Das ist der Plan für das „Advent Wandern“, den Josef Bogner und Martina Goldhofer (M.) vom Verkehrsverein ausgearbeitet haben. Links im Bild Stephanie Brendl von der Druckerei Stindl.
+
Das ist der Plan für das „Advent Wandern“, den Josef Bogner und Martina Goldhofer (M.) vom Verkehrsverein ausgearbeitet haben. Links im Bild Stephanie Brendl von der Druckerei Stindl.

Betriebe laden zu beschaulichem Spaziergang

Verkehrsverein mit eigener Initiative: Rottach-Egern wandert durch den Advent

  • Gerti Reichl
    vonGerti Reichl
    schließen

Adventsmärkte abgesagt, Glühwein-Partys verboten. In Rottach-Egern schließen sich Geschäftsleute, Handwerker und Initiativen daher der Idee des Verkehrsvereins an und laden ein zum „Advent Wandern“.

  • Weil heuer keine Adventsmärkte stattfinden dürfen, gibt‘s in Rottach-Egern ein Alternativprogramm
  • Der örtliche Verkehrsverein lädt zum „Advent Wandern“ ein
  • Rund 20 Geschäftsleute und Handwerker machen bereits mit

Rottach-Egern – Keine Menschenmassen anziehen, Ansammlungen vermeiden – für Josef Bogner senior, Vorsitzender des Verkehrsvereins Rottach-Egern, hat dies oberste Priorität. Dass die Tegernseer Tal Tourismus GmbH (TTT) ihren üblichen „Adventszauber“ am Tegernsee mit den drei großen Märkten und dem Pendelschiff heuer wegen der Corona-Pandemie ausfallen lässt, ist für Bogner verständlich. Das heißt für ihn aber nicht, dass man sich nicht Gedanken machen sollte, um den Menschen dennoch im Advent das Herz zu wärmen.

Unglücklich verlaufene Kommunikation zwischen TTT und Rottacher Betrieben?

Weil die Touristiker noch im Sommer ein auf Corona abgestimmtes Konzept aus dem Hut zauberten, an dem viele Rottacher Geschäftsleute und Gastronomen aber offenbar nicht beteiligt wurden, entstand im Verkehrsverein eine eigene Idee: eine Wandertour durch Rottach-Egern. Von einer unglücklich verlaufenen Kommunikation ist hinter den Kulissen die Rede. Im Ergebnis laden Gastronomen rund um den Tegernsee auf Initiative der TTT an den Adventswochenenden im Dezember sowie vom 26. Dezember bis 5. Januar zur „Winterlounge“ ein – heimelig gestaltete Außenbereiche mit Feuerschalen, Fellen, Decken, Getränken und Schmankerln.

Der Verkehrsverein hingegen will die Menschen an drei Adventssamstagen (5., 12. und 19. Dezember, zwischen 13 und 18 Uhr) auf eine Wandertour durch den Ort schicken.

„Diese Idee soll in Corona-Zeiten dazu beitragen, dass heimische Kunsthandwerker und das ortstypische, gesellige Leben nicht ganz vergessen werden“, begründet Bogner die Initiative. Menschen sollen zudem die Möglichkeit haben, in sicherem Abstand und in sicherer Umgebung in der freien Natur, sich in den kalten Tagen nicht ganz zu Hause verschließen zu müssen. Bogner macht deutlich, dass der Verkehrsverein nicht als Organisator, sondern als Koordinator auftritt. „Jeder, der mitmacht, handelt eigenverantwortlich“, sagt Bogner.

Lesen Sie hier: Mehr Frust als Freude: Einschränkungen machen Gastwirten schwer zu schaffen

Daher muss sich jeder Gewerbetreibende oder Kunsthandwerker selbst um seine ordnungsgemäße Anmeldung bei der Gemeinde kümmern. „Jeder haftet alleine für alle gesetzlichen Vorschriften und eventuell auftretende Verstöße gegen die dann geltenden Corona-Vorschriften.“ Auch dürften die Aktivitäten rund um das „Advent Wandern“ ausschließlich auf eigenem Grund und Boden oder auf von der Gemeinde genehmigten und ausgewiesenen Flächen stattfinden.

Nur wenige Leute dürfen beim Advent Wandern gleichzeitig in die Geschäfte

Zum Zusammentreffen großer Gruppen und dem gemeinsamen Anstoßen mit Glühwein dürfte es also nicht kommen. „Wie das schon jetzt der Fall ist, dürfen auch beim Advents Wandern nur einige wenige Leute in das jeweilige Geschäft rein“, erklärt Bogner.

Etwa 20 Teilnehmer machen bereits mit bei der Aktion. Sie sind auf einem Ortsplan erwähnt, den der Verkehrsverein mit einer Auflage von 5000 Stück hat drucken lassen, und der bei allen teilnehmenden Betrieben erhältlich ist. Bogner ist überzeugt: „Das ist eine Idee, damit die Leute nicht ganz verzagen.“ Der Rottacher hofft allerdings, dass die Corona-Regeln nicht weiter verschärft und gar eine Ausgangssperre angeordnet wird. Dann wäre der Advent noch stiller, als er heuer ohnehin schon wird.

Interessierte Teilnehmer können sich immer noch melden

Wer noch aufspringen möchte, ist gerne willkommen und kann sich melden bei den Koordinatoren Josef Bogner oder Martina Goldhofer. Per Mail an josef.zotzn@gmail.com oder m.m.goldhofer@bockweber.de.

gr

Auch interessant

Kommentare