerstagabend um 22.26 Uhr. Der Hüttenwirt des Bodenschneidhauses und der Vater des Weilheimers hatten die Bergwacht alarmiert, nachdem der 36-Jährige bis 22 Uhr nicht zu einem mit dem Wirt vereinbarten Treffpunkt erschienen war.

Ursprünglich hatte der Wanderer geplant, über die Tegernseer Seite auf die Bodenschneid zu steigen, um dann auf dem Bodenschneidhaus zu übernachten. Doch beim Abstieg vom Gipfel verirrte sich der Mann im Gelände. Nachdem klar war, dass er nicht wie geplant um 19 Uhr an der Hütte sein würde, meldete er sich beim Hüttenwirt. Dabei wurde ein neuer Treffpunkt festgelegt, zu dem der Mann aber auch nicht erschien. Übers Handy war er nicht mehr erreichbar.

Suchaktion im Tegernseer Tal: Großeinsatz mit 70 Beteiligten

Die Retter wussten nur, dass der Weilheimer Richtung Enterrottach abgestiegen war. Der Einsatzleiter löste die Rettungskette aus. Beteiligt waren neben der Rottacher Bergwacht die Nachbarbereitschaften Hausham, Schliersee und München – Letztere war zum Glück gerade in ihrer Diensthütte im Suttengebiet –, das Technikteam Hausham mit Spezialdrohnen, ein Polizeihubschrauber aus München, Lawinenhunde, den Bergwacht-Notarzt, die Rottacher Feuerwehr, die Polizei Bad Wiessee und das Alpine Einsatzgruppe Polizei. Die Suche aus der Luft führte nach aufreibenden Stunden zum Erfolg. Zwischendurch musste der Hubschrauber in Bad Tölz neu betankt werden. „Alle waren nach der Aktion ziemlich geschafft“, weiß Bergwacht-Sprecher Stern.

Viele Einsätze an Silvester: Nächste Suchaktion am Wallberg

Der nächste Einsatz folgte nur ein paar Stunden später, ebenfalls am Silvestertag. Eine Tegernsee-Urlauberin, Mitte 50, hatte sich bei einer Wanderung auf dem Wallberg verlaufen. Acht Mitglieder der Rottacher Bergwacht machten sich um 16.23 Uhr auf die Suche. „Die Frau konnte ihren Standort aber über Handy recht gut beschreiben“, berichtet Stern. Ein Polizeihubschrauber leuchtete die Stelle aus, ein Rettungshubschrauber mit Winde ermöglichte der Bergwacht, die Frau aus dem Gelände zu holen. Sie wurde mit leichten Unterkühlungen zur Rettungswache Rottach-Egern geflogen. Von dort holte sie der Ehemann ab.

Die beiden Hubschrauber flogen im Anschluss ins Nachbartal, um dort der Bergwacht Schliersee bei einer Rettung von zwei unverletzten Wanderern zu helfen, die sich auf der Brecherspitze verstiegen hatten

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