Falsche Nummer in Waffenbesitzkarte

Wegen Waffe: Rottacher zu Unrecht auf der Anklagebank 

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Er soll eine Waffe unerlaubt erworben haben, so der Vorwurf. Denn: In der Waffenbesitzkarte eines 53-Jährigen aus Rottach-Egern war eine falsche Nummer eingetragen. Nicht sein Fehler, behauptet er.  

Rottach-Egern – Vorsätzlicher unerlaubter Erwerb einer Schusswaffe – so lautete die Anklage gegen einen 53-jährigen Jagdscheininhaber aus Rottach-Egern. Zu Unrecht, wie sich im Laufe der Verhandlung herausstellte. Denn: Die Pistole war wohl ein Geschenk. Von einem Offizier an den Großvater des Angeklagten gegen Ende des Zweiten Weltkriegs.

Der Vorwurf des unerlaubten Erwerbs war bei einer routinemäßigen Kontrolle des Waffenschranks durch das Landratsamt Mitte Januar vergangenen Jahres aufgekommen. Dabei stellten die Verantwortlichen fest, dass die Registrierungsnummer, auf besagter Waffe nicht mit der in der Waffenbesitzkarte eingetragenen Nummer übereinstimmt. Der Verdacht: Der Angeklagte hat die Waffe, die in seiner Besitzkarte eingetragen ist, verkauft, und eine neue unerlaubt erworben. Die Waffe wurde eingezogen.

Der Angeklagte ließ den Sachverhalt durch seinen Verteidiger anders schildern: Die Waffe habe ursprünglich dem Vater des Angeklagten gehört. Als der seinen Jagdschein nicht mehr verlängern ließ, habe jeder der beiden Söhne zwei seiner insgesamt vier Waffen bekommen. Schon in der Besitzkarte des Vaters sei die JHG P37 Luger Kaliber 7,65 Millimeter unter falscher Nummer eingetragen gewesen. Die habe man bei der Umschreibung im August 2016 auf die Besitzkarte des Angeklagten einfach übernommen, was bei einer vorherigen Kontrolle – wohl im Jahr 2010 – gar nicht aufgefallen war. „Das war immer dieselbe Waffe und die war immer im selben Schrank“, erklärte der Angeklagte.

Bis auf die Registrierungsnummer, das bestätigte ein Vertreter des Landratsamtes im Zeugenstand, hatten alle Daten in der Besitzkarte des Angeklagten ihre Richtigkeit. Eine Augenscheinnahme des Formblatts zur Übertragung der Waffe ergab schließlich, dass ein Sachbearbeiter des Landratsamtes die Nummer von der Besitzkarte des Vaters auf die des Sohnes übertragen hatte. Und nicht der Angeklagte selbst.

Damit war der Sachverhalt für alle Beteiligten geklärt. Sowohl Staatsanwalt, als auch Verteidiger forderten einen Freispruch – Richter Walter Leitner kam dem nach. „Man kann bei solchen Waffen nicht vorsichtig genug sein, die können unendliches Unheil anrichten“, sagte Leitner. „Hier hat es aber den Falschen erwischt.“ Es habe nur genau diese eine Waffe gegeben und die sei bis zum Schluss im Schrank gelegen. „Es kam keine dazu und keine weg.“ Dass in der Besitzkarte die falsche Nummer vermerkt war, sei nicht dem Angeklagten vorzuwerfen, schließlich habe der sie nicht eingetragen. „Er darf sich drauf verlassen, dass das, was das Amt veranlasst, auch stimmt.“ 

hb

Rubriklistenbild: © picture-alliance / dpa

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