News-Ticker: Terror in Barcelona - Fahrer soll erst 17 gewesen sein

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Bereit machen für den Abflug heißt es für (v.l.) Fliegerfreund Tobias Bauer, „Supporter“ Martin Walleitner und Sebastian Huber. Bei den X-Alps geht’s zu Fuß den Berg hinauf und mit dem Gleitschirm hinunter.

Red Bull X-Alps: „Ich werd’ zu alt für den Schmarrn“

Walleitner: So hart waren die 1000 km über die Alpen diesmal

Rund 1000 Kilometer von Salzburg nach Monaco. Zu Fuß und mit dem Gleitschirm. Martin Walleitner (50) aus Rottach-Egern war erneut als Supporter bei den X-Alps dabei – zum letzten Mal.

Rottach-Egern – Sie sind geflogen, gerannt, und wenn man sie fragt, sagen sie, „jetzt ist genug“. Mit den Red Bull X-Alps haben Sebastian Huber und Martin Walleitner einen der härtesten Extrem-Wettkämpfe hinter sich. Zu Fuß und mit dem Gleitschirm überquerte Huber die Alpen. Walleitner, sein Fliegerfreund vom Wallberg, unterstützte ihn dabei. Als Supporter war er logistischer und moralischer Rückhalt auf dem Weg von Salzburg nach Monaco.

Zum dritten Mal war der Vorsitzende des Drachen- und Gleitschirmfliegerclubs Tegernseer Tal dabei als Supporter. Nach seinem Einstand 2007 mit Peter Rummel und Simon Hubers Premiere 2015 war er jüngst erneut am Start und unterstützte Huber, der Achter wurde. „Im großen und ganzen lief es gut“ resümiert der erfahrene Flieger. Der Wettbewerb führte dem Feld der 32 Starter aus aller Welt mehr als einmal vor Augen, wie sehr sie bei dem, was sie tun ans Limit gehen.

Und vor allem, wie machtlos der Mensch trotz bester Vorbereitung und optimaler Ausrüstung ist, wenn die Natur ihre Kräfte walten lässt. Das Wetter sei „relativ schlecht“ gewesen, sodass die Piloten an vielen Tagen kaum oder gar nicht in die Luft gehen konnten. Tage, an denen nicht nur Sebastian Huber an die hundert Kilometer rannte und nicht einmal tausend Meter flog. Zudem hätten sie ein paar Mal Pech gehabt und seien zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen.

Etwa gleich am Anfang, als sie den Nightpass einsetzten, den Sebastian Huber als Gewinner des Prologs bekommen hatte. Dieser erlaubte ihm, die verpflichtende Nachtruhe einmal zu umgehen. Statt sich in eine aussichtsreiche Position zu bringen, kamen sie zu früh an den Alpenhauptkamm und fanden deutlich schlechtere Bedingungen vor, als die Konkurrenz, die später kam, und gleich losfliegen konnte. „Das hat nicht gebracht, was wir uns erhofft hatten“, so Walleitner.

Während Schirm, Sicherheitsausrüstung und Navigationstechnik unterwegs immer am Mann sein müssen, darf der Supporter dem Sportler Verpflegung und Wechselkleidung abnehmen. Und ihm Gesellschaft leisten. „Gegen Langeweile hilft am besten mitlaufen“, weiß der aus Erfahrung. Das klappte heuer noch besser, weil sie zu dritt den Piloten unterstützten. So konnten sie sich beim Laufen und Fahren des Begleitfahrzeugs abwechseln und sich während des Rennens darauf freuen, dass Physiotherapeut Lorenz abends ihre müden Muskeln wieder lockern würde.

Auch wenn Huber trotz seiner Aufholjagd den Rückstand der ersten Etappen nur bedingt wett machen konnte, bleiben die schönen Erlebnisse haften: Das super Gefühl über die Heimat zu fliegen („In Bayrischzell haben sich viele an uns gehängt, weil sie wussten, dass wir als Einheimische die Verhältnisse gut einschätzen können.“). Die besonderen Begegnungen unterwegs, wie die 90-Jährige mit den Geissen, die sie am Comer See mit Händen und Füßen unterhielt. Oder die sehr feinfühligen Filmteams, die die Sportler begleiteten.

Erinnerungen, mit denen beide das Kapitel X-Alps schließen wollen. Sebastian Huber, weil es genügend andere Herausforderungen gibt. Martin Walleitner (50), „weil ich zu alt werd für den Schmarrn“, wie er lachend zugibt. Wenn sie demnächst wieder gemeinsam am Wallberg fliegen, gibt es auf jeden Fall Gesprächsstoff.

Heidi Siefert

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