Der Rottacher Rosstag fand zuletzt 2019 statt, 2020 fiel er coronabedingt aus. Die Gemeinde ist optimistisch und stellt fürs laufende Jahr Geld für das Ereignis in den Haushalt ein.
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Der Rottacher Rosstag fand zuletzt 2019 statt, 2020 fiel er coronabedingt aus. Die Gemeinde ist optimistisch und stellt fürs laufende Jahr Geld für das Ereignis in den Haushalt ein.

Rottacher Gemeinderat verabschiedet Haushalt

Trotz Corona: Rottach-Egern rechnet für 2021 mit Seefest und Rosstag

  • Alexandra Korimorth
    vonAlexandra Korimorth
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Wie stark die Coronakrise den Rottacher Haushalt schrumpfen lässt, ist noch nicht abzusehen. Vorsorglich kalkuliert die Gemeinde nur mit der Hälfte der Gewerbesteuer - plant aber Großveranstaltungen ein.

Rottach-Egern – Der Haushalt, den der Gemeinderat Rottach-Egern in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen hat, zeichnet sich durch ein hohes Maß an Vorsicht aus. Coronabedingt hat Kämmerer Martin Butz die zu erwartende Gewerbesteuer für 2021 vorsorglich um 50 Prozent auf 2,8 Millionen Euro eingekürzt. „Wir wissen nicht, wann wir die große Schlussrechnung durch die Pandemie bekommen“, erklärte diese Vorgehensweise Bürgermeister Christian Köck (CSU) später.

„Die Reduzierung der Einnahmen bei den Steuern müssen durch eine Entnahme aus der Rücklage in Höhe von 234 200 Euro ausgeglichen werden“, erklärte Butz. Und auch sonst hat sich Rottach offenbar vorgenommen, abzuwarten und keine großen Sprünge zu wagen. So wurden auch Personalkosten mit 3 861 000 Euro nur geringfügig höher angesetzt als in 2020. Die Kreisumlage beträgt zwar ein Prozent weniger (52 Prozent) als im Vorjahr, schlägt aber dennoch mit knapp 55 000 Euro mehr zubuche.

Kosten für Seefest, Rosstag und Weihnachtsmarkt angesetzt

Corona zum Trotz hat die Gemeinde aber 230 000 Euro als sächlichen Aufwand eingestellt: „Kosten für Seefest, Rosstag und Weihnachtsmarkt wurden vorsorglich angesetzt“, erklärte der Kämmerer, räumte aber ein, dass aus diesem Topf zudem Unterhaltsmaßnahmen an gemeindlichen Liegenschaften wie Heizungs- und Leitungserneuerungen bezahlt werden sollen. Beim Vermögenshaushalt schlagen nur die bereits laufenden Projekte zu Buche, wie die Neubauten in Ellmösl, zwei neue, bereits bestellt Fahrzeuge für den Bauhof (Zugmaschine/Trägerfahrzeug und ein Minibagger), die Erneuerung der Flutlichtanlage am Sportplatz und neue Einsatzkleidung für die Feuerwehr.

Schuldenstand erhöht sich

„Wir müssen Prioritäten setzen und mit Augenmaß mit unseren Mitteln umgehen“, betonte Bürgermeister Köck. Der Schuldenstand, der sich zum Anfang des Jahres auf 1,87 Millionen Euro belief, wird sich durch die genehmigte Kreditaufnahme von 2 Millionen Euro (für die Ellmösl-Häuser 19 und 21) auf knapp 3,7 Millionen Euro zum Ende des Jahres erhöhen. Die Pro-Kopf-Verschuldung beträgt dann 635,41 Euro, zuzüglich der anteiligen Schulden beim Schulverband sogar 1061 Euro. Insgesamt entnimmt die Kommune rund 2,6 Millionen Euro aus den Rücklagen, die damit Ende des Jahres bei 10,3 Millionen Euro (Stand Januar 2021: 12,8 Millionen Euro) liegen werden.

„Bei Betrachtung des Finanzplans bis 2024 ist erkennbar, dass spätestens mit dem nächsten, gerade in anfänglichen Planungen befindlichen Wohnbauprojekt eine weitere Kreditaufnahme nötig sein wird, um auch andere bereits angestoßene Projekte verwirklichen zu können“, erklärte Butz abschließend. Dritte Bürgermeisterin Gabriele Schultes lobte diese strategische Vorgehensweise, die angefangenen Projekte weiterzuführen und bei anstehenden Projekten abzuwarten und dann aktuell zu sehen, inwieweit man sie weiter vorantreiben könne. Es gelte, das Beste aus der Situation zu machen, in der man derzeit manches schlicht noch nicht beurteilen könne, bestätigte Köck.

Vorsicht zahlt sich aus

Rückblickend auf die vergangenen Jahre sei es richtig gewesen, nicht übermütig geworden zu sein und Rücklagen gebildet zu haben, war sich der Bürgermeister sicher. „Ich hoffe, dass wir mit diesem Haushalt auch 2021 stabil bleiben“, schloss er, nicht ohne dem Kämmerer für die Vorarbeit und dem Gemeinderat für das gemeinsame Vorgehen zu danken.

Der Haushalt in Zahlen

Gesamtvolumen: 26,1 Mio. Euro. Verwaltungshaushalt: 19,7 Mio. Euro. Größte Einnahmen: Einkommensteuer: 4,2 Mio. Euro; Gewerbesteuer 2,8 Mio. Euro; Grunderwerbssteuer: 750 000 Euro; Umsatzsteuer: 580 000 Euro; erhöhter Landesanteil zur Umsatzsteuer: 300 000 Euro; Zweitwohnungssteuer: 1,05 Mio. Euro; Grundsteuer: 1,8 Mio. Euro; Hundesteuer: 33 000 Euro; Ausgaben: Personal: 3,9 Mio Euro; Kreisumlage: 5,3 Mio. Euro. Vermögenshaushalt: 6,4 Mio. Euro. Größte Einnahmen: Förderungen und Erschließungsbeiträge: 1,9 Mio Euro; Kreditaufnahme Wohnbauprojekt Ellmösl: 2 Mio Euro. Größere Ausgaben: Neubau Ellmösl: 4 Mio. Euro; Ersatzbeschaffung Bauhof: 190 000 Euro; Flutlicht Sportplatz: 10 000 Euro.

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