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Begehrte Aussicht: So wie diese beiden Ausflügler auf dem Wallberg würde auch Theo Hoffstadt (r.) gerne seinen Urlaub am Tegernsee verbringen. Doch bislang hat er kein Zimmer gefunden.

Seit 42 Jahren macht er Urlaub in Rottach-Egern

Stammgast findet kein Zimmer - was läuft da schief?

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Rottach-Egern - Es wäre das Ende einer großen Urlaubsliebe. Seit 1974 fährt Theo Hoffstadt aus Nordrhein-Westfalen jedes Jahr mit seiner Familie an den Tegernsee. Doch heuer findet er kein Zimmer.

Was die Entfernung anbelangt, könnte Theo Hoffstadt genauso gut an die Nordsee fahren. „Das ist für mich auch nicht weiter als bis zu euch runter“, sagt der 73-Jährige aus Marienheide in Nordrhein-Westfalen. Und doch zieht es ihn mit Frau Hannelore und Tochter Anja seit 1974 an den Tegernsee. Mindestens einmal im Jahr machen die drei Urlaub in Rottach-Egern. „Das ist wie eine zweite Heimat für uns“, sagt Hoffstadt. Auch heuer haben sie für die Woche vom 16. bis 23. Juli ein Doppel- und ein Einzelzimmer oder eine Ferienwohnung gesucht. Gefunden haben sie nichts. Weder in Rottach, noch irgendwo sonst am Tegernsee. „Wir haben es sogar in Schliersee probiert“, erzählt Hoffstadt. Vergebens.

Was ihn besonders ärgert: Manche Tourist-Infos vermittelten ihm angeblich freie Gästehäuser. Der 73-Jährige rief voller Hoffnung an – und wurde enttäuscht. „Da kann doch was nicht stimmen“, schimpft er. Vor vier Jahren ist es ihm schon einmal so ergangen. Auch da wurde ihm gesagt, die Region sei komplett ausgebucht. Also wich die Familie nach Österreich aus. Bei einem Tagesausflug an den Tegernsee dann die Überraschung: „Da haben wir viele ,Zimmer frei‘-Schilder gesehen“, berichtet Hoffstadt. Der Stammgast kam sich verschaukelt vor.

Petra Berger, Leiterin für Gäste- und Anbieterwesen bei der Tegernseer Tal Tourismus GmbH (TTT), hat eine Erklärung für das Phänomen. So könne jeder Vermieter selbst wählen, ob die Gäste seine Zimmer direkt online buchen können oder zuerst eine Anfrage stellen müssen. Während im ersten Fall die Belegungsdaten quasi in Echtzeit aktualisiert werden, ist die TTT beim Anfrage-System auf die Betriebe angewiesen. Nur wenn die gewissenhaft jedes gebuchte Zimmer melden, tauche dieses bei den Tourist-Infos als „nicht mehr verfügbar“ auf. Dass Gastgeber freie Zimmer bewusst nicht vermieten wollen, hat Berger bislang vorwiegend bei Kurzurlaubern festgestellt. „Für einen Ein- oder Zwei-Mann-Betrieb ist ein ständiger Bettenwechsel schlichtweg nicht wirtschaftlich“, sagt sie.

Den Hoffstadts rät sie, sich nochmal bei der TTT zu melden. „Wir bemühen uns, jeden Wunsch zu erfüllen“, betont Berger. Gerne werde die TTT die Anrufe bei den Gastgebern übernehmen. Versprechen will Berger aber nichts. In Zeiten globaler Unsicherheit sei auch am Tegernsee ein Buchungsanstieg zu verzeichnen. Wald- und Seefeste, das Trainingslager der Fußball-Bundesliga-Mannschaft Borussia Mönchengladbach in Rottach-Egern sowie das Internationale Stabhochsprungmeeting sorgen für einen weiteren Ansturm auf die Zimmer.

In Schliersee sieht es nicht anders aus. „Wir profitieren natürlich von der aktuellen Sicherheitslage“, sagt Gäste-Info-Leiter Mathias Schrön. In der Hauptsaison sei man aber ohnehin immer gut ausgelastet. Auch Schrön hat die Erfahrung gemacht, dass bei der Gäste-Info als frei gemeldete Zimmer kurz darauf vergeben waren. „Die Gefahr ist bei Anfragen immer vorhanden“, sagt er. „Da haken unsere Mädels aber gerne nochmal nach.“ Und das nicht nur in Schliersee, sondern auch in den Nachbarorten.

Doch auch da könnte es eng werden. „Viel hab ich nicht mehr“, sagt Anja Baumgartner von der Tourist-Info Fischbachau. Trotzdem lohne es sich, bei einzelnen Betrieben nochmal anzurufen. Auch in Fischbachau nehmen das Baumgartner und ihre Mitarbeiter selbst in die Hand. „Für den Gast ist das zu frustrierend.“

Hoffstadt kann das nur bestätigen. Tatsächlich hat er über die Tourist-Infos noch einige Anfragen laufen, bislang aber keine Antwort bekommen. „Die Vermieter melden sich einfach nicht“, sagt er. Bis Samstagmittag wollen die Hoffstadts noch warten. Wenn sie bis dahin kein Zimmer gefunden haben, bleiben sie daheim.

Gastgeber

die für den Zeitraum vom 16. bis 23. Juli ein Doppel- und ein Einzelzimmer oder eine Ferienwohnung frei haben, können sich bei Theo Hoffstadt unter theohoffstadt@gmx.de melden.

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