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Verkehr am Gmunder Berg

Vorsitzender Josef Bogner zur Verkehrsproblematik

Verkehrsverein: „Sperrungen  und autofreie Sonntage nur hilflose Versuche“

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Der Verkehr am Tegernsee nimmt weiter zu. Doch wo sind die Lösungen? Das fordert Josef Bogner, Vorsitzender des Rottacher Verkehrsvereins.

Rottach-Egern –  In Tirol ist „Schluss mit lustig“, das hatte Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) zum Transit-Streit klar gemacht und eine harte Linie in Sachen Fahrverboten angekündigt. Auch Josef Bogner, Vorsitzender des Verkehrsvereins Rottach-Egern, ist derzeit alles andere als gut gelaunt, wenn es ums Thema Verkehr geht. Die Sperrungen in Tirol und Salzburg und die unüberlegte Wortwahl vieler Kritiker, dazu Drohungen und Gegenmaßnahmen – „all das kommt einem vor wie im Kindergarten von studierten und gewählten Volksvertretern“, so Bogner in einer Stellungnahme.

Josef BognerVorsitzender Verkehrsverein

Angesichts der Ankündigung von Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), sich am 25. Juli mit dem Tiroler Landeshauptmann treffen zu wollen, schlägt Bogner vor: „Warum nutzen wir nicht die Chance auf ein großes Gipfeltreffen mit allen Beteiligten dieses hausgemachten Problems?“ Das Tegernseer Tal sollte den ersten Schritt tun. „Trauen wir uns endlich in die Zukunft zu schauen“, so Bogner.

Der Vorsitzende des Verkehrsvereins schlägt vor, dass sich alle Bürgermeister und Landräte, die sich betroffen fühlen, an einen Tisch setzen sollen. „Wir, also alle Gemeinden entlang der Alpen, haben doch das gleiche Problem: Hunderttausende fahren mit guter Laune Richtung Berge, aber keiner will wahrhaben, dass das Problem immer schlimmer wird.“

Verkehr am Tegernsee: „Schuss könnte nach hinten losgehen“

Ihm sei klar, dass man den Menschen nicht verbieten könne, in schöne Gegenden zu fahren. „Schließlich haben wir alle die Qualität dieser Region gemeinsam aufgebaut.“ Bogner, selbst leidenschaftlicher Gastronom, betont auch, dass das Tal Urlauber und Tagesgäste brauche und sich auf sie freue, „mit oder ohne Auto“. 

Er warnt auch davor, dass aufgrund „ständiger negativer Schlagzeilen über zu viele Gäste und zu viele Autos der Schuss mal ganz schnell nach hinten losgehen“ könnte. Gleichzeitig vermisse er aber Lösungsvorschläge, wie es in zehn, 20 oder 50 Jahren in den beliebten Regionen entlang der Alpen aussehen solle. Sperrungen oder autofreie Sonntage, wie sie kürzlich erst beworben wurden, hält Bogner für „hilflose Versuche“. Er fordert Konzepte für „ernst zu nehmende, parteiübergreifende“ Lösungen. „Und die Weichen dafür müssen jetzt gestellt werden.“ 

Im Rahmen einer Vorstands- und Ausschuss-Sitzung des Verkehrsvereins in dieser Woche will der Vorsitzende das Thema Verkehr aufgreifen.

Weitere Infos aus der Region lesen Sie hier.

gr

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