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Das geschmückte Boot taufte Patin Anastasia Stadler mit einer Flasche Sekt auf den Namen „Schorn“. Während der Zeremonie regnete es in Strömen. 

Neues Einsatzboot geweiht

Viel Nass für den „Täufling“ der Rottacher Wasserwacht

Von oben, von unten und von der Seite wurde es nass für das neue Einsatzboot der Rottacher Wasserwacht: Bei strömendem Regen wurde es nun auf den Namen „Schorn“ getauft. Von der Patin gab‘s Sekt dazu. 

Rottach-Egern – Das Wetter passte auf seine Art und Weise zum Anlass: Bei strömendem Regen feierte die Rottacher Wasserwacht am Wochenende die nachträgliche Einweihung ihres Einsatzbootes. Freilich konnte das Wetter der guten Stimmung keinen Abbruch tun, als sich die Gäste vor Beginn der offiziellen Feierlichkeit bereits zu einer Tasse Kaffee oder einem Glas Prosecco im Bootshaus am Schorn einfanden.

Kurz vor Ankunft von Monsignore Walter Waldschütz, der sich etwas verspätet hatte, wurde der „Täufling“ dann zu Wasser gelassen. Von einem „neuen“ Boot zu sprechen, sei übertrieben, meinte Vorsitzender Franz Xaver Weiß in seiner Begrüßung, schließlich sei es schon seit Juni vergangenen Jahres im Einsatz. Für die „hervorragende Zusammenarbeit“ dankte er der Herstellerfirma Weiß aus Franken: „So wie sie gearbeitet haben, so steht das Boot da. Wir sind sehr zufrieden.“

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Obwohl der Staat 75 Prozent der Kosten trage, habe die Wasserwacht immerhin noch 20.000 Euro für die Ausrüstung selbst bestreiten müssen. Das sei zum einen durch Spenden möglich gewesen, wofür Weiß den Förderern herzlich dankte, zum anderen durch eigenes Engagement, wie er betonte: „Wir zahlen selbst in die Kasse, um ehrenamtlich helfen zu können.“ In Zeiten steigenden Anspruchsdenkens auch gegenüber Hilfsorganisationen sei es manchmal zwar nicht leicht, die Motivation zu behalten, „aber da steuern wir durch und gehen unseren Weg weiter“.

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„Das Schiff ist eine tolle technische Sache“, meinte Landrat Wolfgang Rzehak. Zugleich hob er das Engagement der ehrenamtlichen Helfer hervor: „Was Ihr leistet, ist unbezahlbar.“ Dies in Zeiten, in denen immer mehr Kinder und Erwachsene nicht mehr ausreichend schwimmen könnten. Der stellvertretende Kreisvorsitzende des Roten Kreuzes, Gmunds Bürgermeister Alfons Besel, wies auf die soziale Bedeutung des Ehrenamtes hin. Neben der Hilfeleistung für andere sei es auch eine Arbeit an sich selbst und habe Vorbildfunktion für die Jugend.

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Dann folgte die Segnung des Fahrzeugs durch Monsignore Waldschütz und die Taufe auf den Namen „Schorn“, die Patin Anastasia Stadler mit einer Flasche Sekt vornahm. Ein „kräftiges Pitschnass“ steuerten dann die Kinder der Wasserwacht bei, die während der Ansprachen auf Surfbrettern im See tapfer ausgeharrt hatten: Sie tauften den „Schorn“ ein zweites Mal – diesmal mit Seewasser.

Stefan Gernböck

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