Bluttat vor Neuraum: Polizei fasst weitere Täter

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Stolz auf das Jubiläum: Klaus-Dieter Graf von Moltke ist seit 25 Jahren Inhaber des Parkhotels Egerner Höfe in der Aribostraße in Rottach-Egern.

25 Jahre Egerner Höfe - Hotelier räumt mit Gerüchten auf

Von Moltke über Trends und Hürden im Hotelgeschäft am Tegernsee

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Die Egerner Höfe feiern 25-Jähriges. Im Interview spricht Chef Klaus-Dieter Graf von Moltke (62) über neue Ansprüche der Gäste, Besitzverhältnisse im Hotel und den Tourismus im Tal.

Rottach-Egern

Herr Graf von Moltke, wenn Sie Ihr Hotel im Holidaycheck bewerten müssten, wie viel Prozent würden Sie geben?

Moltke: Ich würde 93 Prozent geben.

Wo sind die restlichen sieben Prozent?

Moltke: Die sieben Prozent sind menschlich. Alles, was über 90 Prozent ist, ist eh ein unglaublicher Aufwand, der teilweise Unmenschliches fordert. Allen unterschiedlichen Ansprüchen der Gäste entgegenzukommen, ist schier unmöglich geworden.

Wie hat sich Ihr Haus entwickelt, wie steht es heute da? Eine ehrliche Bewertung bitte.

Moltke: Wenn man es nicht ehrlich bewerten würde im Rückblick, dann schafft man’s eh nicht. In den vergangenen 25 Jahren haben wir eine epochale Veränderung des Gästeanspruchs erlebt. Wir sind als gutes Vier-Sterne-Superior-Hotel gestartet. Nachdem Bachmair am See nicht mehr diese Geltung und das Seehotel Überfahrt zugemacht hatten, waren wir plötzlich fast ungewollt die Nummer eins. Wir mussten einen Quantensprung in die Welt des Fünf-Sterne-Superiors gehen. Das war mit die größte Herausforderung. Nur dank einer großartigen Mannschaft haben wir es geschafft. Heute sind wir eher wieder dabei, unsere Wurzeln zu suchen. Wir wollen ein gutes Produkt bieten für gute Leute und nicht für wenige Highflyer, die meinen, man müsste rund um die Uhr mit einem Ritz-Carlton konkurrieren.

Wie haben Sie es geschafft, sich als Privatmann zu behaupten, während andere Häuser von großen Unternehmen gesteuert werden?

Moltke: Weil wir uns als Familie eindeutig zu der Priorität Hotel bekannt haben. Das war kein Investment für uns. Das war eine große Anstrengung, die höher ist, wie wenn ich mir mit irgendwelchen Budgetplanungen Geld beschaffe. Wir müssen an unser Privatkonto gehen und bezahlen, was wir auch immer gemacht haben.

Welche Rollen kommen Ihrem Direktor Max Manzenrieder und Ihrem Sternekoch Michael Fell zu?

Moltke: Ich könnte nicht als Unternehmer so tätig sein, wenn ich nicht in Max Manzenrieder einen hundertprozentig loyalen Direktor hätte, der von Anfang an dabei ist. Und einen Michael Fell, der seit zwei Jahrzehnten eine Küchenphilosophie und Marke definiert, die uns über die Grenzen bekannt gemacht hat. Wir haben uns immer als Mannschaft verstanden: Ich, der als Kapitän auf der Brücke steht und den Horizont im Auge hat. Das tägliche Rein- und Rausfahren aus dem Hafen, das macht Max Manzenrieder mit seiner Mannschaft.

Ihre Frau Susanne leitet inzwischen den Marketingbereich.

Moltke: Das macht sie seit vier Jahren. Die Kommunikation ist das Wichtigste inzwischen, denn der Erfolg eines Hotels ist heute nur noch über die Art und Weise der Kommunikation zu steuern. Meine Frau ist ja auch zur Präsidentin von Relais & Châteaux Deutschland gewählt worden, was zeigt, wie sehr sie in der Hotellerie angekommen ist.

Wie wichtig ist Ihnen das Thema Familie überhaupt?

Moltke: Ich könnte das alles nicht machen, wenn die Senioren in unserer Familie nicht von Anfang an die Priorität und die Konsequenz für das Hotel mit mir gelebt hätten.

Sprechen wir über den Guggnhof in der Aribostraße, den Sie an Herrn Oliver Hurler verkauft und dann wieder zurückgemietet haben. Ist das eine gängige Strategie?

Moltke: Für mich war immer klar, dass die Höfe (Anm.d.Red.: Catherina und Valentina) und der Guggnhof ein Investment sein würden. Das Thema „Sale and Lease Back“ ist auch bei Banken üblich. In der Hotellerie hat man fast keine Chance, eine Finanzierung über eine Bank zu kriegen, daher braucht man private Investoren.

Was gehört jetzt alles zu den Egerner Höfen?

Moltke: Die Almen, das Stammhaus, alles, was auf der Seite der Egerner Höfe an der Aribostraße liegt, gehört der Familie Moltke, und da ist kein Fremder beteiligt. Die Gebäude auf der anderen Straßenseite, wenn Sie so wollen, sind auf 20 bis 25 Jahre angepachtet.

Es wurde schon gemunkelt, Sie würden sich nur noch um Ihr Gut Steinbach in Reit im Winkl kümmern...

Moltke: Dummes Zeug. Ich habe die letzten 24 Monate mehr als 1,8 Millionen hier in die Egerner Höfe investiert. Gut Steinbach entwickle ich genauso weiter. Wie hier, wird das Stammhaus aber immer in Privatbesitz bleiben.

Sie haben selbst einmal gesagt, sie seien von einer kontrollierten Unruhe getrieben. Was brüten Sie gerade aus?

Moltke: Wir sind dabei, unser komplettes gastronomisches Konzept zu hinterfragen, angepasst an die neuesten Trends. Dann sanieren wir permanent unsere 114 Zimmer und Suiten.

Wie finden Sie diese Trends?

Moltke: Ich reise viel, und durch Relais & Châteaux sind wir weltweit verknüpft. Diese Trends versuchen wir dann zu adaptieren. Heimat und Regionalität haben dabei höchste Priorität.

Sie werden sich also nicht neu erfinden.

Moltke: Keinesfalls! Unser Slogan ist: Bayern in seiner schönsten Form. Da schließen wir alles daran an.

Wie wichtig ist in Ihren Augen der Medizintourismus?

Moltke: Gesundheit wird eine immer größere Rolle spielen. Wir werden die Entwicklung erleben vom Wellness zum Healthness. Denn jeder will in der wenigen Zeit an Urlaub, die er zur Verfügung hat, eine maximale Zeit der Regeneration schaffen. Das müssen wir anbieten.

Wie bewerten Sie den Tourismus in Rottach-Egern?

Moltke: Ich sehe derzeit definitiv kein geschlossenes Tourismuskonzept. Und das ist es, was mir ein bisschen Sorge macht.

Und wie sehen Sie die sehr rege Bautätigkeit?

Moltke: Ich sehe das nicht als Probleme, sondern als ganz normale sinnvolle Entwicklung einer Region. Wir müssen aber dafür sorgen, dass wir unsere traditionellen Baustile konsequent verfolgen. Zuzug und die Individualisierung des Orts sind aber auch ein Vorteil. Die Zeiten von „mia san mia“ sind gut, aber das heißt auch: Wia san mia in der Zukunft?

Wie feiern Sie Ihr 25-jähriges Jubiläum?

Moltke: Am 2. September bauen wir ein großes Zelt für die offizielle Jubiläumsfeier auf. Das ganze Jahr über bieten wir Jubiläums-Menüs an. Jetzt gibt’s erst einmal ein Grillfest für alle Mitarbeiter. Das Jubiläum, auf das ich sehr stolz bin, ist auch deren Leistung. Ein Drittel meiner 130 Mitarbeiter sind länger als zehn Jahre dabei.

gr

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