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In der Wolfsgrubstraße sind weiterhin 50 Kilometer pro Stunde erlaubt. Die Anwohner können nur um Rücksicht bitten. 

Gemeinderat Rottach-Egern

Wolfsgrubstraße: Antrag auf Tempo 30 fällt durch

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Die schmale Wolfsgrubstraße hat keinen Gehsteig, Autos schlängeln sich an Kindern und Spaziergängern vorbei. Anwohner Alexander Kobus fordert deshalb ein Tempo-30-Gebot. Der Rottacher Gemeinderat lehnte ab.

Rottach-Egern – „Freiwillig 30 km/h“ fordert ein Schild am Rand der Wolfsgrubstraße. Anwohner Alexander Kobus will es nicht bei dem freundlichen Appell an die Autofahrer belassen. Doch sein Antrag an den Rottacher Gemeinderat, mit Rücksicht auf Kinder, Wanderer und Tiere ein Tempo-30-Gebot zu beschließen, wurde bei der Sitzung mit Verweis auf den Grundsatzbeschluss im September 2016 abgeschmettert.

„Wir haben das in den letzten drei Jahren sehr ausführlich diskutiert“, erinnerte Stellvertretender Bürgermeister Josef Lang (CSU). Wie berichtet, beschäftigte die Forderung einer Bürgerinitiative nach Tempo 30 in allen Rottacher Wohngebieten den Gemeinderat lange. Mit 15:4 Stimmen lehnte das Gremium schließlich ab. Basis der Entscheidung war ein Gutachten des Fachbüros Transver. Die Experten hatten keine Notwendigkeit für die allgemeine Tempobremse gesehen, sondern lediglich einige Einzelmaßnahmen empfohlen.

An diesem Verkehrskonzept mochte die große Mehrheit des Gemeinderats nicht rütteln. Allein Thomas Tomaschek (Grüne) sah dies anders. „Bei unserem Verkehrskonzept ist ja nichts rausgekommen“, urteilte er. Der Gemeinderat habe lediglich entschieden, dass alles beim Alten bleiben solle. Die Situation aber verändere sich durchaus. An der Wolfsgrubstraße sei durch den neu erstellten Voitlhof, das Café Gäuwagerl und das Trachtengeschäft Wiesner jetzt viel mehr los: „Das ist ein Touristenmagnet.“ Es sei die Pflicht der Gemeinde, mit entsprechenden Anordnungen Unfällen vorzubeugen.

Lang widersprach. „Der Verkehr hat sich kaum verändert.“ Eine Gastronomie habe es mit den Gsotthaber Stubn in diesem Bereich auch schon früher gegeben. „Und auf den Tennisplätzen war viel mehr los.“ Zudem, merkte Herrmann Ulbricht (FWG) an, kämen Autofahrer in dem Bereich meist gar nicht schnell voran: „Da stehen ja immer Autos.“ Auch sein Fraktionskollege Klaus Fresenius wollte am jetzigen Verkehrkonzept der Gemeinde nicht rütteln. „Aber ich habe schon Verständnis für den einzelnen Anwohner, der das dramatisch erlebt.“

Kobus hatte die Situation in seinem Schreiben eindringlich geschildert. Zum Teil werde viel zu schnell gefahren, die Gemeinde müsse handeln. Bei der Sitzung saß Kobus in den Zuhörerreihen und bat von dort aus auch um das Wort. Es wurde ihm nicht gewährt – das sei nun mal nicht üblich, erklärte Lang. Sichtbar verärgert und enttäuscht verließ Kobus den Raum unmittelbar nach der Abstimmung.

Vor dem Votum erinnerte Vize-Bürgermeister Lang daran, dass sich die Anwohner beim Ausbau der Wolfsgrubstraße gegen den Bau eines Gehwegs ausgesprochen hatten. Das Argument damals: Die Wolfsgrubstraße solle ihren dörflichen Charakter behalten. Ansonsten werde eher schneller gefahren.

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