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Eine tiefe Grube klafft dort, wo einst die Seeperle stand. Hier an der Seestraße will die Zech Group ein Luxushotel errichten. Der Baubeginn hat sich jedoch verschoben. 

Noch kein Termin für Baubeginn

Zech Group tüftelt an Planung für die neue Seeperle in Rottach-Egern

  • Christina Jachert-Maier
    vonChristina Jachert-Maier
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Wo einst die Seeperle stand, klafft noch immer eine triste Grube. Eigentlich sollte an der Rottacher Seestraße seit dem Frühjahr eine Mammut-Baustelle im Gang sein. 

Rottach-Egern– Für Kurt Zech (63) ist der Bau eines Luxushotels keine allzu große Sache. Der Bremer gilt als größter Immobilienprojektentwickler Deutschlands. Seine Familie soll über etwa 700 Millionen Euro verfügen. Mit der Seeperle in Rottach-Egern hat Zech ein eigentlich fertig entwickeltes Projekt übernommen. Dahinter stehen Rainer Leidecker und Ernst Tengelmann, Chef der Projektgesellschaft Seestraße 19-21. Sie hatten Zech als Investor gewonnen. Um sich vorzustellen, kam der Bremer im Januar persönlich zur Pressekonferenz ins Rottacher Rathaus. Es war ihm ein Anliegen: Zech macht im Tegernseer Tal gerne mit der Familie Urlaub.

Im Frühjahr solle der Bau des Resorts mit 61 Zimmern beginnen, kündigte Zech damals an. Es soll ein Leuchtturmprojekt werden, das sich bestens in die Severin’s Kette der Zech Group einfügt. Sie betreibt bereits Häuser in Lech und auf Sylt.

Pläne werden überarbeitet und ans Konzept angepasst

Doch so ganz passen die Pläne doch nicht. „Wir müssen an das Gebäude schon noch Hand anlegen“, berichtet Holger Römer, Sprecher der Zech Group. Dabei bleibe das Äußere unverändert, es gehe um Detailänderungen, die das Konzept erfordere. Es flössen Erfahrungen aus dem Betrieb der vorhandenen Fünf-Sterne-plus-Häuser ein.

Die Planänderungen bedürfen einer Genehmigung durch das Landratsamt. Der Rottacher Gemeinderat hat den überarbeiteten Entwurf bereits gesehen, wie Bürgermeister Christian Köck berichtet. Die aufwendige Planung brauche „schon ein bisserl Hirnschmalz und auch eine gewisse Zeit“, meint Köck. Um die betrieblichen Abläufe zu optimieren, seien Veränderungen nötig. Die Zech Group sei auch bestrebt, „ein paar Zimmer mehr“ hinzubringen und die Zufahrtssituationen anzupassen. Am Ausmaß und der Gestaltung des Gebäudes ändere sich aber nichts. Der Gemeinderat habe die Tektur im Grundsatz befürwortet, die Genehmigung sei nun Sache des Landratsamts.

Luxushotel mit 61 Zimmern und Suiten genehmigt

Wie berichtet, beinhalten die ursprünglichen und bereits genehmigten Pläne ein Resort mit 61 Zimmern und Suiten mit Größen zwischen 30 und 70 Quadratmetern. Dazu gehören ein Restaurant sowie eine Bar, beide mit großzügigem Außenbereich. Vorgesehen sind auch drei Veranstaltungsräume sowie wie ein 1500 Quadratmeter großer Wellnessbereich mit Behandlungsräumen, Saunen und Pool. Direkt an der Seestraße sind mehrere Ladengeschäfte geplant.

Nachbarn fürchten Belästigung durch den Baulärm

Die Verzögerung des Baubeginns ist für Bürgermeister Köck kein Schaden. Im Gegenteil. „Es hatte sich schon etwas Widerstand geregt“, berichtet er. Denn eigentlich hätte die Zech Group in der Hauptsaison mit dem Bau beginnen wollen. Für die benachbarten Hotels und Gaststätten keine einfache Situation. Dies gelte erst recht in der schwierigen Corona-Zeit. „Ich verstehe, dass da die Nachbarn nicht begeistert sind“, meint Köck. Niemand wolle eine Baustelle neben sich – aber eben auch keine Kiesgrube, wie dies jetzt gerade der Fall sei. „Und nachdem Häuser bekanntermaßen nicht durch Luftbestäubung entstehen und auch nicht mit dem Zauberstab, wird es Emissionen geben.“

Baustelle soll so schonend wie möglich betrieben werden

Die Zech Group habe in Gesprächen bereits zugesichert, das Projekt so schonend wie nur möglich zu errichten, erklärt Köck. Das Unternehmen wolle mit den Nachbarn im Gespräch bleiben und größere Maßnahmen mit ihnen abstimmen. Allerdings könne man eine Tiefgarage witterungsbedingt nicht im Winter oder Frühjahr gründen. Köck hält einen Baubeginn im Herbst für möglich.

Unternehmenssprecher Römer nennt noch keinen Termin. Derzeit sei nicht zu sagen, wie lange die Genehmigung brauche. Die Zech Group sei sehr bestrebt, etwas Schönes zu schaffen: „Herr Zech steht da persönlich sehr dahinter.“

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