Im Slalom fühlt sich Toni Tremmel am wohlsten. Der Rottacher blickt nach seiner erfolgreichsten Saison bereits mit Freude auf den kommenden Winter.
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Im Slalom fühlt sich Toni Tremmel am wohlsten. Der Rottacher blickt nach seiner erfolgreichsten Saison bereits mit Freude auf den kommenden Winter.

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Toni Tremmel blickt zuversichtlich auf den Slalomwinter

  • vonHans-Peter Koller
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Das sieht nicht gut aus zum Saisonstart: Der alpine Weltcup-Auftakt findet ohne einen Starter aus dem Oberland statt.

Rottach-Egern – Ein Fingerzeig, dass es unter der brüchigen Schneedecke im freien Fall nach unten geht. Waren es zuletzt Viktoria Rebensburg und Marlene Schmotz, die den Landkreis Miesbach rund um den Globus bekannt machten, herrschte in Sölden Tristesse. Toni Tremmel wäre noch eine Option gewesen. Aber der Technik-Spezialist des SC Rottach-Egern ist im Riesenslalom, der als einzige Disziplin in Tirol ausgetragen wurde, nur zweite Wahl.

Es ist ganz normal, dass ich für Sölden nicht berücksichtigt wurde“, erklärt Tremmel, „auch wenn in der Vorbereitung der Fokus auf Slalom und auch auf Riesenslalom lag.“ Rebensburg im sportlichen Ruhestand, Schmotz nach einem Kreuzbandriss erst wieder seit einem Monat auf Skiern (wir berichteten) und Tremmel in der FIS-Liste im Riesenslalom im dreistelligen Bereich. Der Deutsche Skiverband (DSV) muss sich damit zurecht finden, dass andere Nationen im Rampenlicht stehen.

Es war der 12. März, der für Tremmel den Kampf um die begehrten Punkte abrupt beendete. Der Weltcup-Slalom in Kranjska Gora wurde drei Tage vor der Austragung abgesagt. Coronabedingt, wie auch das Weltcup-Finale in Cortina. Andreas Omminger, der bei den Fahrern der Nationalmannschaft für das Konditionstraining verantwortlich ist, sandte dem Rottacher sofort einen umfassenden Plan zu, aber Tremmel blieb dennoch Zeit, die Frühjahrssonne auf Touren-Skiern zu genießen.

Aufgrund der Corona-Einschränkungen dauerte es bis Mitte Juni, ehe der Sportsoldat vom Tegernsee wieder mit dem Schnee Kontakt hatte. Der Slalom-Trainer Bernd Brunner beorderte seine Schützlinge wechselweise auf das Stilfserjoch, nach Belgien in eine Skihalle, nach Saas-Fee im Wallis und an den Mölltaler Gletscher in Kärnten. „Abgesehen vom ausgefallenen Waldfest hat alles gepasst“, meint Tremmel. Er ist nicht nur brauchtumsverbunden, sondern auch gerne im Kreis der Klubmitglieder seines SC Rottach-Egern.

Da die FIS bekannt gegeben hat, dass sämtliche Rennen in Nordamerika aufgrund der unsicheren pandemischen Lage im anstehenden Winter gestrichen werden, dauert es bis kurz vor Weihnachten, ehe die ersten Weltcup-Slaloms in Alta Badia und Madonna di Campiglio gestartet werden. „Wenn ich gesund und verletzungsfrei bleibe, glaube ich schon, dass ich hier dabei bin“, meint Tremmel, „und schon hier will ich an die Leistungen des Vorwinters anknöpfen.“

Der 26-Jährige, der bei Interviews gerne Anderen den Vortritt lässt und auch sonst bescheiden den Medienrummel meidet, blickt zurecht auf einen erfolgreiche Saison 2019/2020. Nach einem Europacup-Sieg in Frankreich und 37 Weltcup-Punkten war es sein bislang erfolgreichster Winter. „Ich hoffe, dass es Schritt für Schritt weiter nach vorne geht“, sagt Tremmel. Wenn er es vermehrt in den zweiten Durchgang schafft, sind die Chancen gut, dass das Oberland wieder stolz auf einen weiteren Botschafter des Alpin-Sports blicken kann.

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