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Der Hubschrauber kommt regelmäßig zum Einsatz - auch bei Übungen, wie hier südlich des Wallbergs.

Von Kletterunfällen bis zur nächtlichen Hubschrauber-Bergung

Ein Bergsommer voller riskanter Einsätze

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Rottach-Egern - Der Bergsommer 2016 am Tegernsee hat der Rottacher Bergwacht einiges abverlangt. Die Retter, so zeigt die Bilanz, mussten heuer zu besonders risikoreichen Bergungsaktionen ausrücken.

Allein drei Kletterunfälle – und damit ungewöhnlich viele – musste die Bergwacht-Bereitschaft Rottach-Egern, zuständig fürs Tegernseer Tal, registrieren. Zweimal am Plankenstein und einmal am Leonhardstein gerieten Seilschaften in Bergnot. Mit dem Hubschrauber und einer so genannten Kappbergung, bei der das Seil des Verunglückten nach dessen Sicherung durchtrennt wird, mussten die Kletterer jeweils aus der Wand geholt werden. „Das ist die Königsdisziplin der Rettungen“, macht Bereitschaftsleiter Felix Oswald (43) deutlich. Und sie sei mit einem hohen Risiko verbunden. „Wir üben das zwar regelmäßig“, sagt Oswald. Doch in der Realität komme diese Art der Bergung eher selten vor – mit Ausnahme dieses Bergsommers.

Besonders schwierig auch der Einsatz, zu dem die Rottacher Bergwacht-Männer im September gerufen wurden. Im Bereich der Blauberge hatte sich eine Wanderin verstiegen, die Vermisste musste bei nächtlicher Dunkelheit mit dem Hubschrauber und einer Winde aus gefährlichem Gelände gerettet werden. „Das ist purer Stress, da herrscht unter den Rettern massivste Anspannung“, sagt der Bereitschaftsleiter.

Das waren nur vier Einsätze unter vielen. Insgesamt, so zeigt die vorläufige Sommerbilanz, musste die Bergwacht zwischen Anfang August und Mitte September 45 Mal ausrücken. Im Schnitt ist das ein Einsatz täglich. Von Januar bis jetzt waren es rund 165 Einsätze – ein Wert, der im Vergleich zu den vergangenen Jahren im Durchschnitt liegt.

Doch hat sich die Art der Einsätze durch neue Trendsportarten wie etwa das E-Bike-Fahren nicht verändert? Oswald winkt ab. „Das kann man nicht eins zu eins auf die Einsatzzahlen kopieren“, meint er. Mal habe man das Jahr der Schädel-Hirn-Traumen, mal das Jahr der Mountainbike-Unfälle – ein bestimmter Trend lasse sich hier nicht erkennen.

Durchaus verändert habe sich allerdings das Verhalten der Menschen in den Bergen und auch deren Erwartungshaltung. Ganz nach dem Motto: per Knopfdruck auf dem Smartphone müssen alle Wünsche prompt in Erfüllung gehen. Gefährlich werde es zum Beispiel, wenn sich Wanderer und Biker nurmehr auf eine Berg-App auf dem Handy, ihr GPS oder eine Route verlassen, die sie im Internet gefunden haben. Schließlich sind nicht alle Wege für jeden gleichermaßen geeignet.

Die moderne Technik – in der Bergwelt kann sie Fluch, aber auch Segen sein. Erst kürzlich rückte die Rottacher Bergwacht zu einer Suchaktion aus, weil sich ein Pärchen im Bereich des Riedersteins im Nebel und in der einbrechenden Dunkelheit nicht mehr zurechtfand. Über das Smartphone konnten die Wanderer per SMS ihre genauen Koordinaten an die Rettungskräfte durchgeben. „Die mussten wir nur noch abholen“, berichtet Oswald.

Rund 65 Aktive und mehr als zehn Anwärter hat die Bergwacht-Bereitschaft im Tegernseer Tal derzeit in ihren Reihen. Oswald ist damit sehr zufrieden. „Wir haben einen gesunden Nachwuchs.“ Sogar eine Jugendgruppe mit Mädels und Jungs zwischen zwölf und 16 Jahren hat sich hier mittlerweile etabliert. Oswald ist froh, dass er sowohl auf die Jungen als auch auf die Erfahrung der „Altkameraden“ zurückgreifen kann. Auf Letzteres wolle er nicht verzichten müssen, sagt er.

gab

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