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Seit heuer im Einsatz: die neue Führungsriege der Bergwacht Rottach-Egern mit (v.l.) Barbara Balk (Schatzmeisterin), Daniel Merone, Bereitschaftsleiter Thomas Doreth und Rupert Gleißl.

Bereitschaft legt Statistik fürs laufende Jahr vor

Bergwacht absolvierte heuer schon 165 Einsätze

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Gleitschirmunfälle, Kletterer in Bergnot und – erst kürzlich – eine abgestürzte Frau am Wallberg: Rund 165 Mal wurde die Bergwacht Rottach-Egern heuer schon alarmiert. Und die Tendenz steigt.

Tegernseer Tal – Nach den vielen verregneten Wochenenden im Spätsommer ist nun endlich goldener Oktober und bestes Bergwetter vorhergesagt. Für die Frauen und Männer der Rottacher Bergwacht bedeutet das vor allem eines: erhöhte Alarmbereitschaft. „Natürlich müssen wir damit rechnen, dass etwas passiert“, sagt Thomas Doreth (54), seit Februar dieses Jahres neuer Leiter der Rottacher Bereitschaft.

Eine genauere Prognose darüber, wie oft er und seine Kameraden am Wochenende wohl ausrücken müssen, wagt er allerdings nicht. Denn die Alarmierungen sind unberechenbar. Im Sommer, erklärt Doreth, verstärke sich der Trend, dass die Unfälle am Berg immer häufiger auch unter der Woche passieren. „Viele haben mittlerweile flexible Arbeitszeiten“, meint der 54-Jährige. Es gebe daher fast keinen Tag, an dem nicht mit einem Einsatz kalkuliert werden müsse.

Die Arbeit der ehrenamtlichen Bergretter macht das nicht leichter. Die meisten der rund 60 Aktiven gehen unter der Woche einer regulären Arbeit nach – „da ist nur eine Handvoll wirklich greifbar“, berichtet Doreth, der selbst als Tierpfleger im Rottacher Tierheim tätig ist. Umso wichtiger ist es, Nachwuchs für die Arbeit der Bereitschaft zu gewinnen. „Wir haben mittlerweile eine starke Jugendgruppe mit 16 jungen Frauen und Männern“, freut sich Doreth. Mehr geht aber auch hier nicht. Ansonsten würden die Jugendleiter an ihre Grenzen stoßen.

Rund 165 Einsätze waren es bis dato, die die Bergwacht heuer zu bewältigen hatte. Davon etwa 60 in den Wintermonaten. Von den Einsatzzahlen her gehört Rottach-Egern damit zu einer der am stärksten geforderten Bereitschaften Bayerns. Mit steigender Tendenz: Durch die verstärkte Werbung der Touristiker und der Gemeinden kämen immer mehr Urlauber und Ausflügler ins Tal, glaubt der Bereitschaftsleiter. Und das lasse auch die Einsatzzahlen weiter nach oben steigen.

Auch die Tatsache, dass Kreuth bald offiziell zu den Bergsteigerdörfern zähle, könnte die Statistik beeinflussen, meint Doreth. „Für mich alleine wäre das nicht mehr zu schaffen“, sagt er über seinen Job als Bergwacht-Chef. Er ist daher froh, mit Daniel Merone und Rupert Gleißl gleich zwei stellvertretende Bereitschaftsleiter an seiner Seite zu haben. Dieses Novum, das aus der jüngsten Hauptversammlung im Februar resultiert, habe sich bestens bewährt.

Was den Charakter der Einsätze anbelangt, so lasse sich kein bestimmter Trend ausmachen, betont Doreth. „Da ist querbeet alles mit dabei“, sagt er. In diesem Jahr reichte das Spektrum von einer nächtlichen Rettung eines verunglückten E-Mountainbikers in Kreuth über eine Kapprettung einer Kletter-Seilschaft an der Roßsteinnadel bis hin zur Bergung einer Wanderin (60), die erst kürzlich vom Wallberg-Gipfel etwa 15 Meter in die Tiefe gestürzt war. „Die Wallbergbahn“, sagt Doreth, „zieht eben sommers wie winters die Leute an“.

In ihrer Bilanz betont die Rottacher Bereitschaft: „Auch wenn die Bergwacht keinen Einsatz hat, hat sie Dienst.“ 365 Tage im Jahr, sieben Tage in der Woche und 24 Stunden am Tag sei immer einer der 16 ehrenamtlichen Einsatzleiter bereit, sich innerhalb der geforderten Frist von zwei Minuten nach einem Alarm bei der Leitstelle zu melden, den Einsatz zu übernehmen, zu koordinieren und zusammen mit der Mannschaft abzuwickeln.

gab

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