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Mauersteine und dahinter ein Dammweg: So könnte das neue Ufer entlang der Rottach aussehen.

Wasserwirtschaftsamt stellt Details vor

So sieht der neue Hochwasserschutz für die Rottach aus

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In diesem Jahr sollen die Baumaßnahmen für besseren Hochwasserschutz entlang der Rottach durchgeführt und auch abgeschlossen werden. Jetzt erfuhr der Gemeinderat Details.

Rottach-Egern – Das verheerende Hochwasser im Jahr 2013 hatte gezeigt, dass auch an der Rottach dringend Maßnahmen für besseren Hochwasserschutz nötig sind. „Seit damals hat’s auch der Letzte verstanden, dass da was passieren muss“, sagte Bürgermeister Christian Köck (CSU), als es im Gemeinderat wieder einmal um das Thema Hochwasserschutz für die Rottach ging. Dass der komplette Ausbau noch nicht erfolgt ist, hatte den Gemeinderat noch im Mai 2017 ziemlich verärgert. Man fürchtete neue Risiken, falls es wieder zu einem Hochwasser kommen sollte. Tatsächlich blieben ein neues Hochwasser aus und die Behörde nicht untätig: „Zwischen Süßbach und Ludwig-Thoma-Brücke ist der Ausbau bereits bereits erfolgt“, erklärt Andreas Holderer vom Wasserwirtschaftsamt Rosenheim (WWA). Auch seien die Maßnahmen für den Gewässerunterhalt abgeschlossen, der Uferbewuchs entfernt. Jetzt muss der endgültige Ausbau erfolgen – die Erhöhung der Deichkrone um durchschnittlich 50 Zentimeter über dem jetzigen Niveau.

Die grundsätzliche Genehmigung liegt zwar seit 2016 vor, doch das Projekt hat viel Zeit gebraucht. Gespräche mit den Anwohnern mussten geführt, die detaillierte Planung erstellt werden. Immerhin sind auf Rottacher Seite 88 Grundstücksbesitzer betroffen, auf Tegernseer Seite sind es 23.

Wo nötig, wird mit einer Winkelstützmauer gearbeitet.

Grundsätzlich gibt es drei Varianten für die 1,3 Kilometer lange Strecke zwischen der Brücke an der Bundesstraße und der Tuftenbrücke beim Sportplatz Birkenmoos. Erstens: Die Erhöhung der Deichkrone mit einer aus Fertigteilen bestehenden Winkelstützmauer, auf der ein Geländer zur Absturzsicherung aufsitzt. Bei der Variante zwei würde die Deichkrone mit vorgesetzten Mauersteinen erhöht, bei der dritten Variante würde die Deichkrone mit einer großflächigen Aufschüttung zu beiden Seiten erhöht. „Variante zwei wird von 90 Prozent der Anwohner favorisiert“, informierte Ingenieur Martin Killi. In allen Fällen bliebe der Dammweg erhalten. Dass dieser Weg aber mindestens 1,85 Meter breit sein müsse, um im Winter vom Schneeräumer befahren werden zu können, war den Gemeinderäten wichtig. „Wenn der Weg nicht mehr geräumt und gestreut werden könnte, dann wäre das eine drastische Einschränkung für unseren Tourismus“, sagte Köck und betonte, dass die Möglichkeit zur maschinellen Räumung in jedem Fall Vorrang haben müsse. Um dies sicherzustellen, werde man wohl an der ein oder anderen Stelle mit Winkelstützmauern arbeiten müssen, erklärte Holderer. Prämisse sei, dass fast zu hundert Prozent auf öffentlichem Grund gearbeitet werde.

Zum Zeitplan: Im ersten Quartal dieses Jahres soll der Entwurf angepasst und mit den Planern der neuen Brücken abgestimmt. Ab Mitte Februar soll Gehölz entfernt werden. Im zweiten Quartal soll die Ausschreibung erfolgen, im zweiten und dritten Quartal soll der Bau beginnen. Bis zum Ende des Jahres soll alles abgeschlossen sein. Ob dies zu schaffen sei, bezweifelte Andreas Erlacher (FWG). Ja, der Zeitplan sei sportlich, musste Killi einräumen. Man müsse dann eben mit österreichischen Firmen arbeiten, mit denen man gute Erfahrungen gemacht habe.

Zu den Kosten: Die komplette Maßnahme kostet 4,3 Millionen Euro, 2,9 Millionen Euro entfallen auf den Hochwasserschutz. 30 Prozent dieser Kosten müssen Tegernsee und Rottach-Egern schultern, je nach der Anzahl der betroffenen Anwesen zu beiden Seiten. Rottach-Egern muss rund 700 000 Euro locker machen. „Uns ist sehr daran gelegen, dass alles gut vorankommt“, gab Rathauschef Köck am Ende den Planern mit auf den Weg.

gr

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