Auto fährt in Menschenmenge in Helsinki: Ein Toter

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In seinem Haus wurde das Rottacher Ehepaar brutal niedergeschlagen und gefesselt.

Urteil des Landgerichts

Zehn Jahre Gefängnis für brutalen Überfall

Rottach-Egern- Das Landgericht hat die Männer, die ein Rottacher Ehepaar brutal überfallen, gefesselt und seinem Schicksal überlassen haben, zu hohen Haftstrafen verurteilt.

Regungslos nahmen die zwei Brüder Thomas (49) und Ingo W. (42) das Urteil entgegen: der eine muss für zehneinhalb, der andere für neuneinhalb Jahre ins Gefängnis. Die Strafe dafür, dass sie am 8. Januar 2014 ein älteres Ehepaar (76 und 73) in Rottach-Egern überfallen, gefesselt und zurück gelassen haben. 

Das Landgericht München II erkannte darin schweren Raub, gefährliche Körperverletzung, versuchten Raub mit Todesfolge und versuchten Mord. Der Vorsitzende Richter Martin Rieder brachte die Sache auf den Punkt: „Die Kammer hatte, um es deutlich zu sagen, ein brutales und in Gänze verabscheuungswürdiges Verbrechen abzuurteilen.“ Der Drahtzieher Ralf K. (56) muss wegen Anstiftung zum Diebstahl in einem besonders schweren Fall, Hehlerei und Waffenbesitzes für sieben Jahre ins Gefängnis. Ein Antiquitätenhändler (76), der wie die drei anderen Angeklagten aus Nordrhein-Westfalen stammt, erhielt eine Bewährungsstrafe von 22 Monaten wegen Hehlerei. Die Brüder W. haben zugesagt, 40 000 Euro Schmerzensgeld an die Opfer Heinz und Dagmar J. zu zahlen. Es ist allerdings fraglich, ob sie das Geld jemals aufbringen können. 

Ralf K. schuldet Heinz J. derweil mehr als eine Million Euro für die zerstörte und verschwundene Beute. Ralf K. hatte sich über eine Frau in die feinen Kreise am Tegernsee eingeschleust. Auf einer Geburtstagsfeier horchte er Dagmar J. aus und erfuhr, dass ihr Mann auf Auktionen schon mal viel Geld lassen könne. Daraufhin gab K. dem älteren der Brüder W. einen Tipp, wo etwas zu holen sei. Dieser spionierte schließlich zusammen mit seinem jüngeren Bruder die Gewohnheiten des Ehepaars J. aus. Daher wussten sie, wann abends die Terrassentür zum Lüften geöffnet wurde. Laut Richter Rieder war ihnen klar, dass sie die Bewohner „irgendwie unschädlich“ machen mussten, und dass es völlig unklar war, was danach mit ihnen geschehen sollte. Deshalb hätten sie „von Anfang an mit Tötungsabsicht“ gehandelt. Am 8. Januar schlugen die Männer zu. Sie stürmten durch die geöffnete Tür ins Haus und schlugen das Ehepaar brutal nieder. 

Im Flur des Obergeschosses fesselten sie die beiden an einen Stuhl und räumten das Haus aus. Aus zwei Tresoren nahmen sie Schmuck, Uhren, Münzen und Bargeld mit. Aus Glasvitrinen entwendeten sie wertvolle Golddosen und Porzellanfiguren, die sie zum Teil beim Transport beschädigten und wegwarfen. „Es handelt sich um kunsthistorisch wertvolles und unersetzbares Meißner Porzellan aus den Jahren 1720 bis 1750“, sagte der Vorsitzende. Dann überließen die Brüder das Paar seinem Schicksal. „Es hing nur vom Zufall ab, ob sie gefunden würden oder ob sie versterben würden“, sagte der Richter. Das Ehepaar litt Todesangst. Weil aber Heinz J. am nächsten Tag einen Termin nicht wahrnahm, wurden sie gefunden. Doch Dagmar J. leidet seitdem unter schweren Angststörungen. Heinz J. sagte im Prozess: „Das Leben meiner Frau ist zerstört.“

Von Nina Gut

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