Vor der Videokamera machte Andreas Scherzer bei der Pressekonferenz vor dem Rottacher Voitlhof seinem Protest Luft.
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Vor der Videokamera machte Andreas Scherzer bei der Pressekonferenz vor dem Rottacher Voitlhof seinem Protest Luft.

Bayernweiter Aktionstag

Videobotschaft vom Voitlhof: Endlich wieder öffnen!

  • Christina Jachert-Maier
    vonChristina Jachert-Maier
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Lockdown und kein Ende: Die Perspektivlosigkeit lässt die Gastronomen kein Licht am Ende des Tunnels mehr sehen.

Rottach-Egern - Andreas Scherzer hatte zum Rottacher Voitlhof eingeladen. Anlass war der bayernweite Aktionstag „Lasstunsöffnen“, an dem am Donnerstag eine Vielzahl von Initiativen ihren Protest kundtaten. Dazu gehört auch Bustouristiker Scherzer, der zuletzt häufiger in Berlin war und viele Gespräche mit Politikern geführt hat.

Eine echte Demo schien Scherzer am Tegernsee nicht passend, doch damit sich die Botschaft vom Voitlhof aus dennoch verbreitet, traten die Redner vor die Videokamera. Wie Gastwirt Josef Bogner, der die Perspekivlosigkeit beklagte, nutzte auch Kunsthandwerker Martin Goldhofer das Forum, um auf die missliche Lage seines Berufsstands hinzuweisen.

Schwierige Zeit für Kunsthandwerker

Keine Märkte, keine Ausstellungen, und das schon im zweiten Jahr: Für Kunsthandwerker fallen damit die Einnahmen fast vollständig weg. „80 bis 90 Prozent davon sind Solo-Selbstständige, die bekommen fast keine Zuschüsse“, berichtete Goldhofer. Oft hingen aber ganze Familien an dem Verdienst.

Olaf Breiding, Betreiber eines Fitnessstudios, erzählte von seiner – oft betagten – Kundschaft, die Sport dringend brauche, um gesund zu bleiben. „Die stehen mit Tränen in den Augen vor mir, weil sie nicht kommen dürfen“, meinte er. Christa Winkler sprach für die Skiclubs. Zum Glück hätten junge Skisportler am Sonnenbichl trainieren dürfen, aber eben nur die. Manche Kinder hätten seit einem Jahr kaum Bewegung.

Kein Ausgleich für Trinkgelder und Zuschläge

Hotelier Korbinian Kohler richtete das Augenmerk vor allem auf Mitarbeiter in der Gastronomie. Weil das Kurzarbeitergeld weder Zuschläge für Sonn- und Feiertage noch Trinkgelder berücksichtige, müssten Beschäftigte nicht mit 60 Prozent des Einkommens, sondern in Wahrheit mit 30 oder 40 Prozent auskommen. Oft seien beide Eltern betroffen: „Da kann man sich vorstellen, zu welchen Verwerfungen das führt.“  

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