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Der Verkehr ist in Rottach-Egern ein Dauerthema. Einige Bürger wollen Tempo 30 in Wohnstraßen.

Verkehrskonzept für Rottach-Egern noch in Arbeit

Was wird aus der Forderung nach Tempo 30?

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Rottach-Egern - Ein Verkehrskonzept für ganz Rottach-Egern hatte der Gemeinderat schon vor einem Jahr versprochen. Das lässt auf sich warten, doch gab’s jetzt wenigstens einen Sachstandsbericht.

„Ich weiß, dass viele von Euch Druck haben, weil Bürger immer wieder nachfragen“, sagte Vize-Bürgermeister Josef Lang (CSU) in die Runde am Ratstisch. Dort war die Stimmung etwas angespannt. Es ging um das Thema Verkehrskonzept, das nur zäh vorankommt. Auch diesmal sollte nicht diskutiert, sondern lediglich der Sachstand zur Kenntnis genommen werden. 

Verkehrsreferent Michael Diegner erläuterte die Matrix, die Basis der Entscheidung sein soll. Thomas Tomaschek (Grüne) verteilte die dem Gemeinderat dazu vorgelegten Unterlagen ans interessierte Publikum und die Presse, was ihm einen Rüffel von Sitzungsleiter Lang einbrachte. Flugs sammelte Tomaschek die Blätter wieder ein. Zurück blieb die große Frage: Was wird aus der Forderung nach Tempo 30 in allen Rottacher Wohnstraßen? Mit viel Nachdruck erhoben hat sie der frühere Arbeitskreis Verkehr der Gemeinde, der inzwischen zur Bürgerinitiative geworden ist Das Thema Verkehr war dann Thema einer Klausurtagung des Gemeinderats im Januar 2015. Ergebnis: Es soll ein Verkehrskonzept für den gesamten Ort geben. 

Mit Verweis darauf lehnte der Gemeinderat Anträge auf die Einführung von Tempo 30 in Wohngebieten ab. Inzwischen hat Diegner reichlich Daten zu den einzelnen Straßen gesammelt. Der Teilbereich südlich der Bundesstraße zwischen Weissachdamm und Popperwiese ist inzwischen abgearbeitet. Heißt: Das Ergebnis von Erhebungen zu Geschwindigkeit, Fußgänger- und Radfahreraufkommen wurde in die Entscheidungsmatrix eingepflegt. Diese umfasst 21 Punkte und soll eine sachliche Entscheidung ermöglichen. 

Dabei geht es unter anderem auch um Straßenbreite, Gehwege und schutzbedürftige Objekte wie Schulen. Die Daten zum nördlich der Bundesstraße gelegenen Bereich müssen noch verarbeitet werden. Dies sollte bis März geschehen sein, meinte Diegner. Anschließend soll sich ein Fachbüro mit der Datensammlung beschäftigen und zu einer Empfehlung kommen. Die Entscheidung wird der Gemeinderat dem aktuellen Zeitplan zufolge im Frühsommer treffen. „Wir wollen eine sachlich qualifizierte Beurteilung ermöglichen“, erklärte Lang. 

Die von der Polizei entwickelte Entscheidungsmatrix stieß im Gemeinderat auf Kritik. „Ich halte die für problematisch“, meinte Tomaschek. Es brauche schon sehr viele Positivpunkte für den Erlass einer Tempo 30-Zone. Auch Georg Höß (FWG) hatte Einwände gegen den Kurs. Er vermisse die Berücksichtigung von gewissen Gestaltungsmöglichkeiten, die es für Luftkurorte gebe: „Wir sind schließlich nicht in Castrop-Rauxel, sondern in Rottach-Egern.“ Wer lege überhaupt die Kriterien fest, erkundigte sich Andreas Erlacher (FWG): „Und welche Einflussnahme haben wir als Gremium?“ Antworten gab es an diesem Abend nicht. 

Lang bat um Geduld und darum, jetzt keine Grundsatzdiskussion zu führen. Man könne natürlich jedes Verfahren anzweifeln, merkte er an. Er glaube aber nicht, dass die Gemeinde mit ihrem jetzigen Vorgehen einen entscheidenden Fehler mache.

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