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Am Außenbereich des Reifekellers mit Zufahrt wird derzeit mit gearbeitet.

Noch gibt‘s einige Probleme

Verzögerung für den Kreuther Käse-Keller

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Eigentlich sollten die ersten Laibe schon im neuen Reifekeller der Naturkäserei TegernseerLand liegen. Aber die Eröffnung verzögert sich. Es hapert am Brandschutz.

Rottach-Egern – Der Reifekeller entsteht dort, wo früher einmal die Rottacher Kegelbahnen waren. Unter dem ehemaligen Gsotthaber Hof also, den die Gemeinde hat abreißen lassen. Inzwischen steht dort der Voitlhof der Familie Bogner mit dem neuen Zotzn und der Hutmacherei Wiesner. Daneben hat die Gemeinde Rottach-Egern die Räume für Tennisspieler und Schützen saniert. Im Winter ist dort auch ein Langlauf-Stützpunkt angesiedelt. Was mit dem Keller geschehen soll, darüber hat man sich im Rathaus viele Gedanken gemacht. „Aber es ist schwierig, einen Keller gastronomisch zu bespielen“, meint Bürgermeister Christian Köck. Letztlich entschied sich der Gemeinderat, die Räume an die Naturkäserei TegernseerLand zu verpachten (wir berichteten). Die braucht dringend Lagerkapazitäten, um den begehrten Alten Bergkäse produzieren zu können. Für den Innenausbau des Kellers mit Regalen für 5000 Laibe sorgt die Naturkäserei. Eine halbe Million Euro muss die Genossenschaft für den Reifekeller investieren. Die Gemeinde indes stellt den Keller zur Verfügung – in ordnungsgemäßem Zustand. Der Aufwand schien nicht groß zu sein.

Aber es kam anders. „Wir mussten die ganze Bodenplatte austauschen“, berichtet Bürgermeister Köck. Ein feuchter Fleck, der erst harmlos schien, brachte die Planer auf die Spur. Die alte Bodenplatte, seufzt Köck, sei „ziemlich windig“ gewesen. Um das Gebäude auf Dauer zu sichern, habe die Gemeinde in die Vollen gehen müssen.

Nun, kurz vor Abschluss der Arbeiten, gab’s eine weitere unliebsame Überraschung: Für den Brandschutz muss die Gemeinde noch einmal nachrüsten. „Das haben wir nicht erwartet“, meint Köck. Schließlich trafen sich dort unten zuvor die Kegler, in alten Zeiten wurde auch kräftig geraucht. Inzwischen sind dort statt Holz und Velours nur nackte Räume. Aber die Brandschutz-Vorschriften haben sich eben gewaltig verschärft. Darum muss die Gemeinde jetzt Säulen entkleiden und mit Material umhüllen, das den Brandschutzvorschriften genügt. Denn nicht immer ist nur Käse im Keller. Zu dessen Einlagerung und Pflege halten sich auch Menschen in den Räumen auf. Und die müssen selbst dann einem Feuer entkommen können, wenn sie sich im hintersten Winkel aufhalten. Wie teuer das Ganze kommt, kann Köck derzeit nicht sagen. Aber die Arbeiten gehen zügig voran. Mitte Mai, schätzt Köck, werde die Naturkäserei den Keller in Betrieb nehmen können.

Naturkäserei Hans Leo freut sich schon sehr darauf. Der Keller steigert die Lagerkapazität der Käserei um 45 Prozent, die Genossenschaft verspricht sich einen Aufschwung. „Es wäre schon schön gewesen, den Keller früher zu haben“, meint Leo. Zum Glück seien die Arbeiten am Außenbereich schon weit fortgeschritten. Erst wenn alles fertig ist, könne er den Innenbereich des Kellers von den Behörden abnehmen lassen, berichtet Leo. Schließlich müsse alles hygienisch einwandfrei sein. Manchmal, merkt Leo an, müsse er sich über die Schärfe der Bestimmungen schon wundern. In Frankreich, merkt der Käserei-Chef an, reife Camembert zum Teil in Höhlen: „Ich glaube, das ginge bei uns gar nicht.“

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