Abgeriegelt: In der Seniorenresidenz Wallberg grassiert das Coronavirus. 36 Bewohner und 15 Mitarbeiter wurden positiv getestet.  Foto: Thomas Plettenberg
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Abgeriegelt: In der Seniorenresidenz Wallberg grassiert das Coronavirus. 36 Bewohner und 15 Mitarbeiter wurden positiv getestet.

Geschäftsführer nimmt Stellung

Corona-Virus wütet in Seniorenresidenz Wallberg

  • Christina Jachert-Maier
    vonChristina Jachert-Maier
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In der Seniorenresidenz Wallberg in Rottach-Egern grassiert das Corona-Virus. Geschäftsführer Peter Wisgott nimmt dazu Stellung.

Rottach-Egern – Wie das Coronavirus seinen Weg in die Rottacher Seniorenresidenz Wallberg gefunden hat, ist Geschäftsführer Peter Wisgott ein Rätsel. „Wir haben alles Erdenkliche getan“, sagt er. Doch am Ende haben die Hygienemaßnahmen nicht verhindern können, dass die Einrichtung zum Hotspot geworden ist. Nach aktuellem Stand sind 36 von 70 Bewohnern infiziert, 15 von 62 Mitarbeitern wurden positiv getestet.

„Wenn dieser Virus in eine Pflegeeinrichtung kommt, ist das Ausbruchsgeschehen schwer zu steuern und kann sich sogar bis zu einer Katastrophe ausweiten“ weiß Wisgott. Er schildert die Situation in einem offenen Brief. Dies deshalb, um „haltlose Spekulationen“ zu unterbinden, erklärt der Geschäftsführer. Und um seinen Mitarbeitern zu danken. „Die leisten Übermenschliches.“ Wichtig ist Wisgott auch ein Wort an alle, die nicht wahrhaben wollen, wie furchtbar das Virus wütet: „Das ist keine harmlose Geschichte.“

Impfteam war am 31. Dezember vor Ort

Für Wisgott ist klar: Nur die Impfung kann die Rettung bringen. Für die Erkrankten in der Seniorenresidenz kam sie etwas zu spät. Noch im alten Jahr, am 31. Dezember, war das mobile Impfteam vor Ort und verabreichte die erste Dosis an alle Impfwilligen. Ein Großteil der Bewohner, so Wisgott, habe sie erhalten. Die Schutzwirkung entfalte sich aber erst nach einiger Zeit und der zweiten Dosis. Möglicherweise verlaufe die Erkrankung aber wegen der bereits erfolgten Impfungen bei den Bewohnern relativ mild, meint Wisgott: „Aber das ist nur Spekulation.“

Vor allem Mitarbeiter sind schwer erkrankt

Festzuhalten sei, dass es den erkrankten Bewohnern im Großen und Ganzen gut gehe. „Wir haben nur wenige Fälle, die etwas fiebern.“ Auch die typischen Corona-Symptome seien nur bei wenigen erkennbar. Manche der positiv auf Corona getesteten Bewohner zeigten keinerlei Symptome.

Bei den erkrankten Mitarbeitern verhalte sich die Situation leider anders, meint Wisgott weiter. „Hier kommt es zu hohen Fieberschüben bis zu einer Temperatur über 40 Grad.“ Betroffene litten unter dem kompletten Verlust des Geruchs- und Geschmacksinnes, starken Kopfschmerzen, wie man sie von Migräne kenne, zudem Atemnot, Herz- und Kreislaufschwierigkeiten, Taubheitsgefühlen in Armen und Beinen. „Manche mussten stationär im Krankenhaus Agatharied behandelt werden“, berichtet Wisgott. Das Tückische: Auch die Schnelltests vor Dienstantritt konnten die Ausbreitung nicht verhindern. Ein negativer Corona-Test sei wirklich nur eine Momentaufnahme, meint der Geschäftsführer: „Schon eine Stunde später kann die Situation anders aussehen.“

Ob man dem Virus entgehe oder nicht, sei wohl auch Glückssache, meint Wisgott. Das Gebot der Stunde bleibe: Abstand halten. Die Seniorenresidenz ist angesichts des akuten Corona-Ausbruchs abgeschirmt. Ein ärztlicher Dienst besucht und untersucht die Bewohner täglich. Wisgott hofft auf bessere Zeiten: „Das Wichtigste ist, dass wir diesen Ausbruch gut in den Griff bekommen.“  

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