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Trinkwasser: Für die Abnehmer auf der Sutten wird es teurer.

Rottach-Egern plant Gebührenerhöhung

Wasser auf der Sutten wird teurer

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Die Wasserversorgung auf der Sutten verursacht ein hohes Defizit. Schon immer. Jetzt plant die Gemeinde eine Erhöhung der Gebühren.

Rottach-Egern – Die Wasserversorgung auf der Sutten ist eine hoch defizitäre Angelegenheit – und das schon immer. Wie der Rottacher Gemeinderat bei der Bekanntgabe der Bilanz 2015 jetzt erfuhr, belief sich das Defizit zuletzt auf 61 203 Euro. Die Gesamtbilanz beläuft sich bei Einnahmen und Ausgaben auf knapp 1,3 Millionen Euro.

Josef Kaiser (CSU) hakte sofort nach und beantragte Maßnahmen, um von dem Verlust herunterzukommen. „Wir sollten da schon kostendeckend arbeiten, denn es kann nicht sein, dass die Rottacher Bürger dieses Defizit subventionieren“, fand Kaiser. Geschäftsleiter Gerhard Hofmann machte ihm da wenig Hoffnung. Eine neue Gebührenkalkulation werde es zwar geben, so Hofmann, „aber das Defizit bleibt.“ Der Geschäftsleiter lieferte weitere Zahlen: Demnach seien die Gebühren für das Wasser auf der Sutten mit 2,85 Euro pro Kubikmeter ohnehin schon relativ hoch. Zum Vergleich: Unten im Tal kostet das Wasser 65 Cent pro Kubikmeter. Dazu kommt eine Grundgebühr von 30 Cent pro Quadratmetern Geschossfläche. Dies ist der Preis des Wasserversorgungsvereins Egern, der 80 Prozent aller Haushalte versorgt, aber nur einer von zwölf Wasserversorgungsvereinen im Gemeindegebiet mit allesamt verschiedenen Preisen ist.

Die Versorgung des Suttengebiets mit Trinkwasser war und ist schon immer eine kostspielige Angelegenheit. Die Versorgungsanlagen wurde 1990 eingeweiht. „Das Leitungsnetz zu bauen war ein großer Aufwand“, berichtet Hofmann auf Nachfrage. Auch die Behandlung des Wassers, das an der Lahnerquelle hoch über der Sutten gefasst wird, war aufwändig. Erst im August 2016 wurde eine Anlage installiert, die das Trinkwasser mittels innovativer Ultrafiltration aufbereitet – ganz ohne den Einsatz von Chemie. Rund 160 000 Euro hat die Gemeinde dafür in den vergangenen Jahren investiert.

Das Problem bei der Kostenkalkulation sei, so Hofmann, dass nur etwa 70 Anwesen mit dem Trinkwasser versorgt werden. Dies sind kleinere Hütten, aber auch größere Gaststätten wie Hafner- oder Moni-Alm. Auch die Berggaststätte Sutten, die Wildbachhütte und die Talstation der Suttenbahn gehören dazu. Im Gemeinderat appellierte Anastasia Stadler (CSU) an die Gemeinde, die Preise wirklich nur gemäßigt anzupassen. „Sonst trifft es die Gewerbetreibenden übermäßig hart.“ Hofmann kann dies durchaus nachvollziehen. „Einem Hüttenbesitzer, der kaum Wasser braucht, würde eine Erhöhung nicht weh tun, den großen Betrieben schon.“ Er versicherte, eine moderate Erhöhung zu planen. Zuletzt war dies 2005 der Fall. 

gr

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