Rathaus Rottach-Egern
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Im Bauamt des Rathauses Rottach-Egern werden die Anträge bearbeitet

Anfrage wurde abgelehnt - Gemeinde will Gebiet zudem Veränderungssperre

Bauanfrage in Asamstraße abgelehnt - zum Schutz der Vorgarten-Situation

  • Gerti Reichl
    vonGerti Reichl
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Rottach-Egern – An der Asamstraße in Rottach-Egern soll auf einem Grundstück ein weiteres Einfamilienhaus mit Doppelgarage gebaut werden. Als sich der Bauausschuss jetzt mit einer entsprechenden Anfrage befasste, wurde klar, dass dieses Vorhaben wohl keine Aussicht auf Erfolg haben dürfte.

Bauamtsleiterin Tanja Butz erklärte die Gründe: Schon einmal habe es in der Nachbarschaft so einen Bauwunsch gegeben. Das Vorhaben sei dann vor Gericht gelandet, wo die Richter folgendermaßen geurteilt hätten: Das Gebiet Froumund-, Asam- und Otkarstraße sei als Geviert zu betrachten, das geprägt sei von einer aneinandergereihten Bebauung mit Vorgarten-Situation. Eine zweite Baureihe würde diese Situation zerstören. „Genau dies wäre mit dem aktuellen Antrag eben der Fall“, urteilte auch die Bauamtsleiterin. Sie zeigte zudem anhand eines Plans, dass das gewünschte Gebäude als „Fremdkörper“ herausstechen würde.

Bürgermeister Christian Köck (CSU) war dafür, diese Vorgarten-Situation zu schützen. Andernfalls sehe er die Gefahr, dass sich die Bauwünsche „wie eine Perlenkette“ fortsetzen würden. Er empfahl die Aufstellung eines Bebauungsplans und den Erlass einer Veränderungssperre – ein Vorschlag, den Florian Baier (CSU) klar unterstützte. Thomas Tomaschek (Grüne) war ebenso für dieses Vorgehen. Er hätte es jedoch begrüßt, wenn die Gemeinde ihre Bebauungspläne nicht „unter Druck“ wegen eines aktuellen Vorhabens aufstellen würde. „Es wäre doch charmant, wenn wir uns im Vorhinein anschauen, wo wir Bebauungspläne aufstellen könnten.“

Den ganzen Ort können wir nicht mit Bebauungsplänen überziehen.

Bürgermeister Christian Köck

Köck verteidigte das Vorgehen und führte auch personelle Gründe durch den Wechsel im Rottacher Bauamt an. Das Aufstellen von Bebauungsplänen würde sehr viel Arbeit erfordern, so Köck. Andererseits habe die Gemeinde in den vergangenen Jahren sehr viele Bebauungspläne aufgestellt, um der momentanen Entwicklung Einhalt zu gebieten. „Den ganzen Ort können wir nicht mit Bebauungsplänen überziehen“, sagte Köck.

Dritte Bürgermeisterin Gabriele Schultes-Jaskolla (FWG) fand es richtig, im aktuellen Fall einzugreifen. „Reagieren und nicht agieren“ hielt Alexandra Wurmser (CSU) für den richtigen Weg. Auch deshalb, um die Verwaltung nicht zu überlasten. Am Ende waren alle mit dem vorgeschlagenen Weg einverstanden: Die Anfrage wurde einstimmig abgelehnt, die Aufstellung eines Bebauungsplans sowie der Erlass einer Veränderungssperre empfohlen.

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gr

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